Mord

Tote aus den Niederlanden gibt Essener Polizei Rätsel auf

Für eine niederländische Fernsehsendung wurde eine  professionelle Gesichts-Rekonstruktion des  „Heul-Mädchens“ angefertigt.

Für eine niederländische Fernsehsendung wurde eine professionelle Gesichts-Rekonstruktion des „Heul-Mädchens“ angefertigt.

Foto: NRZ

Essen.   Ein Niederländischer Mordfall nahm jüngst überraschende Wende: Die Spur führt nach Essen. Dabei hatte die Polizei in Utrecht ziemlich schnell einen Strich unter ihre Ermittlungen ziehen können, nachdem die nackte Leiche einer strangulierten jungen Frau 1976 auf einem Autobahn-Parkplatz entdeckt worden war.

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Ermittlungen in einem mysteriösen Mordfall in den Niederlanden haben nach 36 Jahren eine überraschende Wende genommen – Richtung Essen. Dabei hatte die Polizei in Utrecht ziemlich schnell einen Strich unter ihre Ermittlungen ziehen können, nachdem die nackte Leiche einer strangulierten jungen Frau 1976 auf einem schäbigen Autobahn-Parkplatz namens De Heul nahe der Provinzhauptstadt entdeckt worden war.

Leiche ohne NamenPoli

Es ist ein schmuddeliger Ort, sagt der niederländische Ermittler Thomas Aling. Es ist ein Treff für Junkies und Obdachlose und war es schon 1976, als vieles, nahezu alles und selbst das Zahnbild und die Haare dafür sprachen, dass es sich bei der Ermordeten um eine gewisse Monique Jacobse handeln musste: eine damals 18-Jährige, die kurz zuvor verschwunden war und seitdem als vermisst galt.

Die Akte wurde geschlossen, die Tote beerdigt, doch vor vier Jahren verlor sie im Grab plötzlich ihre Identität, denn es war die falsche. Die richtige und totgeglaubte Monique Jacobse meldete sich bei ihren Eltern. Und die Polizei, die hatte eine Leiche ohne Namen.

Spur führt nach Essen

„Es war ein Schock für die Familie“, sagt Pim Faber, Redaktionschef beim Holländischen Fernsehprogramm, „Vermist“, das seitdem in mehreren Sendungen und zusammen mit der Polizei nach Zeitzeugen sucht, die das Rätsel um das „Heul-Mädchen“, so nennt es Faber, lösen könnten.

Plötzlich führt eine Spur nach Essen. Wie heiß sie ist, weiß Fahnder Aling noch nicht, doch der Hinweis erscheint ihm vielversprechend nach all den Jahren: Nachdem „Vermist“ Aufnahmen einer professionellen Gesichts-Rekonstruktion der unbekannten Toten im holländischen Fernsehen ausgestrahlt hatte, meldete sich jüngst ein Taxifahrer: Ein Fahrgast habe ihm erzählt, die junge Frau zu kennen. Sie komme aus Essen.

Hoffnung auf neue Hinweise

Was die Lösung des Falls nicht per se leichter macht: Die Essener Polizei jedenfalls hat keinen ungelösten Vermisstenfall, der auf das „Heul-Mädchen“ passen könnte. Deshalb nehmen die Ermittler in Utrecht an, dass die Unbekannte nicht ursprünglich aus Essen kam, zwischenzeitlich aber in der Stadt gewohnt hat.

Am 24. Februar hat die unbekannte Tote ihren nächsten Auftritt bei „Vermist“ (www.vermist.nl) und Pim Faber wieder Hoffnung auf neue Hinweise: pim.faber@tros.nl

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