Kinopremiere

„Trautmann“ in der Lichtburg: Jubel wie beim Pokal-Finale

Regisseur Marcus H. Rosenmüller (re.) und Hauptdarsteller David Kross bei der NRW-Premiere von „Trautmann“  in der Essener Lichtburg.

Regisseur Marcus H. Rosenmüller (re.) und Hauptdarsteller David Kross bei der NRW-Premiere von „Trautmann“ in der Essener Lichtburg.

Foto: Tillmann

Essen.   Regisseur Marcus H. Rosenmüller und Darsteller David Kross präsentieren „Trautmann“ in Essen. Publikum feiert Kinobiografie über Torwart-Legende.

Für die Bayern brachte der Mittwochabend eine bittere Niederlage gegen den FC Liverpool. Für den Bayern Marcus H. Rosenmüller wurde der Abend ein wahres Fest mit Manchester City. Dessen legendärem Torwart, Bert Trautmann, hat Regisseur Rosenmüller ein filmisches Denkmal gesetzt. Bei der NRW-Premiere in der Lichtburg wurde der Film gefeiert wie ein Sieg in der Champions League. Und Rosenmüller war glücklich: „Als Filmemacher will man seinen Film unbedingt mal in der Essener Lichtburg präsentieren. Das ist wie ein Ritterschlag. Ich spring bis zur Decke.“

Springen, fangen, werfen: Der Dreiklang hat viele Monate auch das Leben von Hauptdarsteller David Kross („Der Vorleser“) bestimmt, der sich mit „Trautmann“ einen Jugendtraum erfüllen konnte: einmal einen echten Fußballhelden spielen. Vier Monate habe er für die Rolle extra Torwart-Training bekommen, berichtet Kross in Essen. Doch Rosenmüllers Film erzählt nicht nur von einer außergewöhnlichen Sportlerkarriere, die den gebürtigen Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg trotz anfänglicher Hassattacken als Nazi-Keeper zum englischen Torhüter-Idol aufsteigen lässt , dem am Ende sogar die Queen einen Orden verleiht.

„Trautmann“ ist auch eine große Liebes- und Versöhnungsgeschichte. Und sie kommt in diesen unübersichtlichen Brexit-Tagen gerade recht, hofft Rosenmüller, der zehn Jahre lang für die Realisierung dieses Projekts gekämpft hat und den 2013 gestorbenen Bert Trautmann auch noch persönlich interviewen konnte.

Wie aus dem verhassten „Kraut“ ein Nationalidol wird, das nach der britischen Kriegsgefangenschaft ausgerechnet im Feindesland eine neue Heimat und seine große Liebe findet, das ist für Rosenmüller auch ein Fingerzeig in die Zukunft – für mehr Miteinander und die Überwindung von Hass und Vorurteilen. So zeichnet er seinen „Trautmann“ eben nicht als strahlenden Sportstar, sondern auch als ein Idol mit Schrammen und Brüchen.Trautmanns legendärer Einsatz beim Pokalfinale 1956, das er trotz gebrochenem Halswirbel zu Ende spielt, hat ihn unsterblich gemacht. Kommende Woche wird der Film in seiner Wahlheimat Manchester gezeigt.

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