Klassentreffen

Ehemalige treffen sich 60 Jahre nach der Schulentlassung

Sie organisieren das Treffen 60 Jahre nach der Schulentlassung: (v.l.) Renate Plath, Ellen Goedeking und Margrit Niemeyer vor dem Kunsthaus Essen, der ehemaligen Mädchen-Realschule Essen-Süd.

Foto: Stefan Arend

Sie organisieren das Treffen 60 Jahre nach der Schulentlassung: (v.l.) Renate Plath, Ellen Goedeking und Margrit Niemeyer vor dem Kunsthaus Essen, der ehemaligen Mädchen-Realschule Essen-Süd. Foto: Stefan Arend

Essen-Rellinghausen.   Die Ehemaligen der Mädchen-Realschule Essen-Süd treffen sich 60 Jahre nach der Entlassung. Sie erinnern sich an Streiche und den Zusammenhalt.

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Wenn sich die ehemaligen Schülerinnen der Mädchen-Realschule Essen-Süd am 21. April treffen, haben sie allen Grund zu feiern. Vor 60 Jahren wurden sie entlassen und blicken immer noch gern auf ihre Schulzeit in Rellinghausen zurück. Die Schule ist längst geschlossen, die Räume im Kunsthaus an der Rübezahlstraße werden von Kreativen unterschiedlicher Art genutzt. „Kreativ waren wir auch. Und manchmal frech, haben die Pauker ordentlich geärgert“, sagt Margrit Niemeyer. „Ich habe da viel von meinem fünf Jahre älteren Bruder und seinen Freunden gelernt.“

Die Erinnerungen an die Streiche werden sie beim Jubiläumstreffen austauschen – und kommen mit Absicht zu Kaffee und Kuchen zusammen, da es so viel zu besprechen gibt. „Zum Essen bleibt da eigentlich keine Zeit“, wie Ellen Goedeking betont. Denn den Ehemaligen, die heute 76 oder 77 Jahre alt sind, ist so manche Geschichte im Gedächtnis geblieben.

„Unsere Geschichtslehrerin war sehr streng. Einmal hatten wir solche Angst vor einer Prüfung, dass wir einfach nicht hingegangen sind und die Zeit lieber gemeinsam an der Ruhr verbracht haben“, erinnert sich Ellen Goedeking. Der unerlaubte Ausflug ans Wasser habe natürlich für mächtig Aufruhr gesorgt, zumal ihr Vater Schulpflegschaftsvorsitzender gewesen sei und gleich einbestellt wurde. „Das gab zu Hause noch mal Ärger. Wir haben alle die sechs Stunden als ,unentschuldigt gefehlt’ auf dem Zeugnis eingetragen bekommen. Und den Geschichtstest mussten wir natürlich nachschreiben“, erinnert sich Ellen Goedeking, die wie viele ihrer Mitschülerinnen eine Ausbildung machte.

Unerlaubtes Verschwinden war die Spezialität

Unerlaubtes Verschwinden war offenbar die Spezialität der Klasse, wie eine weitere Anekdote zeigt: Die Mädchen hatten eine Geheimtür in einem Schrank entdeckt, die auf eine Art Dachboden führte. Dorthin verschwanden die Mädchen vor Unterrichtsbeginn, amüsierten sich, wie die Lehrerin sie wutschnaubend überall suchte und auf dem Schulhof nach ihnen rief. „Wir sind dann schnell auf unsere Plätze zurückgekehrt und haben so getan, als sei nichts gewesen“, erzählt Margrit Niemeyer. Zum Glück habe man noch rechtzeitig realisiert, dass der Boden extrem staubig war. „Sonst hätten uns die Fußabdrücke verraten.“ So blieb der Ausflug ihr Geheimnis. „Wir haben das nie aufgeklärt.“

Was die Klasse ausgemacht habe, sei der enorme Zusammenhalt gewesen. „Wenn wir etwas ausgefressen hatten, waren es immer alle, es gab keine Einzelschelte, weil wir niemanden verraten haben“, blickt Renate Plath zurück, die erst später zur Klasse stieß. Sie hatte vorher die Marienschule in Werden besucht. „Nach dem Wechsel von der Nonnenschule zur Mädchen-Realschule ging es mir viel besser“, erinnert sie sich.

Das Treffen der Ehemaligen steigt am 21. April

Das Treffen 60 Jahre nach der Schulentlassung aus der städtischen Mädchen-Realschule Essen-Süd findet am Samstag, 21. April, 16 Uhr, im Kettwiger Lokal Schmachtenbergshof, Schmachtenbergstraße 157, statt.

Die Ehemaligen treffen sich alle fünf Jahre. Sogar aus Hamburg, Frankfurt und Rosenheim reisen die Frauen dazu an. Eingeladen sind zum Jubiläumstreffen 29 Ehemalige, 18 haben zugesagt. Vier Ehemalige sind bereits verstorben.

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