Baustelle auf der Steeler Straße

Huttroper Bio-Laden schließt Anfang Februar

Hohe Schuttberge türmen sich seit geraumer Zeit vor dem Bio-Laden, der im Februar schließt. Mitarbeiter Sven Jäschke zeigt die blockierten Parkplätze.

Foto: Kerstin Kokoska

Hohe Schuttberge türmen sich seit geraumer Zeit vor dem Bio-Laden, der im Februar schließt. Mitarbeiter Sven Jäschke zeigt die blockierten Parkplätze. Foto: Kerstin Kokoska

Essen-Huttrop.   Durch den Umbau der Haltestelle Dinnendahlstraße lagern Schuttberge auf den Parkplätzen vor dem Laden. Stadt weiß nichts von dem Problem.

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Der Pro-Bio-Markt an der Steeler Straße 339 schließt in der kommenden Woche. Seit Monaten bauen Ruhrbahn und Stadt in dem Bereich die Haltestelle Dinnendahlstraße um, was für diverse Einschränkungen im Umfeld sorgt. Jetzt gibt das Bio-Unternehmen den Essener Standort auf. Betroffen von der Schließung sind acht Mitarbeiter und eine Aushilfskraft. Laut Regina Kerz, Gebietsleiterin bei Pro-Bio-Markt, können die Mitarbeiter größtenteils auf andere Filialen verteilt werden, zwei Arbeitsverträge liefen aus. Für die Mitarbeiter, die wechseln, werde man die Mehrkosten, zum Beispiel bei der Anfahrt, übernehmen, so die Gebietsleiterin.

„Wir sind seit März 2010 hier und in der Zeit hat es drei große Baustellen gegeben. Immer, wenn gerade ein Aufwärtstrend erkennbar war, haben wir dadurch wieder Rückschläge hinnehmen müssen“, sagt Regina Kerz.

Nicht nur der Schuttberg auf den Parkplätzen sei ein Problem. „Da die Steeler Straße in den letzten Monaten immer nur in eine Richtung befahrbar gewesen ist und auch die Straße hinter dem Laden gerade Einbahnstraße ist, sind wir seit Monaten schlecht zu erreichen“, erklärt Regina Kerz. Irgendwann orientierten sich die Kunden halt anders. Man habe versucht, sie mit Flyern und Probieraktionen zurückzugewinnen. „Das ist immer mit Zusatzkosten verbunden, und wenn man nicht irgendwann mal in die Erfolgsspur kommt, bringt das alles nichts“, so Kerz.

Mitarbeiter informieren Kunden über die Schließung

Auch die Anwohner litten stark unter der Baustelle. „Sich mit der Stadt auseinanderzusetzen, bringt am Ende nichts, da hat man keine Chance“, so Regina Kerz. Mit der Schließung des Marktes kehre man Essen jetzt komplett den Rücken. Ab dem 5. Februar starte der Abverkauf der Waren. Erfahrungsgemäß seien diese in zwei, drei Tagen vergriffen. „Dann schließen wir den Laden“, so Kerz. Die Mitarbeiter hätten die Kunden informiert. Viele seien traurig gewesen, es seien sogar Tränen geflossen. „Menschen, die Bioware kaufen, sind irgendwie eine eigene Szene. Persönliche Kontakte, auch zu den Mitarbeitern, sind relativ häufig“, sagt Regina Kerz. Deshalb gebe es im Geschäft einen großen Tisch, um bei einem Kaffee zu plaudern. „Ein schöner Laden mit einem tollen Angebot, aber wenn man da nicht mehr parken kann, ist das schon schwierig“, bedauert Kundin Gabriele Hofmann-Wickert die Entwicklung.

Bei der Stadt ist das Problem nicht bekannt

Bei der Stadt weiß man nichts von den Problemen des Bio-Marktes. „Wir sind etwas irritiert. Wenn man uns angesprochen hätte, hätten wir versucht, eine Lösung zu finden, zum Beispiel einen anderen Platz für die Schuttberge“, erklärt Jasmin Trilling vom Stadtpresseamt. „Aber wenn wir keinen Hinweis bekommen, können wir das nicht prüfen.“

Laut Simone Klose von der Ruhrbahn sollen die gesamten Arbeiten im Bereich Dinnendahlstraße – wie angekündigt – im Juni abgeschlossen sein. Allerdings seien die Straßenarbeiten durch die Witterung im Verzug. Die zum Auftrag des lärmoptimierten Asphalts notwendigen acht Grad seien in diesem Winter nicht das Problem. Allerdings sei es seit Monaten viel zu feucht.

Deshalb sei auch die Fahrspur Richtung Steele nicht – wie ursprünglich angekündigt – bereits wieder frei. „Wir müssen auf eine längere trockene Phase warten“, so Klose. Es sei bedauerlich, dass der Bio-Laden schließe. Allerdings liege er außerhalb der eigentlichen Baustelle und verfüge sogar über einige eigene Parkplätze. Die Baustelle sei nicht zu vermeiden gewesen, denn die Ruhrbahn müsse sich an die gesetzliche Vorgabe halten und alle Haltestellen barrierefrei gestalten.

Firma wurde als Naturkost-Großhandel gegründet

Die als Naturkost-Großhandel in Duisburg gegründete Firma unterhält derzeit fünf Läden, zwei in Duisburg und je einen in Oberhausen, Bochum und den in Huttrop an der Steeler Straße, der jetzt schließt. Auf 300 Quadratmetern biete man ein Vollsortiment an, Kunden seien auch von weiter her gekommen.

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