Umfrage

Umfrage: Was interessiert Bürger in Essen-Steele wirklich?

| Lesedauer: 3 Minuten
Alfred Greifenberg (Initiativkreis City-Steele), Christian Rüttgers (FOM), Richard Röhrhoff (EMG) und Leon Finger (ICS) werben für die Online-Umfrage.

Alfred Greifenberg (Initiativkreis City-Steele), Christian Rüttgers (FOM), Richard Röhrhoff (EMG) und Leon Finger (ICS) werben für die Online-Umfrage.

Foto: André Hirtz / FUNKE Foto Services

Essen.  Essen-Steele kämpft um seinen Ruf, das Image leidet unter dem Konflikt um die „Steeler Jungs“. Doch was bewegt die Bürger? Und was nicht?

Steeles Zukunft gesucht! Unter diesem Motto hat die Essen Marketing Gesellschaft (EMG) gemeinsam mit der in Essen ansässigen FOM Hochschule eine Online-Umfrage gestartet. Die Befragung richtet sich allen voran an Bürger in Steele, aber auch an Besucher. Wie gefällt ihnen das Stadtteilzentrum? Was vermissen sie? Was sollte dringend verbessert werden? Diesen und anderen Fragen wollen die Initiatoren auf den Grund gehen.

Es geht um den Einzelhandel in Essen-Steele, aber auch um Sicherheit uns Sauberkeit

„Wir glauben, dass unsere Mittelzentren zukunftsfähig sind“, sagt EMG-Chef Richard Röhrhoff. Denn die Corona-Pandemie und der Online-Handel hätten dort „noch nicht so zugeschlagen“ wie in der Innenstadt. Deshalb wolle man „vor die Lage kommen“, wie es Röhrhoff formuliert, wolle wissen, was die interessiert und bewegt.

Die Umfrage zielt jedoch nicht nur auf den Einzelhandel, gefragt wird auch nach Sicherheit, Sauberkeit, nach der Erreichbarkeit und nach dem Image des Stadtteils Steele, der gleichzeitig Mittelpunkt für eine ganze Reihe von Wohn-Stadtteilen im Essener Osten ist. Eine vergleichbare Befragung hatten EMG und FOM bereits im vergangenen Jahr in Borbeck durchgeführt.

Für negative Schlagzeilen sorgte in Steele zuletzt das Aus des Elektroniksupermarktes Saturn im Globus Center. „Saturn ist weg. Aber man stört sich nicht daran“, berichtete nun Alfred Greifenberg, Geschäftsführer des Initiativkreises City Steele. Ein alteingesessener Elektronikhändler habe den Verlust mehr als nur aufgefangen. Überhaupt gebe es nur wenige Leerstände.

Der Konflikt um die „Steeler Jungs“ hat sich immer weiter hochgeschaukelt

Schwerer lasten auf dem Image des Stadtteils die wiederkehrenden „Stadtspaziergänge“ der „Steeler Jungs“ und die Reaktion darauf. Hinter den „Steeler Jungs“ verbergen sich Althooligans aus dem Umfeld von Rot-Weiss Essen, Anhänger der politisch rechten Szene und deren Mitläufer. Seit der Flüchtlingskrise gehen sie regelmäßig auf die Straße, verzichten aber auf Transparente oder Parolen. Ihnen entgegen stellt sich „Steele bleibt bunt“, ein Bündnis, in dem sich Bürger, Mitglieder der evangelischen Kirchengemeinde und Gruppen aus dem politisch linken Spektrum zusammenfinden. Längst hat sich der Konflikt hochgeschaukelt.

Alfred Greifswald bedauert, dass diese Auseinandersetzung immer wieder die Schlagzeilen beherrscht. Aus seiner Meinung macht der Funktionär des Initiativkreises keinen Hehl: „Wir brauchen beide nicht.“

Die Online-Befragung unter Bürgern in Essen-Steele soll in konkrete Vorschläge münden

Die Fragen seien bewusst offen formuliert, auch die nach dem Image, betont Professor Christian Rüttgers von der FOM. „Wir wollen da neutral rangehen“, so der Wissenschaftler. EMG-Chef Richard Röhrhoff sekundiert: „Man kann sich auch die Frage stellen, ob das Thema nicht überhöht ist.“ Wer sich an der Online-Umfrage beteiligt, wird sich möglicherweise auch dazu äußern.

Die Ergebnisse sollen in konkrete Vorschläge münden, die möglichst schnell umgesetzt werden, so Röhrhöff. In Borbeck, wo sich mehr als 1000 Bürger an der Befragung beteiligten, sei dies beispielsweise beim Thema Stadtgrün gelungen. Im Idealfall lässt sich herausarbeiten, was Steele zu einem besonderen Mittelzentrum macht, um diese Qualitäten zu stärken. Wobei die Stadt nicht alles in der eigenen Hand. Für saubere Straßen und gepflegte Grünflächen kann die Stadtverwaltung sorgen. Welches Geschäft wo öffnet, liegt nicht in ihrer Hand.

Die Online-Umfrage läuft bis Anfang November. Anfang kommenden Jahres wollen EMG und FOM die Ergebnisse der Öffentlichkeit vorstellen.

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