Bioladen Stadtwald

Essen: Schwierige Raumsuche für neuen Bioladen in Stadtwald

Elisabeth Baumann führte sechs Jahre lang den Bioladen in Essen-Stadtwald. Jetzt engagiert sie sich dafür, einen Bioladen auf genossenschaftlicher Basis einzurichten.

Elisabeth Baumann führte sechs Jahre lang den Bioladen in Essen-Stadtwald. Jetzt engagiert sie sich dafür, einen Bioladen auf genossenschaftlicher Basis einzurichten.

Foto: Uwe Möller / FUNKE Foto Services

Essen-Stadtwald.  Nach der Schließung des Bioladens in Essen-Stadtwald soll Ersatz auf genossenschaftlicher Basis entstehen. Noch fehlt ein geeignetes Ladenlokal.

Als der Bioladen in Essen-Stadtwald im Juli 2018 schloss, war für Betreiberin Elisabeth Baumann und viele ihrer Kunden klar: „Wir wollen ein solches Angebot im Stadtteil erhalten.“ Es folgten drei Treffen, um das Vorhaben auf eine breite Basis zu stellen und eine Genossenschaft zu planen. Diese befindet sich aber immer noch im Status „in Gründung“. Der Grund: Es fehlt ein geeignetes Ladenlokal.

Geschäftsfrau führte den Bioladen in Essen-Stadtwald sechs Jahre lang

Sechs Jahre lang hatte die gebürtige Schwäbin Elisabeth Baumann (64) den Bioladen an der Frankenstraße/Heidehang geführt, „mit ganz viel Freude“, wie sie betont. Damals seien Veränderungen beim Mietvertrag angekündigt gewesen. Dazu kam, dass Elisabeth Baumann gesundheitliche Probleme hatte und nicht mehr den ganzen Tag stehen konnte. So habe sie das Geschäft aufgegeben.

Auf die Idee mit der Genossenschaft sei dann ein Vertreter der Solargenossenschaft gekommen. Nach einem Infotreffen habe es zwei weitere Veranstaltungen gegeben, um die Formalitäten einer Genossenschaftsgründung zu besprechen und eine Liste mit Interessenten zu erstellen. 70 konkrete Zusagen habe man bereits, dazu kämen eine ganze Reihe von weiteren Interessierten, so dass eine Zahl von rund 100 Mitgliedern realistisch sei. Auch Vorstand und Aufsichtsrat habe man schon zusammengestellt.

Die Mindesteinlage seien 100 Euro, nach oben seien keine Grenzen gesetzt. Jeder habe genau eine Stimme, unabhängig von der Höhe der Einlage. Weitere Unkosten sollen nicht entstehen, da der Bioladen Stadtwald wirtschaftlich und professionell geführt werden soll. „Wir wollen Arbeitsplätze schaffen, mit denen man seinen Lebensunterhalt verdienen kann“, sagt Elisabeth Baumann. Neben hauptamtlichen Mitarbeitern solle eine Vertretungsregelung gefunden werden. „Vielleicht gibt es ja Rentner oder Hausfrauen, die im Notfall einspringen würden“, so Elisabeth Baumann. Geplant sei auch ein Lieferservice.

Hausbesitzer entschieden sich immer für andere Mieter

Was fehlt, sind geeignete Räume. „Das alte Ladenlokal stand nicht mehr zur Verfügung, da sich der Vermieter bereits für einen Blumenladen entschieden hatte“, blickt Elisabeth Baumann zurück. Weitere Läden an der Frankenstraße, die in Frage gekommen seien, seien inzwischen an einen Pflegedienst beziehungsweise Zahnarzt vermietet worden. An die Räume einer seit Jahren geschlossenen Fleischerei, die wohl unter Denkmalschutz ständen, sei nicht heranzukommen. Die Fläche des vor kurzem geschlossenen Edeka-Marktes am Stadtwaldplatz sei zu groß.

Vor dem Hintergrund, dass man erst ein Ladenlokal suchen müsse, habe man die Gründung der Genossenschaft nicht weiter vorangetrieben. Das sei mit dem Genossenschaftsverband in Düsseldorf so abgesprochen. „Ich will ja keine Gelder verwalten, die ich noch nicht für konkrete Dinge ausgeben kann. Sobald wir ein Ladenlokal gefunden haben, wird die Gründung zügig erfolgen“, sagt Elisabeth Baumann.

Das neue Ladenlokal soll in Stadtwald oder Rellinghausen liegen

Sie wohne selbst in Stadtwald und gehe mit offenen Augen durch den Stadtteil, um freie Ladenlokale zu sichten. Auch Immobilienanzeigen durchforste sie regelmäßig. Das Problem: Das Ladenlokal soll sich bestenfalls in Stadtwald, vielleicht in Rellinghausen befinden. „Wir wollen ja keinen Laden für Kupferdreh oder Heisingen gründen, sondern wirklich hier vor Ort Biowaren anbieten“, erklärt die 64-Jährige.

Die Miete müsse zudem bezahlbar sein. „Wir benötigen 120 bis 150 Quadratmeter, da wir ja neben dem Verkaufsraum Flächen für Kühlhaus und Büro abteilen müssen“, so Elisabeth Baumann. Ladenlokale von 40 Quadratmetern, wie sie oft angeboten würden, seien da wenig hilfreich.

Wenn ein Ladenlokal gefunden sei und die Genehmigung der Stadt vorliege, dort Lebensmittel zu verkaufen, müsse der bereits in der Rohfassung vorliegende Businessplan vervollständigt werden, um auch für Banken und ähnliche Institutionen als Vertragspartner auftreten zu können. Dann könne es endlich losgehen.

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