Stadtteilbibliotheken

Städtische Bibliotheken sollen möglichst barrierefrei werden

Weder von innen noch von außen ist die Stadtteilbibliothek Katernberg barrierefrei. Die Politik drängt auf Verbesserungen. Eine Außenrampe sei bereits bestellt, teilt die Verwaltung mit.  

Weder von innen noch von außen ist die Stadtteilbibliothek Katernberg barrierefrei. Die Politik drängt auf Verbesserungen. Eine Außenrampe sei bereits bestellt, teilt die Verwaltung mit.  

Foto: Jory Aranda

Schonnebeck/Katernberg.   Stadt listet den Sanierungsbedarf auf. Besonders in Katernberg muss viel erneuert werden. Auch an anderen Immobilien nagt der Zahn der Zeit.

Was kostet es, Essens Stadtteilbibliotheken attraktiver für die Bürger zu machen? Etwa durch eine hellere Beleuchtung, eine bessere Beschilderung oder durch Barrierefreiheit? Das wollten SPD und CDU erfahren und beauftragten deshalb die Verwaltung, eine Kostenanalyse für die elf in städtischen Immobilien untergebrachten Büchereien aufzustellen. Sechs weitere Bibliotheken sind in angemieteten Räumen untergebracht.

Doch auf genaue Zahlen müssen die Ratsmitglieder noch warten. Dr. Ecevit Agu, Leiter der Bauunterhaltung, legte jetzt nur einen Zwischenbericht zum Stand des Sanierungsbedarfs vor. Mehr sei aufgrund fehlender Personalkapazitäten derzeit nicht machbar.

Seit Jahren auf Standortsuche

Deshalb konzentriert sich die Verwaltung vorerst auf das Thema Barrierefreiheit. Die 418 Quadratmeter große Altenessener Stadtteilbibliothek an der Wildpferdehut, die in den Osterferien geschlossen ist, liegt im Erdgeschoss und ist zwar rollstuhlgerecht, aber die Eingangstüren sind zu schmal und sie öffnen nicht automatisch. Außerdem sind die Sanitäranlagen nicht barrierefrei.

In diesem Frühjahr führt die Eigentümergemeinschaft eine Baumaßnahme zur Beseitigung von Legionellen durch. „Aktuell ist eine Gefährdung ausgeschlossen“, versichert die Verwaltung. Das Jugendpsychologische Institut wird gleichzeitig noch bis zum 22. Mai in Containern untergebracht. Ob es noch weiteren Sanierungsbedarf gibt, müsse noch ermittelt werden.

Katernberg: Weder innen noch außen barrierefrei

Allerdings sucht die Stadt händeringend nach einem anderen Standort in Altenessen. „Uns fehlt die Laufkundschaft. Hier an der Altenessener Straße kommt man nicht einfach so zu Fuß vorbei“, berichtete Bibliothekarin Carola Dringenberg bereits vor zwei Jahren. Ausreichend viele Parkplätze sind wohl auch kein Argument.

Ein Problem ist die Stadtteilbibliothek in Katernberg. Dass sie weder innen noch außen barrierefrei zugänglich ist, ist Politikern und auch der Verwaltung schon lange ein Dorn im Auge. Das denkmalgeschützte Gebäude gegenüber des Marktplatzes soll eine Rampe bekommen, der Antrag ist gestellt.

Fenster undicht und Heizungsanlage veraltet

Doch der Sanierungsbedarf geht noch weit darüber hinaus. So sind sowohl die Sanitäranlagen als auch der Anstrich bereits 50 Jahre alt. Außerdem sind die Fenster undicht und die Heizungsanlage veraltet, das Parkett auf der Ausleihfläche müsste aufgearbeitet und die Spülküche erneuert werden.

Ähnlich stellt sich die Bibliothek Stoppenberg an der Schwanhildenstraße dar, die in einem denkmalgeschützten Gebäude neben dem Rathaus untergebracht ist. Auch hier müsste saniert werden, weil Fußleisten teilweise defekt und Löcher in der Wand sind. Nicht umsetzbar sei hingegen der Wunsch nach einem Handlauf im inneren Eingangsbereich. Er sei wünschenswert, so die Verwaltung, doch der Denkmalschutz stehe dagegen.

Schonnebeck erhält schicke neue Bibliothek

Auf eine schicke und barrierefreie Stadtteilbibliothek dürfen sich die Schonnebecker freuen – wenn denn endlich der Neubau der Gustav-Heinemann-Gesamtschule im Herbst nächsten Jahres bezogen werden kann.

PERSONAL FEHLT, UM ALLE ZU BESICHTIGEN

  • Die Verwaltung möchte alle Bibliotheken besichtigen, um sowohl den Sanierungsbedarf als auch die -möglichkeiten festzustellen. Doch dazu fehlt derzeit einfach das Personal.
  • Für Sehbehinderte gibt es keine Angebote in den Büchereien. Sie orientierten sich eher an überregionalen Angeboten.

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