Ehrenamt

Essener trainiert Männergruppe beim Trimmclub seit 40 Jahren

Übungsleiter Detlev Rotert (v.l.) trainiert seit 40 Jahren die Funktionsgymnastikgruppe des Trimmclubs, die derzeit ihre Übungsstunden in der Sporthalle der Theodor-Goldschmidt-Realschule in Essen-Frillendorf abhält.

Übungsleiter Detlev Rotert (v.l.) trainiert seit 40 Jahren die Funktionsgymnastikgruppe des Trimmclubs, die derzeit ihre Übungsstunden in der Sporthalle der Theodor-Goldschmidt-Realschule in Essen-Frillendorf abhält.

Foto: Christof Köpsel / FUNKE Foto Services

Essen-Stadtwald.  Detlev Rotert aus Essen-Stadtwald engagiert sich als Trainer und Vorsitzender beim Trimmclub. Der soziale Aspekt des Sports ist für ihn wichtig.

Seit 40 Jahren beschäftigt sich Detlev Rotert fast jeden Tag mit seinen „Jungs“ vom Trimmclub Essen – mancher von ihnen geht inzwischen auf die 90 zu. Für sie bietet der Übungsleiter donnerstags Funktionsgymnastik an. Mit großem Engagement übt der inzwischen pensionierte Polizist aus Essen-Stadtwald sein sportliches Ehrenamt aus – und ist mit Herz und Kopf dabei.

Übungsleiter? Trainer? „Meine Jungs nenne mich Chefe“, sagt Detlev Rotert und lacht. Seine „Jungs“ sind Männer zwischen 58 und 89 Jahren, sie sich jeden Donnerstagsabend treffen, um ihre Fitness und Beweglichkeit zu erhalten und Kraft aufzubauen, um so für die Herausforderungen des Alltags besser gewappnet zu sein. Ihr Trainer sorgt für die nötige Motivation.

Ehrenamt erfordert viel Einsatz und Leidenschaft

„Ich bin ein großer Verfechter des Ehrenamtes. Aber Zeit muss man schon mitbringen“, sagt Detlev Rotert. Als Übungsleiter bekomme er nur eine geringe Aufwandsentschädigung, aber dafür viel Rückmeldung aus der Gruppe. Das Organisatorische liege ihm, mit den Mitgliedern halte er per E-Mail, Whatsapp oder Telefon Kontakt. „Wichtig ist mir auch der zwischenmenschliche Aspekt“, betont er. Für einige Gruppenmitglieder sei die wöchentliche Übungsstunde der einzige soziale Kontakt.

Diverse, auch mehrtägige Ausflüge, Rad- und Wandertouren sowie Grillfeste gehörten zum Programm. Um die Organisation kümmere sich jeweils ein anderes Mitglied. Seit einigen Wochen trainiert die Gruppe in der Turnhalle der Theodor-Goldschmidt-Realschule, weil ihre angestammte Halle der gewerblichen Schule Ost derzeit saniert wird.

„Die Größe der Gruppe ist über die Jahre quasi konstant geblieben. Vor 40 Jahren waren 32 Männer dabei, heute sind es 29. Und es kommen noch drei Gründungsmitglieder zum Training“, sagt Rotert, der beruflich zuletzt als Kriminalhauptkommissar tätig war.

Ganz bewusst leite er eine reine Männergruppe. „Ich habe auch während meiner beruflichen Tätigkeit vorwiegend mit Männern gearbeitet. Das entspricht mir einfach. Auch wenn es Breitensport ist, habe ich Ehrgeiz und hohe Ansprüche. Ich überlege mir für jede Stunde etwas Neues, versuche das Ganze unterhaltsam zu gestalten. Einige Übungen, zum Beispiel Partnerübungen, lassen sich gar nicht richtig durchführen, wenn der Mann groß und schwer und die Frau klein und zierlich ist.“

Funktionsgymnastik mit Pilates und Yoga

Für kurze Zeit habe er mal eine gemischte Gruppe trainiert, eine reine Frauengruppe wäre für ihn schwierig, gibt Detlev Rotert zu. Zur Funktionsgymnastik gehörten auch Elemente aus Pilates und Yoga, ansonsten gehe es um Muskel- und Gelenktraining.

Der 70-Jährige hat drei erwachsene Kinder und vier Enkelkinder. Gemeinsames Fußballgucken sei immer ein großer Spaß – auch wenn man sich in der Familie keineswegs einig sei, zu wem man halte. Von Borussia Dortmund über Schalke 04 bis Bayern München sei alles vertreten, berichtet der sport- und vor allem laufbegeisterte Rotert, der selbst schon mal einen Marathon laufen wollte. „Verletzungsbedingt wurde es ein Halbmarathon“, blickt er zurück. „Und Tennis habe ich auch mal acht Jahre lang gespielt.“

Übungsleiter will sich langsam zurückziehen

Mit 30 Jahren habe er den Übungsleiterschein gemacht, sein Ausbilder habe ihn gleich gefragt, ob er nicht eine Gruppe leiten wolle. Vor vier Jahren habe er dann zusätzlich das Amt des ersten Vorsitzenden des Trimmclubs übernommen. Allerdings sei es nach 40 Jahren sein Wunsch, sich als Übungsleiter irgendwann zurückzuziehen, die Verantwortung abzugeben. Er ist sich aber sicher: „Als Mitglied bleibe ich der Gruppe aber erhalten.“

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