Welterbe

Umweltministerin entdeckt Zollvereins grüne Seite

Hans-Peter Noll, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Zollverein, und Constanze Schweizer (M.), Geschäftsführerin der Sapor GmbH, bringen Umweltministerin Ursula Heinen-Esser das Geschäft mit Bio-Seife näher.

Hans-Peter Noll, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Zollverein, und Constanze Schweizer (M.), Geschäftsführerin der Sapor GmbH, bringen Umweltministerin Ursula Heinen-Esser das Geschäft mit Bio-Seife näher.

Foto: Foto: Socrates TassoS

Essen.  Umweltministerin Ursula Heinen-Esser war zu Besuch auf Zollverein, wo man sich mit Kohle die Hände waschen kann.

Es sieht aus wie ein Stück Kohle. Wer es anfasst, macht sich aber nicht die Hände schmutzig. Im Gegenteil. Denn es handelt sich um ein Stück Seife. Die Kohle zum Händewaschen zählt zu den Verkaufsschlagern von Constanze Schweizer, der Geschäftsführerin der Sapor GmbH auf Zollverein. Besuch gab’s dort jetzt von NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser.

Kohle auf Zollverein, das war einmal. Die Kohlen-Seife, die Constanze Schweizer in ihrem Shop auf dem Kokerei-Gelände anbietet, ist eine Reminiszenz an vergangene Zeiten und ein beliebtes Mitbringsel. Spezialisiert ist das Start up, das Räume im Kammgebäude nutzt, auf Seifenspender für feste Bio-Seife. Weil Touristen ihr förmlich die Bude einrennen, hat Constanze Schweizer den kleinen liebevoll gestalteten Laden aufgemacht.

Im Schaufenster für Innovationen ist noch Platz

Ihr Start-up-Unternehmen steht symbolisch für den Veränderungsprozess auf Zollverein. Denn zur ehemaligen Kokerei gehört nicht nur eine schwarze Seite, auf der früher Kohle zu Koks veredelt wurde, und eine weiße, auf der das Kokereigas aufgearbeitet wurde und sich niemand die Hände schmutzig machen musste. Das Welterbe hat auch eine grüne Seite, und deshalb war die Ministerin da.

Grün ist angesagt. Auch das Welterbe möchte sich so präsentieren. Zollverein diene als „Schaufenster und Versuchsfeld für neue, innovative und nachhaltige Technologien“, befand Heinen-Esser. Auch wenn aus dem Euref-Campus, der sich genau darauf spezialisieren wollte, nichts geworden ist. Im Schaufenster gibt’s noch Platz.

Zollverein ist ein Lebensraum für Insekten und Pflanzen

Aber Grün hat ja viele Variationen. Dass sie auf Zollverein 150 Kilogramm Bienenhonig ernten, hat die Ministerin jedenfalls nicht erwartet. Ja, Zollverein ist längst zum Lebensraum für Insekten und Pflanzen geworden. 100 verschiedene Flechtenarten wachsen auf dem weitläufigen Gelände und stellen unter Beweis, dass die Luft im Ruhrgebiet besser ist als ihr Ruf. Zollverein ist ein Park auch für Erholungssuchende. Auf der Rundfahrt mit dem E-Bus übers Gelände konnte sich der Gast auch davon selbst ein Bild machen. Es war der erste Besuch der Ministerin auf Zollverein.

„Toll, was sie hier alles haben“, fand Ursula Heinen-Esser und nahm als Abschiedspräsent einen Bio-Seifenspender mit nach Düsseldorf fürs Ministerium.

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