Pilzbefall

Rußrindenkrankheit: Stadt Essen fällt kranke Bäume

Die dunklen Flecken verraten es: So sieht ein von der Rußrindenkrankheit befallener Ahornbaum aus.

Die dunklen Flecken verraten es: So sieht ein von der Rußrindenkrankheit befallener Ahornbaum aus.

Foto: dpa

Essen.   Die Stadt Essen fällt am Donnerstag in einer Eilaktion Bäume, die von der Rußrindenkrankheit befallen sind. Ein Spielplatz muss gesperrt werden.

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Gerade eine gute Woche ist es her, dass die Stadt mitteilte, dass die Rußrindenkrankheit, die vor allem Ahornbäume befällt, erstmals in Essen aufgetreten sei. Nun hat der Befall für zwei Standorte im Südostviertel und in Bergeborbeck heftige Folgen: Weil die Verkehrssicherheit nicht mehr gegeben sei, müsse man dort insgesamt acht Bäume unverzüglich fällen, teilt das Presseamt der Stadt am Donnerstag mit.

Betroffen sind die Bäume an der Hafenstraße in Bergeborbeck in Höhe Hausnummer 49 sowie am Spielplatz Dornemannplatz im Stadtteil Südostviertel. Dort werde eine Fachfirma am Donnerstag mit Vollschutz die Fällungen durchführen. Anwohner sollen während der Baumfällungen Fenster und Türen geschlossen halten, da durch die Arbeiten eine höhere Sporenaufwirbelung entstehen kann. Die Fällung erfolge wegen der lokalen Parksituation nach der Einrichtung von entsprechenden Halteverboten. Da dort auch weitere Bäume befallenen seien, werde der Spielplatz am Dornemannplatz für etwa eine Woche gesperrt, heißt es weiter.

Pilz wurde 2005 erstmals in Deutschland beschrieben

Die Rußrindenkrankheit befällt in erster Linie Berg-, in seltenen Fällen auch Spitz-, Silber- und Feldahorne. Verantwortlich dafür ist ein Schlauchpilz mit Ursprung in Nordamerika. Die eingewanderte Pilzart Cryptostroma corticale, die in Deutschland das erste Mal im Jahr 2005 beschrieben wurde, verbreitet sich über Sporen.

Bei wenigen Menschen können bei intensivem Kontakt mit den Sporen allergisch bedingte Entzündungen der Lungenbläschen auftreten, die meist nach wenigen Stunden oder Tagen wieder restlos abklingen.

Bäume sind nach wenigen Wochen nicht mehr stabil

Fatale Folgen hat die Krankheit für die Bäume selbst: Zunächst treten Schleimflussflecken am Baumstamm auf, die Rinde und weitere Schichten reißen auf oder platzen ab. Im weiteren Verlauf wird dann schließlich auf dem Holz ein schwarzer, ascheartiger Belag sichtbar, auf dem sich die Sporen befinden, die dann durch die Luft weitergetragen werden. Im Baum setzt im Laufe der Erkrankung Weißfäule ein. Die Folge: Der Baum ist bereits nach sechs bis acht Wochen nicht mehr stabil und muss gefällt werden.

Der Ausbruch der Rußrindenkrankheit folgt auf die trockenen und heißen Sommer 2017 und 2018. Der Pilz kann sich auch von abgestorbenem Holz ernähren, so dass er durch den Trockenstress und den Wassermangel beste Entwicklungs- und Verbreitungsmöglichkeiten findet.

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