Kreativ-Szene

Zeichner bedruckt T-Shirts für den Naturschutz

Norman Bärenbrinker bedruckt Textilien mit seinen eigenen Motiven, die meist der heimischen Tier- und Pflanzenwelt entnommen sind.

Norman Bärenbrinker bedruckt Textilien mit seinen eigenen Motiven, die meist der heimischen Tier- und Pflanzenwelt entnommen sind.

Foto: Socrates Tassos

Essen-Bergerhausen.   Norman Bärenbrinker entwirft Tiermotive und gestaltet Textilien. Bisher verkauft er online und auf Märkten. Jetzt sucht er ein Ladenlokal.

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Eigentlich wollte Norman Bärenbrinker schon immer zeichnen, gern auch beruflich. Also absolvierte der Bergerhauser eine Ausbildung zum Bauzeichner und schloss noch ein Bauingenieurstudium an. „Aber das war keineswegs das, was ich mir vorgestellte hatte“, blickt er zurück. Inzwischen macht er sein eigenes Ding. Unter dem Label „kommabei“ verkauft er mit eigenen Motiven bedruckte T-Shirts, Pullover, Stofftaschen oder ähnliches. Die bietet er im Internet oder auf Märkten an. Sein Ziel für 2018: „Ich suche ein geeignetes Ladenlokal.“

Nachtarbeit war vor den Feiertagen oft notwendig

Noch verdient er einen Teil seines Lebensunterhalts, indem er im Baumarkt Ausstellungsflächen gestaltet. „In den vergangenen Wochen wurde das zeitlich ganz schön eng, so viele Aufträge hatte ich zu bewältigen.“ Da sei dann auch schon mal Nachtarbeit angesagt gewesen. Über die vielen positiven Rückmeldungen und die wachsende Zahl der Aufträge sei er überrascht, aber natürlich auch sehr erfreut, sagt der 37-Jährige.

Viele Jahre hatte er in einem Graffiti-Laden in der City gearbeitet, zeitweise sogar als Geschäftsführer. „Verkaufen kann ich. Aber ich will nur Dinge verkaufen, hinter denen ich stehe. Das ist mir wichtig“, so sein Credo. In den letzten Jahren lägen ihm Themen wie Nachhaltigkeit, Umweltschutz, fairer Handel und der Einsatz für bedrohte Tierarten besonders am Herzen. Es sei kein Zufall, dass er meist heimische Wildtiere wie Fuchs, Hase, Eichhörnchen, Wolf und Co. zeichne. Zehn bis 20 Prozent des Erlöses spende er an Naturschutz-Organisationen. In Zukunft will er die bedrohten Tierarten noch mehr in den Mittelpunkt seiner Zeichnungen stellen. „Der Renner ist der Bär“, weiß Bärenbinker, der zufällig eben dieses Tier im Namen trägt. Kunden könnten auch mit eigenen Motiven zu ihm kommen, allerdings behalte er sich vor, nicht jeden Auftrag umzusetzen. Wenn es unbedingt die pinken Einhorn-T-Shirts für einen Junggesellinnen-Abschied oder einen Kegelklub sein müssten, sei das als Auftragsarbeit okay. Bei Gewalt oder Sexismus ende jedoch seine Toleranz.

Nachhaltigkeit ist für den Designer ein wichtiger Aspekt

Nachhaltige, umweltfreundliche Unikate will er an die Menschen bringen. Bärenbrinker bestellt Shirts aus Bio-Baumwolle – vornehmlich in Grau, Schwarz oder Bordeauxrot, gestaltet sie mit lösungsmittelfreier, wasserbasierter Siebdruckfarbe. Für das kommende Jahr sucht er ein Ladenlokal, wo er nicht nur seine Aufträge bearbeiten und vielleicht auch Interessierte in die Siebdrucktechnik einführen kann. „Außerdem würde ich gern Künstlern, jungen Designern oder Möbel-Designern aus der Region dort Raum geben“, sagt der Bergerhauser.

Das Label „kommabei“, Ruhrgebietsdeutsch für „komm vorbei“, habe er 2015 mit einem Freund aus Kindertagen zusammen aus einer Bierlaune heraus gegründet. Mit ihm habe er sich damals überlegt, dass man zwar gut verdiene, im Job aber nicht wirklich glücklich sei. „Wir haben uns dann eine Siebdruckmaschine gekauft. Aber bis wir den Dreh so richtig ‘raushatten, mussten schon etliche von Omas Bettlaken daran glauben“, gestaltete sich der unternehmerische Anfang mit vielen Fehlversuchen dann doch schwieriger als gedacht.

Direkter Kontakt zu den Kunden findet auf Märkten statt

Seit 2016 betreut Bärenbrinker das Label allein, weil es seinem Freund aus privaten Gründen an Zeit für das doch recht aufwendige „Hobby“ fehle. „Ich bin zum Beispiel meist jedes zweite Wochenende mit meinen Produkten auf Kunsthandwerker-Märkten zu finden. Der direkte Kontakt zu den Kunden ist mir wichtig“, sagt Bärenbrinker, der online auch bereits etliche Bestellungen aus dem Ausland, sogar aus den USA, verzeichnen konnte.

Norman Bärenbrinker arbeitet für sein Label „kommabei“ derzeit noch in einer kleinen Wohnung im Erdgeschoss des Hauses in Bergerhausen, in dem er auch wohnt. Der Druck von T-Shirts lohne sich ab einer Stückzahl von zehn, erklärt der Siebdruck-Experte, der die Druckplatte jeweils für das Motiv vorbereiten muss. Der Kontakt zu Bärenbrinker ist unter Telefon 922 032 98, kontakt@kommabei.de oder auf www.kommabei.de möglich.

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