Kultur

Studenten schaffen Kunst zwischen Kitsch und Trödel

Im Trödelladen „Platzhirsch“ am Gemarkenplatz stellt Student Marvin Hoffmann seine Pömpel-Skulptur aus.

Im Trödelladen „Platzhirsch“ am Gemarkenplatz stellt Student Marvin Hoffmann seine Pömpel-Skulptur aus.

Foto: Ulrich von Born

Essen-Holsterhausen.   Studenten der Uni Duisburg-Essen hatten die Aufgabe, Fundstücke aller Art speziell für eine Ausstellung im Laden „Platzhirsch“ am Gemarkenplatz zu Objekten zu gestalten. Das Ergebnis: eine spannende Symbiose, die noch ein paar Tage zu sehen ist.

Etwas schräg ist der Laden von Christian Wegmann, der am Gemarkenplatz Trödel und Antiquitäten, Kunst und Kitsch anbietet, ja schon. Aber auch irgendwie inspirierend. Genau das fiel Kundin Johanna Schwarz, Dozentin für Kunst und Kunstwissenschaft an der Uni Duisburg-Essen, auf. „Das ist ein toller Laden und ich hatte die Idee, einen Kurs im Fach Kunstpraxis anzubieten, bei dem die Teilnehmer ihre Werke genau hier ausstellen sollten“, blickt Johanna Schwarz zurück.

Christian Wegmann, Ladenbesitzer mit einem Faible für Kunst. war sofort begeistert. Und so bot Johanna Schwarz im vergangenen Semester den Kurs „Ich kenne kein weekend - Arbeiten mit Fundstücken“ in Anspielung auf eine Joseph-Beuys-Arbeit an. 18 Lehramtsstudentinnen und -studenten machten mit.

Fundstücke quasi als gemeinsamer Nenner - die Idee gefiel Ladenbesitzer Christian Wegmann, dessen Geschäft ja voll von solchen Gegenständen ist. „Die Teilnehmer konnten multimedial arbeiten, Installationen, Objekte, Videos, Dia-Shows schaffen, die Schaufenster und Wände einbeziehen“, erläutert die Dozentin. Sie lobt den großen Einsatz der Studenten, die die Arbeiten am Wochenende im Ladenlokal aufbauten und selbst für Häppchen und Getränke zur Vernissage sorgten.

Das Besondere an der Ausstellung: Da es im „Platzhirsch“ zahlreiche Objekte zu kaufen gibt, die ebenfalls an Kunst erinnern, war es für die Besucher der Ausstellungseröffnung gar nicht so einfach, die Arbeiten der Studenten auf den ersten Blick zu erkennen. „Es macht ein bisschen den Reiz aus, dass man die Schildchen mit Künstler-Namen und Titel des Werks nicht sofort ausmachen kann“, sagt Johanna Schwarz.

Und so mussten die Besucher der Ausstellungseröffnung schon genau hinsehen, um beispielsweise das Objekt aus alten Gitarren, ein Wandbild aus ausgemustertem Fußboden, mit Kronkorken vereinte Fundsteine, die Buch-Installation mit besonderem Schattenwurf oder die Pömpel-Skulptur zu entdecken. Einfacher war es beim Video, das den vergeblichen Versuch zeigt, ein Möbellager zu entrümpeln, oder bei der Dia-Show, die hinter einem Türfenster neue Ein- und Ausblicke eröffnete.

Die Studenten hatten den Laden schon zu Beginn des Kurses besichtigt, um sich von der Atmosphäre inspirieren zu lassen. Beim Aufbau und der Platzierung der Werke half Christian Wegmann, der von der Aktion begeistert war. Nur das Ansinnen, alle Schaufenster mit Quark zu bestreichen, fand er dann doch nicht so toll. „Ein Fenster muss reichen“, entschied der Chef.

Die Ausstellungder Studenten im „Platzhirsch“ an der Kahrstraße 84 (Gemarkenplatz) ist bis zum Wochenende, Donnerstag und Freitag, 11 bis 18 Uhr, Samstag, 11 bis 15 Uhr, zu sehen.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben