Bolzplatz

Bezirksvertreter lehnen Pflanzkonzept am Moltkeplatz ab

Der Bolzplatz am Moltkeplatz soll einen erweiterten Ballfangzaun, weitere Grünpflanzen und einen neuen Gehweg erhalten. Die Bezirksvertretung I überzeugt das Konzept von Grün und Gruga bislang nicht.

Der Bolzplatz am Moltkeplatz soll einen erweiterten Ballfangzaun, weitere Grünpflanzen und einen neuen Gehweg erhalten. Die Bezirksvertretung I überzeugt das Konzept von Grün und Gruga bislang nicht.

Foto: Socrates Tassos

Essen-Südostviertel.   Grün und Gruga stellte Gestaltung vor, die 54.000 Euro kosten soll. Giftiger Kirschlorbeer am Bolzplatz ist für die Politiker indiskutabel.

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Neues Grün, eine attraktivere Weggestaltung und einen erweiterten Ballfangzaun soll der Bolzplatz am Moltkeplatz erhalten. Nun legte Grün und Gruga der Bezirksvertretung I das Konzept, das Investitionen in Höhe von 54.000 Euro vorsieht, vor, doch die Politiker winkten ab und fordern Nachbesserung – aus „giftigen“ Gründen.

Im Dezember vergangenen Jahres hatte das Grünamt bereits mit den Vorbereitungen begonnen. Im ersten Schritt wurde nahe des Bolzplatzes die dort wachsende Stechpalme entfernt. Diese zählt nämlich zu den Giftpflanzen und ist daher an Spielplätzen und Freiflächen zum Spielen nicht erlaubt. „Dazu gibt es eine DIN-Norm, die diese Pflanze neben dem Goldregen, dem Pfaffenhütchen und den Seidelbast verbietet“, erklärt Martin Gülpen von Grün und Gruga.

Stechpalme soll giftigem Kirschlorbeer weichen

Doch offensichtlich will Grün und Gruga den Teufel mit dem Beelzebub austreiben, denn als grüne Alternative zur Stechpalme sieht der Plan unter anderem auch den Kirschlorbeer vor, der zwar nicht auf besagtem Index zu finden ist, allerdings als „Giftpflanze des Jahres 2013“ zweifelhaften Ruhm erwarb.

Damit war die Diskussion über das Thema praktisch sofort beendet und wurde im Plenum einstimmig auf den Januar 2019 vertagt. „Vom Regen in die Traufe“ bewertet Bezirksbürgermeister Frank Mußhoff die auch seiner Meinung nach missglückte Pflanzenauswahl, die generell auf wenig Zustimmung der Politiker trifft. „Ich bin zwar kein Pflanzenexperte, aber Perückenstrauch und Glanzmispel sind nicht unbedingt heimische Pflanzen.“

Ortstermin fand bereits am 15. März statt

Doch gerade darauf sei bereits beim gemeinsamen Ortstermin am 15. März dieses Jahres verwiesen worden. Daran beteiligt war nicht nur Mußhoff selbst, sondern auch Delegierte der „Internal School Ruhr“, die die Spielangebote vor Ort nutzt, sowie der ansässige Verein „Kunst am Moltkeplatz“ (KaM). Vorsitzender Dr. Volker Wagenitz: „Wir haben am Ortstreff nicht als Kunstverein, sondern als interessierter Nachbar teilgenommen.“


Gewisse Zweifel am Planspiel hat Wagenitz dennoch: „In erster Linie standen damals der Wunsch nach einem Sicht-, Staub- und Ballschutz im Mittelpunkt. Dem trägt der neue Ballfangzaun Rechnung. Doch ob der, wie in der Vorlage erwähnt, durch die Neupflanzung verdeckt wird, wage ich zu bezweifeln, da die Pflanzen wohl nie so hoch werden.“

Kein Problem, aber leichte Vorbehalte gegen das Konzept hat auch Afrim Kaleshi, Inhaber des benachbarten Restaurants Haus Wilmes: „Am Ende des Weges sollen die Blumenkübel einer Pflanzung weichen. Dort haben wir seit Jahren einen Stehtisch samt Sonnenschirm für Gäste, die rauchen wollen. Da müssten wir uns eine andere Lösung einfallen lassen.“

>> WEG SOLL KOMPLETT ERNEUERT WERDEN

Neben neuen Grünpflanzen plant Grün und Gruga eine Umgestaltung des Weges entlang des Bolzplatzes. Die alten Steinplatten sind schadhaft und sollen komplett ersetzt werden. Der Weg wird nicht erweitert, obgleich er anthrazitfarbene Randsteine erhalten soll.

Der vier Meter hohe Ballfangzaun soll sich über die volle Länge des Bolzplatzes erstrecken.

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