Lebensmittelskandal

Uniklinikum Essen stampfte Abendessen mit Wilke-Wurst ein

Haupteingang Universitätsklinikum Essen am Donnerstag den 06.12.2018 an der Hufelandstraße. Foto: Kerstin Kokoska/ FUNKE Foto Services

Haupteingang Universitätsklinikum Essen am Donnerstag den 06.12.2018 an der Hufelandstraße. Foto: Kerstin Kokoska/ FUNKE Foto Services

Foto: Kerstin Kokoska / FUNKE Foto Services

Essen.  Über Jahre gab die Uniklinik bei Patienten-Abendessen Wurst der Firma Wilke aus, die nach Todesfällen in der Kritik steht. Auch Uni betroffen.

Die mittlerweile geschlossene Wurstfabrik Wilke war jahrelang auch Lieferant im Uniklinikum Essen und wurde - wie erst jetzt bekannt wurde - am 2. Oktober Knall auf Fall ausgelistet. Das bestätigte ein Sprecher des Uniklinikums. Nach Bekanntwerden des Skandals um gefährliche Keime in den Wurstwaren seien demnach noch am Abend des 2. Oktober alle bereits fertig zubereiteten Abendessen eingestampft und durch das für den nächsten Morgen vorgesehene Frühstück ersetzt worden. Am nächsten Morgen sei dann ein weiteres Frühstück serviert worden. Ungefähr 1000 Patienten waren betroffen.

Erkrankungen der Patienten, die auf die Wurst zurückzuführen wären, habe es keine gegeben

„Unserer Caterer war bei Wilke Kunde“, sagte Uniklinikum-Sprecher Thorsten Schabelon. Auffälligkeiten, etwa Erkrankungen von Patienten, habe es aber während der gesamten Geschäftsbeziehung keine gegeben. „Die Wurst ist immer wieder zertifiziert worden.“ Dass man am vergangenen Mittwoch sofort reagierte und das bereits fertige Abendessen vernichtete, sei eine reine Vorsichtsmaßnahme gewesen. „Wir hatten keine Wurst aus der Marge, die für die Todesfälle verantwortlich sein soll“, so Schabelon. Die noch vorhandenen Wurstwaren von Wilke wurden dennoch entsorgt, die Geschäftsbeziehung sei beendet.

Auch die Universität Duisburg-Essen – genauer gesagt das Studierendenwerk – ist mit Wurstwaren der Firma Wilke beliefert worden. „Über einen Zwischenhändler haben wir rohen Schinken von Wilke bezogen, der für belegte Brötchen vorgesehen war“, sagt Johanne Peito-Höltgen, Sprecherin des Studierendenwerks. Es habe sich um zwölf Kilo Schinken gehandelt. Eine Menge, die ausreiche, um 260 Brötchen zu belegen. „In etwa der Bedarf für eine Woche.“ Das Studierendenwerk habe diese Lieferung jedoch sofort nach der Warnung durch den Lieferanten am 2. Oktober aus dem Verkehr gezogen. „Studierende haben davon nicht gegessen“, betont die Sprecherin.

Vor dem Skandal wurde die Uni Duisburg-Essen mit Blutwurst von Wilke beliefert

Das Studierendenwerk der Uni Duisburg-Essen kümmert sich nicht nur um die Bewirtung in den Uni-Cafeterien, sondern auch um die Cafeterien der Hochschule Ruhr West in Mülheim und der Folkwang-Universität der Künste auf Zollverein.

Vor Bekanntwerden des Wurst-Skandals sei das Studierendenwerk mit Blutwurst von Wilke beliefert worden: eine Menge, die für 60 belegte Brote fürs Oktoberfest gereicht habe. Johanne Peito-Höltgen: „Es gab aber keine Auffälligkeiten.“ Das Studierendenwerk sei zeitnah vom Lieferanten informiert worden und habe laufend in Kontakt mit der Überwachungsbehörde gestanden, dem Lebensmittelamt der Stadt Essen.

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