Sportstadt Essen

Tischtennis-Sommercamp hat nach 40 Jahren ausgespielt

In der Sporthalle an de Haedenkampstraße richtet der Tischtenniskreis ein Ferientraining aus. In diesem Sommer steht das Angebot auf der Kippe.

In der Sporthalle an de Haedenkampstraße richtet der Tischtenniskreis ein Ferientraining aus. In diesem Sommer steht das Angebot auf der Kippe.

Foto: Foto: Michael GohL

Essen.  Seit 1976 bietet der Tischtenniskreis ein Sommertraining an. In diesem Jahr spielt die Stadt nicht mit. Die Begründung sei ein starkes Stück.

Seit mehr als 40 Jahren bilden der Tischtennis-Kreis Essen und die Stadt Essen ein erfolgreiches „gemischtes Doppel“. Denn so lange bietet der Kreis ein zentrales Ferientraining an. Die Stadt stellte den Sportlern dafür zunächst die Turnfesthalle zur Verfügung, seit vielen Jahren bereiten sich die Sportler in der Sporthalle an der Haedenkampstraße auf die neue Saison vor. Doch das eingespielte Doppel ist aus dem Takt geraten. Die Sport- und Bäderbetriebe, die für die Vergabe von Hallenzeiten zuständig sind, verweigern diesmal die Freigabe. Bei den 32 Essener Tischtennisvereinen stoße dies „auf absolutes Unverständnis“, heißt es in einem Schreiben, das Winfried Stöckmann, lange Jahre Pressewart des Tischtenniskreises, im Auftrag des Vorstandes verfasst hat.

Auch Sportler, die nicht aus Essen kommen, nehmen an dem Training teil

Aus dem Schriftverkehr mit den Sport- und Bäderbetrieben geht hervor, warum es in diesem Sommer keine Trainingszeiten geben soll: Auch Vereine, die nicht aus Essen kommen, hätten Trainingszeiten erhalten. Die Zeiten seien vom Ausrichter nicht kostenlos vergeben worden, sondern gegen eine Gebühr. Die Rede ist von einer „unsportlichen und satzungswidrigen Vergabepraxis“. Beim Tischtenniskreis nennt man das ein starkes Stück.

Spartenleiter Horst Hartwig weist daraufhin, dass Essener Spieler froh sein, wenn sie gegen gleichwertige oder bessere Spieler trainieren könnten, auch wenn diese von außerhalb kommen. Der DJK Altenessen verlange von für Getränke und Bälle außerdem nur einen kleinen Obolus von Erwachsenen in Höhe von zwei Euro pro Tag. Es werde sich kein Verein finden, der fünfmal die Woche jeweils über sechs Stunden das Training kostenlos beaufsichtige.

Sporthallen werden den Vereinen nur in „begründeten Ausnahmefällen“ überlassen

Die Haltung der Sport- und Bäderbetriebe ist aus Sicht des Tischtennis-Kreises auch deshalb besonders ärgerlich, da die Stadt ihre Hallen Vereinen nach einer Satzungsänderung während der Sommerferien nur in begründeten Ausnahmefällen überlasse. Tischtennisvereinen, die eine Ausnahmegenehmigung beantragt hatten, sei diese verweigert worden – mit Hinweis auf das Ferientraining in der Sporthalle an der Haedenkampstraße, das ja in diesem Sommer auszufallen droht. Beim Tischtennis-Kreis fürchten sie um eine ausreichende Saisonvorbereitung, da die Hallen erst drei Tage vor dem Saisonstart den Vereinen wieder offen stünden. Bei der Stadt heißt es auf Anfrage der Redaktion, eine endgültige Entscheidung über eine Freigabe für das Sommertraining sei noch nicht gefallen.

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