Verabschiedung

Essen: Rellinghauser Gemeinde verabschiedet ihren Pfarrer

Pfarrer Andreas Volke von der evangelischen Gemeinde Rellinghausen verabschiedet sich am 1. März in den Ruhestand.

Pfarrer Andreas Volke von der evangelischen Gemeinde Rellinghausen verabschiedet sich am 1. März in den Ruhestand.

Foto: Socrates Tassos / FUNKE Foto Services

Essen-Rellinghausen.  Nach 34 Jahren in der ev. Gemeinde Rellinghausen verabschiedet sich Andreas Volke in den Ruhestand. Arbeit mit Menschen vor Ort war ihm wichtig.

Nach 34 Jahren in den evangelischen Gemeinde Essen-Rellinghausen geht Pfarrer Andreas Volke in den Ruhestand. Der 1. März ist nicht nur sein 65. Geburtstag, sondern auch sein letzter Arbeitstag. Nach der Entpflichtung wird Abschied gefeiert – mit Empfang und Kirchenkabarett.

„Ich gehe schon mit einem weinenden Auge. Aber ich hinterlasse ein bestelltes Feld“, sagt Andreas Volke. Er sei erleichtert, dass das über viele Jahre geplante Vorhaben, die Aktivitäten der Gemeinde zu bündeln, geglückt sei. Dadurch, dass man sich kleiner gesetzt habe, sei man zusammengerückt. Im September 2019 wurde der umgebaute frühere Kindergarten als neues Gemeindezentrum eingeweiht. Zum Jahresende wurde das alte Gemeindezentrum abgerissen. Es macht Platz für ein genossenschaftliches Wohnprojekt.

„Ich habe hier immer gern gelebt und gearbeitet“, blickt Pfarrer Volke zurück, der von 1986 an erst sein Vikariat in Rellinghausen absolvierte, dann im Hilfs- beziehungsweise Sonderdienst dort tätig war und im März 1992 schließlich die erste Pfarrstelle übernahm, die er bis heute innehat.

Mit 20 Jahren in die evangelische Kirche eingetreten

Der in der DDR geborene Volke war ursprünglich eher freikirchlich orientiert und entschied sich mit 20 Jahren bewusst für den Eintritt in die evangelische Kirche und ein Studium der evangelischen Theologie. „Ich habe in der Kirche meine Heimat gefunden“, sagt Volke.

Mit dem Eintritt in den Ruhestand wird Andreas Volke mit seiner Frau Christina nach Bergerhausen umziehen. „Wenn ich die Rellinghauser Kirchenglocken hören werde, wird das schon komisch sein“, sagt er etwas wehmütig. Aber er freue sich auch auf die freie Zeit: „Wir haben drei erwachsene Söhne und vier Enkel, für die ich Zeit haben möchte, die ich auf jeden Fall aufwachsen sehen möchte.“ Zudem plane er seine vierte Alpen-Überquerung per Rad.

Eigene Komposition des Pfarrers wird im Abschiedsgottesdienst gespielt

Auch für die Musik – Volke spielt Klavier und liebt Jazz-Musik – werde er jetzt mehr Zeit haben. „Ich habe über 50 Lieder komponiert, im Abschiedsgottesdienst wird der Posaunenchor eine meiner Kompositionen vortragen. Das ist doch ein schönes Gefühl, mit der eigenen Musik verabschiedet zu werden.“ Vielleicht gehe es auch beruflich weiter. „Ich habe mein Interesse bekundet, eine Pfarrstelle für neun Monate im europäischen Ausland zu übernehmen“, so Volke. Weiter aktiv sein werde er auf jeden Fall auch in Essen im Initiativkreis Religionen und dem Arche-Noah-Projekt.

„Ich habe meine Rolle immer als Finder verstanden. Menschen, Situationen, Themen, Augenblicke, aber auch Lösungen für Probleme zu finden, das war immer meine Berufung“, erklärt Volke. Die Zusammenarbeit mit dem Presbyterium sei konstruktiv gewesen, jeder habe seine Stärken einbringen können. „Mir war wichtig, mein Leben mit den Menschen am Ort zu teilen – nicht nur mit den evangelischen.“

Er habe auf Kommunikation gesetzt. Ein Resultat: Die Bänke in der Kirche stehen nicht mehr parallel zum Altarraum, sondern quer, um Kontakte zwischen den Gläubigen zu ermöglichen. „Mein Lieblingsort in der Kirche ist nicht die Kanzel. Ich bin am liebsten mitten unter den Menschen.“ Viele habe er über Jahrzehnte begleitet, Gemeindeglieder, die er konfirmiert habe, ließen jetzt ihre Kinder von ihm taufen. Kurzfristige Aktionen seien ihm eher fremd: „Ich habe immer große Bögen geschlagen.“ Das gelte auch für viele Veranstaltungen, die sich über Jahre und Jahrzehnte etabliert hätten.

Nachfolger hat sich schon eingearbeitet

Der Nachfolger Pfarrer Markus Söffge wurde bereits im vergangenen Dezember eingeführt. Er übernimmt auch die Aufgaben von Pfarrer Gotthard Oblau, der eine halbe Stelle in der Gemeinde innehatte und ebenfalls bereits pensioniert wurde. Andreas Volke hat seine Entscheidung, Pfarrer zu werden, nie bereut: „Ich gestalte gern, und das war hier möglich.“

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