Tempo-Kontrollen

Stadt Essen kassiert Millionen mit ihren fünf Blitzer-Autos

Die Essener Radar-Wagen können auch in schräger Position wie hier der VW-Caddy auf der Curtiusstraße in Frohnhausen blitzen.

Die Essener Radar-Wagen können auch in schräger Position wie hier der VW-Caddy auf der Curtiusstraße in Frohnhausen blitzen.

Foto: Rene Anhuth

Essen.   Fünf Blitzer-Autos setzt die Stadt Essen zur Geschwindigkeitskontrolle ein und kassiert Millionen. Inzwischen werden die Autos besser getarnt.

Auf eine neue Tarnung der fünf städtischen Radar-Wagen sind schon etliche tausend Autofahrer reingefallen. Das Ordnungsamt kann seine fünf mobilen Blitzer inzwischen völlig unauffällig in Position bringen. Die eingesetzten Autos stehen heute nicht nur von weitem sichtbar auf irgendwelchen Seitenstreifen. Die Blitzer funktionieren auch, wenn das Fahrzeug versteckt auf einem Schräg-Parkplatz abgestellt worden ist – egal, ob auf Hauptverkehrsstraßen oder in kleinen Wohnstraßen.

Bisher achten Pkw-Fahrer, die zu schnell unterwegs sind, aber nicht geblitzt werden wollen, auf allein stehende Kombiwagen, die meist mit großem Sichtabstand nach hinten parallel am Straßenrand stehen. Denn in dieser Position könnte es sich um einen mobilen Blitzer handeln.

Essener Radar-Wagen sind nur schwer zu erkennen

Tatsächlich waren die früheren Radaranlagen im hinteren Teil des Fahrzeuges fest aufgebaut – und damit waren die Möglichkeiten für die Aufstellposition des Wagens arg begrenzt. Doch seit dem letzten Jahr verwendet das Ordnungsamt für ihre fünf Überwachungsautos eine hochmoderne Lasertechnik, mit der sie schon an der stationären Blitzeranlage an der A 40-Buderuskurve seit 2015 gute Erfahrungen gemacht hat. Vor allem: „Im Wagen können diese Anlagen zur Fahrbahn ausgerichtet werden, so dass nicht zwangsläufig parallel zur Fahrbahn geparkt werden muss“, betont Rathaus-Sprecherin Jasmin Trilling.

Heißt: Der Blitzer kann auch auf einem Schräg-Parkplatz zwischen anderen abgestellten Fahrzeugen scharf gestellt werden. Das Gerät muss nur für die zu überwachende Fläche neu eingestellt werden. „Und dafür sind unsere Mitarbeiter extra geschult worden und verfügen über eine Zertifizierung“, versichert Jasmin Trilling.

Mehr als 171.000 Tempo-Verstöße in Essen

Allein 2017 wurden mit den mobilen Blitzern insgesamt 92.110 Geschwindigkeitsüberschreitungen im Essener Stadtgebiet festgestellt. Das Ordnungsamt kassierte Bußgelder in Höhe von 1,462 Millionen Euro. Die kommunale Geschwindigkeitsanlage an der A40 in Frillendorf brachte nur etwas mehr als die Hälfte ein. Dort wurden im Vorjahr 79.238 Tempoverstöße registriert und Bußgelder in Höhe von 771.974 Euro vereinnahmt.

Im Gegensatz zu den Autobahn-Kontrollen darf das Rathaus auf städtischen Straßen sehr wohl mobile Blitzer einsetzen – etwa auf Hauptverkehrsadern wie die Alfredstraße oder in Wohngebieten, um die Tempo-30-Zonen zu überwachen.

Die Stadt veröffentlicht übrigens jede Woche auf ihrer Internetseite „essen.de“ (weiterklicken auf „Leben in Essen“, „Mobilität“ und „Geschwindigkeitsüberwachung“) die aktuelle Liste der Straßen, auf denen geblitzt wird.

>>ÜBERWACHUNG MEHRERER FAHRSPUREN MÖGLICH

Die mobilen Blitzer nutzen seit 2017 die LIDAR Messtechnik (light detection and ranging). Mittels Laser und Spiegel wird ein Laser-Fächer über den Straßenabschnitt gelegt.

Durchfahrende Fahrzeuge reflektieren die Laserstrahlen. Die Messtechnik erlaubt eine mehrspurige Fahrbahnüberwachung. Es werden alle im Laser befindlichen Autos gleichzeitig erfasst.

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