Schulprojekt

Training gegen Gewalt für Schüler, Lehrer und Eltern

Trainer Wanja Bochröder (Mitte) vom Verein „Gewaltfrei lernen“ zeigte den Drittklässlern der Schule an der Waldlehne, wie man einen Schwamm wirft. Wer ihn nicht fing, durfte auf keinen Fall ausgelacht werden.

Foto: Christof Köpsel

Trainer Wanja Bochröder (Mitte) vom Verein „Gewaltfrei lernen“ zeigte den Drittklässlern der Schule an der Waldlehne, wie man einen Schwamm wirft. Wer ihn nicht fing, durfte auf keinen Fall ausgelacht werden. Foto: Christof Köpsel

Essen-Margarethenhöhe.   Die Schule an der Waldlehne bindet Kinder, Eltern und Mitarbeiter in das Projekt „Gewaltfrei lernen“ ein. Fairer Umgang ist das Ziel.

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Neue Wege in Sachen Gewaltprävention und Vermeidung von Mobbing geht die Grundschule an der Waldlehne. Erstmals arbeitet die Einrichtung mit dem Verein „Gewaltfrei lernen“ zusammen. „Wichtig ist uns, Wutausbrüchen, Beleidigungen und ähnlichem entgegenzuwirken, bevor sie entstehen oder gar eskalieren. Dabei müssen alle mit einbezogen werden: die Lehrerinnen und pädagogischen Mitarbeiterinnen der 8-1-Betreuung und des Offenen Ganztags, die Eltern und natürlich die Kinder“, betont Schulleitern Christel Mueller.

Schon in der Vergangenheit habe man an einem Streitschlichtungsprogramm teilgenommen. Inzwischen habe es altersbedingt aber viele Wechsel im Kollegium gegeben. Deshalb habe man sich entschlossen, an einem neuen umfangreichen und vor allem nachhaltigen Gewaltpräventionsprogramm teilzunehmen. Bei der Recherche nach geeigneten Angeboten sei man auf den Verein „Gewaltfrei lernen“ aus Köln gestoßen.

Im November habe es bereits eine Fortbildung für alle Kollegen gegeben, die Mütter und Väter seien im Rahmen eines Elternabends informiert worden, bei dem sie auch selbst Rollenspiele ausprobieren konnten. Derzeit laufen die Projektstunden für die Schüler, die der Sportstudent Wanja Bochröder (28) für alle zwölf Klassen der dreizügigen Schule abhält. Jede Klasse wird dreimal 90 Minuten geschult – mit kindgerechten Erläuterungen und mit viel Bewegung. „Dadurch sind die Kinder viel konzentrierter bei der Sache und nehmen die Inhalte besser auf“, erklärt der Trainer.

Gesamtkosten liegen bei rund 8200 Euro

Insgesamt koste das Projekt rund 8200 Euro. 3600 Euro übernimmt die Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank West, 2000 Euro die Unfallkasse und 2600 Euro der Förderverein der Schule.

Neben den Techniken des Nein-Sagens und der selbstbewussten Abwehr in Gefahrensituationen sollen die Kinder vor allem den fairen, freundlichen Umgang miteinander lernen und sich für neue Kontakte oder sogar Freundschaften öffnen. „Wir machen Paarspiele mit immer wechselnden Partnern, so dass sich jeder auf verschiedene Mitspieler einlassen muss“, sagt Wanja Bochröder. Die Kinder dürften dabei keine Spiel-Anfrage eines Klassenkameraden ablehnen, sondern sollten jeden mit einem Lächeln als Mitspieler akzeptieren. Gerade wenn man jemanden nicht so gut leiden könne, sei es wichtig, ihm eine weitere Chance zu geben.

Mädchen und Jungen sollen gemeinsam spielen

Dabei sei es auch wichtig, dass Mädchen und Jungen zusammen agierten. „Das ist nicht immer selbstverständlich. Gerade Mädchen mit Migrationshintergrund dürfen oft von den Eltern aus nicht mit Jungen spielen. Diese Grenzen versuchen wir aufzubrechen“, betont Wanja Bochröder. Tabu sei es auch, einen Mitspieler bei Fehlern auszulachen, zu beschimpfen oder selbst unfair zu spielen.

Bei einem Lernspiel gehe es um die Erkundung des Körpers mit einem Schwamm. „Dabei ist es ganz wichtig, dass die Kinder genau wissen, welche Körperzonen tabu sind“, so Wanja Bochröder. Ihm falle auf, dass die Kinder der Schule an der Waldlehne die intimen Zonen des Körpers mit sachlichen Begriffen benennen würden. Anderswo kämen da auch schon mal vulgäre Begriffe vor, bemerkt der Trainer Unterschiede in Verhalten und Ausdruck, die auch vom sozialen Umfeld abhängig seien.

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