Gemeindeleben

Evangelische Christen in Rellinghausen rücken enger zusammen

Die Kirche im Hintergrund und das neue Gemeindezentrum sollen mit einem überdachten Gang verbunden werden.

Foto: Socrates Tassos

Die Kirche im Hintergrund und das neue Gemeindezentrum sollen mit einem überdachten Gang verbunden werden. Foto: Socrates Tassos

Essen-Rellinghausen.   Die evangelische Gemeinde Rellinghausen bündelt ihre Aktivitäten im neuen Gemeindezentrum. Vorher sind Umbauten, Umzüge und Abrisse notwendig.

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Nicht ohne Grund steht das Fest der evangelischen Gemeinde Rellinghausen am Sonntag, 10. September, unter dem Motto „Auf der Baustelle“. Die Gemeinde steckt in größeren Umbrüchen. Die haben mit dem Umzug des Kindergartens Himmelszelt in den Neubau an der Bodelschwinghstraße bereits begonnen. Für die Kita, die das Diakoniewerk als neuer Träger um eine Gruppe erweiterte, musste das alte Jugendhaus weichen.

Das Jugendhaus musste schon weichen

„Abschied ist immer schmerzhaft, aber Neues befreit und belebt“, weiß Pfarrer Andreas Volke. Die Gemeinde werde künftig auf engerem Raum zusammenrücken und ihre Aktivitäten in einem „Zuhause für alle“, dem neuen Gemeindezentrum, bündeln. Dies werde nach Umbau und Erweiterung im früher als Kindergarten genutzten Gebäude entstehen, das direkt an die Kirche grenzt.

Andere Gebäude wie das aktuelle Gemeindehaus sowie das Pfarrhaus werden abgerissen und sollen Wohnbebauung auf den gemeindeeigenen Grundstücken Platz machen. „Das wird auch helfen, die Gemeinde finanziell zu stabilisieren und zukunftsfähig zu machen“, so Pfarrer Volke (62). Er gehe davon aus, dass Umbau und Neustrukturierung abgeschossen sein werden, bevor er in drei Jahren aus dem Amt scheide. Er selbst sei aus dem Pfarrhaus bereits ausgezogen, arbeite später dann im jetzigen Gemeindebüro. „Das wiederum zieht in das Gemeindezentrum um, direkt an den Ort des Geschehens.“

Gemeinde will Grundstücke anders nutzen

Zur evangelischen Gemeinde Rellinghausen gehören laut Volke aktuell rund 3800 Mitglieder. „Als ich vor 30 Jahren hierher kam, waren es noch über 5000“, blickt der Pfarrer zurück. Angesichts dieser Entwicklung habe man einvernehmlich beschlossen, die Grundstücke und Gebäude der Gemeinde anders zu nutzen.

Die notwendigen Veränderungen seien nicht nur durch Kirchenaustritte bedingt, sondern auch durch den demografischen Wandel. Zudem hätten sich die Anforderungen verändert, der Zuschnitt der Räume aus den 1950er Jahren entspreche nicht mehr heutigen Bedürfnissen: „Wir brauchen heute keinen riesigen Gemeindesaal mit Bühne mehr, dafür aber niederschwellige Treffpunkte und Kommunikationsräume, um zum Beispiel gemeinsan zu musizieren“, sagt der Pfarrer. Er freue sich darauf, dass alle Altersgruppen das neue Zentrum gemeinsam nutzen werden und es auch eine direkte, überdachte Verbindung von der Kirche geben werde. Das geistliche und das soziale Leben der Gemeinde rückten also zusammen.

Das Projekt soll rund 1,1 Millionen Euro kosten

Rund 1,1 Millionen Euro werde das Projekt kosten. Die Gemeinde sammelt dafür Geld, der Spendenstand wird an einer Wand im Foyer der Kirche dokumentiert. „Wir hoffen, dass wir beim Gemeindefest am Sonntag die 100 000-Euro-Marke knacken können. Ziel sind aber 200 000 Euro“, erklärt Friederike Fehsenfeld vom Presbyterium. Sie freut sich besonders auf die Neugestaltung des Gartens, der früher vom Kindergarten genutzt wurde und nach dessen Auszug inzwischen ziemlich verwildert aussieht. Der Garten soll künftig ebenfalls als Treffpunkt genutzt werden. „Wir streben hier eine gute Nachbarschaft an“, sagt Pfarrer Volke und verspricht Rücksichtnahme auf die unmittelbaren Nachbarn.

Der Bauantrag sei gestellt. Sobald die Genehmigung vorliege, gehe es los. „Hoffentlich noch in diesem Jahr“, sagt Andreas Volke, der mit einem Jahr Bauzeit rechnet. Das Fest der evangelischen Gemeinde Rellinghausen beginnt am Sonntag, 10. September, mit einem musikalischen Gottesdienst um 10.30 Uhr in der Kirche an der Oberstraße 65.

Rellinghauser Kantorin erläutert die Schuke-Orgel

Im Anschluss startet das eigentliche Gemeindefest „auf der Baustelle“. Es gibt eine Hüpfburg, einen Flohmarkt, ein Bühnenprogramm, eine Pfarrer-Wiegeaktion und Führungen des Architekten durch die zukünftigen Gemeinderäume. Um 14 Uhr ist in der Kirche eine Orgelführung geplant. Kantorin Sabine Rosenboom spielt auf der viermanualigen Schuke-Orgel und erklärt den Aufbau des Instruments an einem Modell.

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