Ermittlungen

U-Bahn-Schläger: Vielleicht noch mehr Jugendliche beteiligt

 Möglicherweise waren an der Schlägerei in der Essener U-Bahn noch mehr Jugendliche beteiligt.

 Möglicherweise waren an der Schlägerei in der Essener U-Bahn noch mehr Jugendliche beteiligt.

Foto: Polizei

Essen.  Polizei relativiert erste Darstellung. Womöglich gibt es zwei Tätergruppen und das Prügelopfer (20) ist in seiner Not auf die Gleise gesprungen.

Nach dem brutalen Angriff mehrerer Jugendlicher auf einen 20-Jährigen in der U-Bahn am Berliner Platz in der Essener Innenstadt sucht die Polizei weitere Zeugen. Denn durch intensive Ermittlungen sind der Behörde inzwischen Zweifel an der eigenen ersten Darstellung der Übergriffe vom 22. Juni gekommen. Womöglich waren noch mehr Jugendliche an der Attacke beteiligt.

Wie Polizeisprecherin Annika Koenig am Donnerstag sagte, sei inzwischen nicht mehr auszuschließen, dass der junge Mann auf seiner Flucht vor den Schlägern notgedrungen in das Gleisbett der Ruhrbahn gesprungen sei. Bislang hatte es immer geheißen, er sei von seinen Verfolgern in den Gefahrenbereich gestoßen und leicht verletzt worden. „Der 20-Jährige wurde schließlich auf die Gleise geschubst“, hieß es dazu wörtlich in einer ersten Meldung der Polizei, die am Montag eine Öffentlichkeitsfahndung samt Foto der Verdächtigen herausgab und sie dank zahlreicher Hinweise in weniger als 24 Stunden ermitteln konnte.

Es könnte sich auch um zwei Tätergruppen gehandelt haben

Als Hauptverdächtiger gilt nach wie vor ein 14-Jähriger, der von einigen Gleichaltrigen und einem 15-Jährigen begleitet wurde. Bei der Zahl der an der Attacke beteiligten Jugendlichen will sich die Polizei nicht exakt festlegen, da es sich nach neuesten Erkenntnissen möglicherweise um zwei Gruppen handelte, die auf den 20-Jährigen losgingen. Es sollen „mindestens sieben“ Beteiligte sein.

Es scheint einiges dafür zu sprechen, dass die Schläger eines ersten Trupps bereits die Flucht ergriffen hatten, als weitere Minderjährige das Opfer angriffen. Daher könnte es durchaus sein, dass der Kreis der mutmaßlichen Täter am Ende der Ermittlungen noch größer werde, so Koenig. Die bereits identifizierten Jugendlichen sind bislang allesamt polizeilich nicht einschlägig in Erscheinung getreten, sagte die Polizeisprecherin.

Um möglichst zweifelsfrei zu klären, ob der 20-Jährige in seiner Not in das Gleisbett gesprungen oder von seinen Angreifern hineingestoßen wurde, bittet die Polizei um Hinweise möglicher Zeugen unter der Rufnummer 0201/829-0.

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