Neustrukturierung

Evangelische Gemeinde Rellinghausen rückt enger zusammen

Matilda (12), Johann (7) und Gisela Hahmayer halfen beim Abreißen der Tapeten und beim Wegräumen des alten Mobiliars im ehemaligen Kindergarten.

Matilda (12), Johann (7) und Gisela Hahmayer halfen beim Abreißen der Tapeten und beim Wegräumen des alten Mobiliars im ehemaligen Kindergarten.

Foto: Socrates Tassos

Essen-Rellinghausen.   Die evangelische Gemeinde Rellinghausen halbiert ihre Nutzfläche, will aber gleichzeitig das soziale und kirchliche Leben stärker verbinden.

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Die evangelische Gemeinde Rellinghausen setzt sich kleiner. Ziel ist es, Kosten zu sparen und damit ihre Zukunft zu sichern. Dabei rückt sie räumlich und inhaltlich näher zusammen und schafft eine engere Verbindung von kirchlichem und sozialem Leben. „Für uns ist das Ganze ein Quantensprung“, sagt Pfarrer Andreas Volke. Insgesamt verkleinere die Gemeinde ihre Nutzfläche von 1400 auf 660 Quadratmeter.

Im Januar haben sich Ehrenamtliche der Gemeinde, darunter viele Jugendliche, an zwei Wochenenden getroffen, um im alten Kindergarten an der Bodelschwinghstraße die Basis für den Umbau des Gebäudes zum neuen Gemeindezentrum zu schaffen. Sie rissen Tapeten ab, demontierten die WC-Anlagen und bauten Trennwände ab. „Schon am Anfang haben wir die Beleuchtung abgenommen und durch Baustellenlampen ersetzt“, erklärt Ulrich Paul, stellvertretender Vorsitzender des Presbyteriums.

Dass sich an den Abrissaktionen zahlreiche Gemeindeglieder beteiligten, wertet Pfarrer Andreas Volke als positives Zeichen. Die Gemeinde fühle sich mitgenommen auf dem neuen Weg, der vor fünf Jahren eingeschlagen wurde. Die Menschen seien offenbar bereit, sich und ihre Arbeitskraft in den Prozess einzubringen. Wer nicht selbst handwerklich tätig werden konnte oder wollte, verpflegte die ehrenamtlichen Helfer bei der Arbeit mit Wasser und belegten Brötchen.

Abrissarbeiten beginnen in den nächsten Wochen

Die Abrissaktionen der Ehrenamtlichen seien schon deshalb zeitlich begrenzt gewesen, weil in den Geschossen über dem ehemaligen Kindergarten ja weiterhin Mieter wohnten, die ein Anrecht auf nächtliche Ruhe hätten. Die acht Sozialwohnungen werden auch weiterhin bleiben.

Die Kindergartenkinder waren bereits im April letzten Jahres in den Neubau unter Trägerschaft des Diakoniewerks auf der gegenüberliegenden Straßenseite umgezogen. Wenn die ehemaligen Gruppenräume leer geräumt sind, werden Statiker das Gebäude begutachten, bevor der eigentliche Umbau und die Umgestaltung des Außengeländes beginnen können. „In den nächsten Wochen werden wir eine Firma mit den Abrissarbeiten beauftragen, die dann die Außenwände des Anbaus zum Garten entfernt“, sagt Hans Protsch, Baukirchmeister der Gemeinde.

Ostern 2019 soll das neue Zentrum bezogen sein

Der Rohbau des neuen Anbaus soll im Mai beginnen. Ostern 2019 soll das neue Gemeindezentrum fertig umgebaut sein. „Bevor ich 2020 in den Ruhestand gehe, ist die Gemeinde für die Zukunft aufgestellt“, sagt Pfarrer Andreas Volke. Das gesamte Projekt werde rund 1,3 Millionen Euro kosten, 200 000 Euro sollen an Spenden zusammenkommen. „Das Spendenbarometer steht derzeit bei 110 000 Euro“, sagt Friederike Fehsenfeld, zuständig für die Mittelbeschaffung.

Das neue Gemeindezentrum soll laut Volke ein Zuhause für alle Gruppen der Gemeinde werden. So ziehen der Faire-Welt-Laden und das Gemeindebüro in das umgebaute Gebäude, ebenso die Jugendgruppen. Es wird einen Café-Bereich für zwanglose Treffen, Räume für die Musikgruppen der Gemeinde und für Seminare geben.

Herzstück wird ein Saal mit 139 Quadratmetern Fläche sein, der auch für Stadtteilveranstaltungen verschiedener Art genutzt werden könne. Ein multifunktionaler Raum werde den Saal bei Bedarf vergrößern. Im Sommer könne die Gemeinde auch Terrasse und Garten nutzen.

Neue Glas-Stahl-Konstruktion neben der Kirche

Sobald die Gruppen aus dem alten Gemeindehaus umgezogen sind, werde dieses Gebäude abgerissen. Dort soll Wohnbebauung entstehen. „Wir werden uns im März/April für einen künftigen Partner entscheiden, der das realisieren wird. Vorab sind noch organisatorische und finanzielle Fragen zu klären. Der Partner hat dann etwa ein Jahr für die Vorplanungen“, so Ulrich Paul vom Presbyterium.

Die ursprünglich angedachte Verbindung zwischen Kirche und Gemeindezentrum wird es aus Denkmalschutz-Gründen nicht geben, dafür aber einen Nebenplatz, der durch eine Glas-Stahl-Konstruktion überdacht wird. Dort könnten zum Beispiel Brautpaare nach der Trauung einen Sektempfang veranstalten, so Pfarrer Andreas Volke. Wegfallen muss in Zukunft die Kleiderkammer. Die noch eingelagerten Sachen gehen an andere Einrichtungen.

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