Staupe-Verdacht

Staupe-Verdacht bei Fuchs im Essen-Heidhausen bestätigt

Dringende Empfehlung an Hundehalter: Momentan sollte man die Vierbeiner in Wald und Feld unbedingt an der Leine halten und jeden Kontakt mit einem toten Fundtier vermeiden.

Dringende Empfehlung an Hundehalter: Momentan sollte man die Vierbeiner in Wald und Feld unbedingt an der Leine halten und jeden Kontakt mit einem toten Fundtier vermeiden.

Foto: Joseph-Wilhelm Reutter

essen-fischlaken.  Das Veterinäramt hat den Staupe-Verdacht bei einem toten Fuchs in Heidhausen bestätigt. Besonders bei Hundehaltern ist die Sorge groß.

Mehrere tote Füchse wurden in den vergangenen Wochen im Bereich Fischlaken, Werden und Heidhausen gefunden. Bei einem Tier hat sich der Staupe-Verdacht jetzt bestätigt. Das Veterinäruntersuchungsamt Rhein-Ruhr-Wupper in Krefeld hat im Auftrag des Essener Veterinäramtes die Analysen durchgeführt und das Canine Staupevirus nachgewiesen. Am Mittwochabend lag das Ergebnis vor: Der tote Fuchs, der Mitte Februar in Heidhausen gefunden wurde, starb an den Folgen der Staupe. Dr. Heinrich-Wilhelm van Straaten, Leiter des Veterinäramtes: „Der wirksamste Schutz ist natürlich die Impfung des Hundes. Und der Kontakt zu Wildtieren sollte vermieden werden.“

Auch in Kettwig hatte eine Spaziergängerin vor vier Wochen einen toten Fuchs gefunden. Sie entdeckte das Tier unweit des Stadtwaldfriedhofs. „Ich habe es sofort gemeldet, und es wurde dann auch schnell abgeholt.“

Für Menschen ist das Staupe-Virus ungefährlich, doch besonders die Hundebesitzer sind verunsichert. Immer wieder raten Experten, in solchen Fällen die Tiere bei Spaziergängen in Wald und Feld unbedingt an der Leine zu halten und jeden Kontakt mit einem toten Fuchs zu vermeiden.

Die Impfmüdigkeit vieler Hundehalter ist ein Problem

Ein Problem ist nach wie vor die Impfmüdigkeit bei vielen Hundehaltern. Der Werdener Tierarzt Kai Herrmann rät auch in der aktuellen Situation unbedingt dazu, „einen Hund, der momentan noch keinen Schutz hat, impfen zu lassen – das muss zwei Mal in einem Abstand von vier Wochen passieren. In der Zeit dazwischen baut sich dann langsam die Immunität auf.“ Besonders wichtig sei es, „nur mit angeleintem Hund durch den Wald zu gehen“.

Besonders empfindlich sind Junghunde, doch Staupe ist nicht allein eine Welpenkrankheit. Die Viren können auch ältere Tiere infizieren.

Von den Symptomen her unterscheidet man mehrere Verlaufsformen. Bei der Darmstaupe kommt es zu Fieber, Durchfall und Erbrechen. Die Lungenform geht mit einer Entzündung des oberen Atemtraktes einher, und in der Folge kommt es auch zu einer Lungenentzündung. Die nervale Form (Symptome wie Krämpfe, Lähmungen, etc.) nimmt in der Regel den ungünstigsten Verlauf.

Ulrike Straeter ist Hundehalterin und mit ihren beiden Dackelrüden an diesem verregneten Donnerstag in der Werdener Altstadt unterwegs. „Meine Tiere sind immer durchgehend geimpft worden, aber auf unseren täglichen Morgenspaziergang durch die Felder in Fischlaken verzichten wir zur Zeit trotzdem. Da habe ich viel zu viel Angst.“

>>STAUPE-IMPFUNG SEIT DEN 1960ER JAHREN

  • Die Impfung gegen Staupe ist in den 1960er Jahren in Deutschland eingeführt worden. Bis dato galt, dass sie eine der verlustreichsten Hundekrankheiten war.
  • Seit den 1980er Jahren ist aber wieder eine Zunahme der Viruskrankheit zu beobachten, die mit der zunehmenden Impfmüdigkeit und dem Import oftmals ungeimpfter Hunde aus dem Ausland zusammenhängt.
  • Es handelt sich bei der Staupe um eine Virusinfektion, die zwei bis sieben Tage nach der Ansteckung ausbricht. Da das Virus in der Außenwelt einige Zeit bestehen kann (bis zu sechs Monate), ist nicht nur eine Übertragung von Hund zu Hund möglich, sondern auch indirekt über den Menschen, der die Viren z.B. unter den Schuhen haben kann.

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