Netflix-Serie

Squid Game: Essener kritisieren Jugendamt und Eltern

| Lesedauer: 3 Minuten
Die Gesichter der Schauspieler in „Squid Game“ sind teilweise nicht zu erkennen. Die Masken erhöhen den subtilen Horror der Serie, die harmlos erscheinende Kinderspiele mit extremer Gewalt kombiniert.

Die Gesichter der Schauspieler in „Squid Game“ sind teilweise nicht zu erkennen. Die Masken erhöhen den subtilen Horror der Serie, die harmlos erscheinende Kinderspiele mit extremer Gewalt kombiniert.

Foto: Piero Cruciatti / AFP

Essen.  Nach der Warnung des Essener Jugendamtes vor der Netflix-Serie „Squid Game“ gibt es eine Debatte in sozialen Netzwerken. Welche Kritik es gibt.

Wegen der Warnung des Essener Jugendamtes vor „Squid Game“ entbrennt online eine Debatte über die Netflix-Serie. Auf der Facebook-Seite dieser Redaktion kritisieren Nutzerinnen und Nutzer einige Eltern, aber auch das Jugendamt. „Eltern, die ihre Kinder sowas schauen lassen, haben den Knall nicht gehört“, schreibt etwa eine Nutzerin.

Auch andere Kommentatorinnen sehen die Erziehungsberechtigten in der Pflicht, ihre Kinder vor Gewaltszenen, wie sie in „Squid Game“ vorkommen, zu schützen. „Traurig, dass es Eltern gibt, die nicht aufpassen, was ihre Kinder im Fernsehen schauen“, heißt es etwa und: „Wer bitte lässt Grundschulkinder eine FSK 16 Serie schauen?“.

Andere kritisieren das Essener Jugendamt: Aus der Sicht einiger komme die Warnung viel zu spät, die Serie sei längst unter den Kindern verbreitet und zudem lägen die originären Aufgaben des Jugendamtes woanders. „Bei wirklichen Gefahren passiert viel zu lange nichts“, meint ein Nutzer. Ein anderer pflichtet ihm bei: „Das Jugendamt sollte sich mal dafür interessieren, was in machen Familien abgeht und nicht im Fernsehen.“

Essener Jugendamt schaltet sich in Diskussion um Squid Game ein

Das Jugendamt der Stadt Essen hatte sich zuvor in die aktuelle Debatte um die populäre Netflix-Serie „Squid Game“ eingeschaltet. Es bestehe „dringender Aufklärungsbedarf“. Die Serie sei „auf keinen Fall kindgerecht“. Bereits vor Wochen haben die ersten Essener Grundschulen damit begonnen, entsprechende Warnbriefe an Eltern zu verschicken, denn die Serie ist derzeit Thema Nummer 1 auf den Schulhöfen. Kinder ahmen die brutalen Szenen nach. waren „Squid Game“-Kostüme vielerorts sehr gefragt.

Die koreanische Serie ist die bislang erfolgreichste Produktion des Streaming-Anbieters Netflix. Gerade bei Kindern und Jugendlichen ist sie extrem beliebt. Netflix selbst empfiehlt eine Altersbeschränkung ab 16 Jahren. In der Serie konkurrieren verschuldete Bürger um ein millionenschweres Preisgeld. Ausgetragen werden die Wettbewerbe mit harmlos erscheinenden Kinderspielen. Doch wer verliert, wird hingerichtet.

Squid Game: Mix aus Gewalt, Sadismus und kindlichen Spielen wirkt verstörend

„Gerade heute rief mich eine Mitarbeiterin aus einer Kita an, die von einem fünfjährigen Kind erzählte, das mit der Serie in Kontakt gekommen ist“, berichtet Katharina Grunick, Medienpädagogin des Jugendamts der Stadt Essen. Die Mischung aus explizit dargestellter Gewalt, Sadismus und kindlichen Spielen in der Serie könne verstörend und ängstigend für Kinder und junge Heranwachsende sein.

Selbst wenn Erwachsene ihre heimischen Netflix-Konten mit einem Jugendschutz versehen, sei das Problem nicht gelöst. Denn Sequenzen der Serie hätten sich auch über soziale Netzwerke in Windeseile verbreitet – so auch auf den beliebten Portalen TikTok, Youtube oder Instagram.

Infos zur sicheren Nutzung gibt es online und telefonisch

Die Empfehlung der Essener Medienpädagogin: Erziehende sollten auch die Nutzung der Social-Media-Portale ihrer Kinder im Blick behalten.

Wie man Jugendschutzeinstellungen vornimmt, steht unter anderem hier: www.klicksafe.de oder www.saferinternet.at. Mehr Infos geben auch die Essener Erziehungsberatungsstellen unter der Familienberatungsnummer 0201 88-51033.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Essen

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben