Kindertheater

Theaterprojekt für Kinder erforscht das Lachen

Esther Aust und Marguerite Windblut sind die Theaterpädagogen am Essener Schauspielhaus.

Esther Aust und Marguerite Windblut sind die Theaterpädagogen am Essener Schauspielhaus.

Foto: Knut Vahlensieck

Essener Theaterpädagogen haben gemeinsam mit Heisinger Kita-Kindern eine Performance zum Thema Lachen entwickelt. Premiere in der Heldenbar

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Lachen entsteht bei Freude, Belustigung und Erheiterung und zeigt sich durch eine ausdrückende Mimik: Dabei wird der Mund in die Breite gezogen wird, werden die Zähne sichtbar, entstehen um die Augen Fältchen und zugleich kommt es zu einer Abfolge stoßweiser hervorgebrachter, unartikulierter Laute. So steht es jedenfalls im Duden.

Doch die Kinder der Heisinger Kita Hemsingskotten haben ihre ganz eigenen Interpretationen: Sie lachen über ein Loch im Brötchen oder über den kleinen Bruder, der die Mama anpinkelt. Ihr Lachen sitzt im Bauch, im Bein oder im Gesicht und kann auch schon mal weiter gegeben werden. „Bei unseren Lach-Forschungen sind wir auf ganz wunderbare Dinge gestoßen“, sagen Esther Aust und Marguerite Windblut.

Kleine Menschen lachen

Die beiden Theaterpädagogen des Essener Schauspielhauses zeichnen für das neueste Projekt verantwortlich, das am 27. Februar in der Heldenbar seine Premiere hat: „Kleine Menschen lachen“ basiert auf den Erfahrungen, die sie mit den Vorschulkindern gemacht haben.

„Für die Vorbereitung waren wir sechs Wochen lang in der Kita und haben uns mit den Kindern intensiv auseinandergesetzt“, so Esther Aust. Dabei wurden wichtige Fragen zum Thema bearbeitet: Wann lachst Du?, Wo kommt das Lachen her?, Wo sitzt das Lachen bei Dir? haben die Kita-Kinder ganz unterschiedlich bearbeitet und beantwortet. „Wir haben Interviews geführt, Videos aufgenommen, die Kinder haben gemalt, gesungen und gespielt“, zählt Marguerite Windblut auf. So bauten sie mit den Kindern eine Lunge aus Kartons und Stühlen und stellten die Atmung mittels sauberem Wasser (für Sauerstoff) und schmutzigem Wasser (für Kohlenstoffdioxid) nach. „Und dann haben wir uns überlegt, wie die Lunge beim Lachen reagiert. Das war eine großartige Wasserschlacht.“

15 Szenen für die Performance

Aus all den Beobachtungen und Ergebnissen entwickelten die beiden Theaterpädagogen dann insgesamt 15 einzelne Szenen für eine Performance. Die wird von der Künstlerin Miriam Michel auf die Bühne umgesetzt. „Natürlich zeigen wir nicht alle Szenen“, so Aust, „das wäre zu lang.“ Stattdessen können die Kinder im Publikum wie bei einer Lotterie fünf Nummern ziehen. „Dann schlägt Miriam die passende Seite in einem großen Szenenbuch auf und los geht’s.“ Wie bei einer Performance üblich, gibt es viel Platz für Improvisation und Reaktion. „Im Stück wird eigentlich permanent mit dem Publikum agiert, das ist ja auch das Spannende.“ Natürlich darf auch gelacht, ja soll gelacht werden.

Was haben die beiden bei ihrem Projekt übers Lachen gelernt? „Lachen ist nicht künstlich erzeugbar“, so die schnelle Antwort von Esther Aust. „Lachen kann in die Hand gesteckt und weiter geschenkt werden“, ergänzt Marguerite Windblut, „das Bild gefällt mir am besten.“

Mobile Produktion

Die Performance „Kleine Menschen lachen“ richtet sich an Kinder ab vier Jahren. Premiere ist am Dienstag, 27. Februar, 10 Uhr, in der Heldenbar.

Das Stück ist eine mobile Produktion, das heißt, dass sie von Kitas gebucht werden kann und dann vor Ort aufgeführt wird. Kontakt und Infos: 8122331 oder www.schauspiel-essen/theaterpädagogik

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