Soziales

Heimverbund Essen: Hilfe für junge Menschen

Die guten Geister der Ägidiusstraße: Die Erzieher Lars Richter und Sarah Kazzer, Hauswirtschafterin Brigitte Bree, Stephanie Kurth (stellv. Leiterin), Ramona Spies (Leiterin), Anna-Lena Schrömges (Bufdi), Ronya Tuszkowski und Alina Morawitz (Praktikantinnen) sowie Fachbereichsleiterin Kirsten Koch (v.l.).

Foto: Michael Korte

Die guten Geister der Ägidiusstraße: Die Erzieher Lars Richter und Sarah Kazzer, Hauswirtschafterin Brigitte Bree, Stephanie Kurth (stellv. Leiterin), Ramona Spies (Leiterin), Anna-Lena Schrömges (Bufdi), Ronya Tuszkowski und Alina Morawitz (Praktikantinnen) sowie Fachbereichsleiterin Kirsten Koch (v.l.). Foto: Michael Korte

Essen-Stadtwald.   In der Außenwohngruppe an der Essener Ägidiusstraße können Jugendliche den Halt und die Ruhe finden, die sie wieder ins Gleichgewicht bringen.

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Häusliche Gewalt oder schlechte Noten, fehlende Freunde oder Liebeskummer, stressige Lehrer, der Tod der Oma, die Scheidung der Eltern oder, oder, oder. In einem komplizierten Gebilde wie einer Familie passieren immer wieder Dinge, die vor allem Kinder und Jugendliche aus dem Takt oder sogar komplett aus dem Gleichgewicht bringen können. Wohl dem, der sich in Fällen, die aus dem Ruder laufen, aber nicht nur auf sich selbst verlässt. Der Probleme erkennt, auch akzeptiert und Hilfe sucht bei denen, die sich auskennen. Etwa in der Außenwohngruppe an der Ägidiusstraße.

Früher war in dem Haus eine Vogelwarte

Dieses so urige Haus mitten im Wald in Stadtwald, einst eine beliebte Vogelwarte und seit Jahren im Besitz der Anneliese-Brost-Stiftung, ist eine von drei Außenwohngruppen, die der Städtische Heimverbund als Träger jungen Menschen zwischen 14 und 18 Jahren übergangsweise anbieten kann. Ein Ort, an dem etwas durcheinander geratene Seelen akzeptiert werden, wie sie sind. An dem sie einfach mal Luft holen und sich mit Hilfe kompetenter Unterstützer in Ruhe auf ein möglichst selbstständiges Leben vorbereiten können.

Neun Plätze können die Leiterin Ramona Spies (34), ihre Stellvertreterin Stephanie Kurth und deren Mitarbeiter anbieten. Neun Plätze, die fast immer vergeben sind, „aber wenn irgendwann einmal etwas Geld da ist, um vielleicht den Dachboden auszubauen und vielleicht sogar das Personal aufzustocken, dann könnten wir noch weitaus mehr leisten“.

Vertrauen und Wertschätzung

Dem Jugendamt ist nichts Menschliches fremd, und dem Städtischen Heimverbund ohne Frage auch nicht. Gerade in einer Großstadt wie Essen, wo es im Grunde nichts gibt, das es nicht gibt. Einst war die Ägidiusstraße eine Adresse für diejenigen, die besonders intensive Betreuung brauchten, für Jugendliche, die richtig Dreck am Stecken und die Grenze zur schiefen Bahn längst überschritten hatten.

Seit einigen Jahren jedoch ist es ein weit offeneres Haus. Natürlich gibt es Regeln, achten Spies und ihre Kollegen sehr genau darauf, was die jungen Menschen letztlich alles so machen. Auch die regelmäßige Zusammenarbeit mit niedergelassenen Psychologen oder Heilpädagogen spielt eine tragende Rolle. In erster Linie jedoch ist es wichtig, Vertrauen zu vermitteln.

Das Herz auf dem rechten Fleck haben

„Wer hier arbeitet, der muss das Herz einfach auf dem rechten Fleck haben“, sagt Kirsten Koch, die das Haus einst selbst leitete, mittlerweile aber als Fachberatung für die teilweise sehr verschiedenen Wohngruppen und Angebote des Heimverbundes unterwegs ist.

Schule, Wege in eine Ausbildung oder einen Beruf, die Vermittlung von Chancen oder einer Wohnung: Durch Wertschätzung und Engagement stellen die einen die Weichen, die die anderen vielleicht einmal auf eigenen Beinen stehen lassen.

Leitfäden, die junge Menschen wie Stella zu schätzen wissen. Seit kurzem erst lebt die 15-Jährige in der Gruppe, macht jedoch längst einen fröhlicheren Eindruck als zuvor. Oder Pascal und Ahmed, die sich ein Zimmer teilen und auch sonst viel zusammen unternehmen, obwohl sie eigentlich sehr unterschiedlich sind. Auch drei unbegleitete jugendliche Flüchtlinge leben vor Ort und fühlen sich wohl. Einer profitiert letztlich vom anderen – und mit den ausgezeichneten Keksen von „Küchenfee“ Brigitte Bree ist sowieso alles gut . . .

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