Gebühren

Steigende Gebühren: „Zweite Miete“ zieht in Essen weiter an

Um ein Drittel teurer als im laufenden Jahr:

Um ein Drittel teurer als im laufenden Jahr:

Foto: Dennis Straßmeier

Essen.   Die Gebühren für Müllabfuhr, Straßenreinigung und Entwässerung gehen 2019 weiter leicht nach oben. Sprunghaft teurer wird der Winterdienst.

Es gibt nicht gar so viele Nachrichten, die ausnahmslos alle 595.000 Essener Einwohner betreffen – diese aber gehört dazu: Die sogenannte „zweite Miete“, die sich aus den Gebühren von Müllabfuhr bis Entwässerung zusammensetzt, steigt auch im kommenden Jahr durchgehend an. Schwacher Trost: Bis auf den Winterdienst, den ja nur Anwohner jener Straßen zahlen, die im Streuplan aufgeführt sind, hält sich das Gebührenplus in Grenzen.

Graue Restmüll-Tonne

Weil für einen Teil der in Essen anfallenden Müll-Menge der Veraschungsvertrag­ zum Jahresende auslief, musste eine neue Ausschreibung her. Ergebnis: Die Verbrennungskosten steigen deutlich an, werden allerdings durch zu viel gezahlte Gebühren im vergangenen Jahr größtenteils aufgefangen. Zusammen mit anderen Mehrkosten steigt der Preis für einen Liter Restabfall 2019 um acht Cent auf 2,91 Euro im Jahr, ein Plus von 2,8 Prozent. Die übliche 120-Liter-Tonne schlägt also mit einer Jahresgebühr von 349,20 Euro zu Buche.

Braune Bio-Tonne

Um die Wiederverwertung kompostierbaren Materials zu fördern, wird die braune Bio-Tonne seit vielen Jahren durch die Restmüll-Gebühren quersubventioniert. So hält man es auch 2019. Der Preis pro Liter bleibt bei 45 Cent, für eine 120-Liter-Tonne sind also 54 Euro Jahresgebühr zu zahlen.

Schmutzwasser

Wer seinen Garten in diesem trockenen Super-Sommer ausgiebig gewässert hat, zahlt dafür einen beachtlichen Preis. Denn ohne Extra-Zähler fürs Gartenwasser kostet jeder Liter versickertes Wasser zusätzlich Schmutzwasser-Gebühr. Diese steigt im kommenden Jahr um fünf Cent auf 3,10 Euro je Kubikmeter, ein Plus von 1,6 Prozent.

Niederschlagswasser

Ein Aufschlag von immerhin 4,7 Prozent steht bei der Gebühr fürs Niederschlagswasser ins Haus: Hier werden vom nächsten Jahr an sieben Cent mehr und damit 1,56 Euro je Quadratmeter berechnet.

Straßenreinigung

Geringfügig teurer wird 2019 auch die Straßenreinigung: Pro Frontmeter fallen künftig 8,13 Euro und damit 15 Cent mehr an als bisher, eine Erhöhung um 1,9 Prozent.

Winterdienst

Dass nach den extrem milden Wintern der vergangenen Jahre zuletzt durch Glatteis mancher wieder ins Rutschen kam, lässt sich auch an der Kalkulation des Winterdienstes ablesen. Jahrelang sanken die Gebühren spürbar, nun steigen sie wieder an – beim Winterdienst A für die Hauptverkehrsstraßen um 26 Cent auf 1,13 Euro je Frontmeter (ein Plus von 29,9 Prozent) und beim Winterdienst B für die verkehrswichtigen Nebenstraßen um 18 auf 76 Cent je Frontmeter (plus 31,0 Prozent). Wichtig: Diese Gebühr zahlen – obwohl alle Verkehrsteilnehmer von gestreuten Fahrbahnen profitieren – ausschließlich die Anlieger jener Straßen, die im Streuplan stehen.

Grundsteuer

Der Hebesatz für die Grundsteuer B auf bebaute und unbebaute Grundstücke bleibt auch in diesem Jahr unverändert bei 670 Prozent, der für landwirtschaftliche Flächen bei 255 Prozent. Auch der Hebesatz für die Gewerbesteuer bleibt stabil bei 480 Prozent.

Sämtliche Gebühren sowie die Grundsteuer treffen nicht nur Wohneigentümer, sondern können anteilig auch auf die Mieter umgelegt werden. Die Kalkulationen werden noch dem Finanzausschuss des Rates vorgelegt und Ende November im Rat entschieden. Änderungen sind eher unüblich.

>>> AUSGLEICH BINNEN VIER JAHREN

Keine Kalkulation kann punktgenau die Zukunft vorhersagen: Müllmengen werden genauso geschätzt wie Schmutzwasser oder die Zahl der Streueinsätze bei Glatteis. So berappen die Bürger mal zu viel und mal zu wenig.

Doch weder verzichtet die Stadt auf Geld, noch kassiert sie über Gebühr für andere Zwecke ein. Vielmehr ist der Umgang im Kommunalabgaben-Gesetz NRW klar geregelt.

Kostenüberdeckungen sind binnen vier Jahren auszugleichen, Kostenunterdeckungen sollen innerhalb dieses Zeitraumes ausgeglichen werden.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben