Zerstörungswut

Vandalismus: Kameras an Essener Gaststätte Lukas geplant

Der ehemalige Bahnhof Kupferdreh steht unter Denkmalschutz und beherbergt die Gastronomie Lukas. Auf dem Gelände haben Unbekannte Spielgeräte beschädigt.

Der ehemalige Bahnhof Kupferdreh steht unter Denkmalschutz und beherbergt die Gastronomie Lukas. Auf dem Gelände haben Unbekannte Spielgeräte beschädigt.

Foto: Daniel Schreckenberg / WAZ FotoPool

Essen-Kupferdreh.  Unbekannte haben am kulinarischen Bahnhof Lukas in Essen-Kupferdreh zugeschlagen. Vandalismus beschäftigt Bürger und Politik weiter.

Beim anstehenden Treffen mit dem Oberbürgermeister werden die Mitglieder der Kupferdreher Bürgerschaft auch über Videoüberwachung sprechen. Grund dafür ist der Vandalismus im Stadtteil. Und der hat nun erstmals die Gaststätte Lukas getroffen. Inhaber André Krämer geht daher bereits einen Schritt weiter. Er will Kameras installieren. Die CDU Kupferdreh/Byfang lädt Bürger wiederum ein zum Gespräch über „Sicherheit, Ordnung und Sauberkeit“.

Auf dem Gelände des historischen Bahnhofs, der lange schon Gaststätte und beliebtes Ausflugsziel nahe des Baldeneysees ist, haben die Täter laut André Krämer in der Nacht zum 14. Januar zugeschlagen. Unbekannte hätten das Sprungtuch und Sicherheitsnetz des noch recht neuen Trampolins aufgerissen, eine Schaukel abgerissen, das Holztor aus den Angeln gehoben und Blumentöpfe zerstört, zählt er die Schäden auf.

Bei Kameras im öffentlichen Raum gibt es rechtliche Fragen

„Ich habe Anzeige erstattet und einen Termin mit dem Elektriker gemacht“, sagt der Gastronom, der den Handwerker mit der Videoüberwachung am Lukas beauftragen möchte. Mit Blick auf das Graffiti-Problem im Stadtteil, das den neuen Bahnhof besonders heftig und zuletzt auch die neue Kampmannbrücke getroffen hat, könne es mit dem Wunsch nach Kameras etwas schwieriger werden – immerhin handelt es sich dort um öffentlichen Raum.

Thema soll diese Idee der Videoüberwachung aber durchaus sein, wenn Vertreter der Bürgerschaft Kupferdreh Anfang Februar mit Oberbürgermeister Thomas Kufen über die Missstände im Stadtteil diskutieren. Wegen der Probleme mit immer wieder beschmierten Wänden und Denkmälern, zugeklebten Verkehrsschildern oder zerstörten Spielplätzen haben Vertreter der Bürgerschaft eigens eine AG gegen Vandalismus gegründet. Dazu gehören Mitglieder Kupferdreher Vereine.

Bürgerschaft Kupferdreh schreibt an Oberbürgermeister

„Viele Kupferdreher Bürger wollen nicht länger zusehen, wenn unser Ortsteil immer mehr verunstaltet wird durch graffitiähnliche Schmierereien, Müllablagerungen und anderen Vandalismus“, heißt es nun in einem Brief an Thomas Kufen. Darin sind auch Ideen zusammengefasst wie „Mängel-App“ oder eine „Einsatz-Truppe“, die die Legitimation erhält, die Beschädigungen zu entfernen. Es geht um Prävention durch städtische Sozialarbeiter, den Aufruf zur Zivilcourage, Kontrolle neuralgischer Punkte durch einen Sicherheitsdienst sowie um Bewegungsmelder und Kameras.

Der Kupferdreher Busbahnhof oder die nagelneue Kampmannbrücke, allesamt millionenteuer und jüngst fertiggestellt, sind schon von Graffiti-Schmierereien übersät, formuliert CDU-Ratsherr Dirk Kalweit seinen Unmut und lädt Kupferdreher zum Gespräch am 28. Januar ein. Es verfestige sich zum Leidwesen vieler Bürger der Eindruck, dass sich in den zurückliegenden Monaten die Schmierfinken im Stadtteil Kupferdreh die Klinke in die Hand gäben und sich rechtswidrig richtig austobten.

Schmierereien auch an privaten Geländen und Häusern

„Wir müssen rechtlich prüfen, welche Möglichkeiten für Videobeobachtung in Frage kommen“, sagt Dirk Kalweit. Die Graffitischmierereien finde man nicht nur an öffentlichen Orten wie am Bahnhof, in Parks und auf Brücken, sondern vermehrt auch auf privaten Geländen oder an privaten Häusern, beklagt er.

„Um bei den Straftaten und Schmierereien gegenzusteuern, wollen wir die besprühten Flächen schnellstmöglich übermalen, um alles wieder in den Originalzustand zu bringen“, sagt Kalweit, der zudem vermehrte Streifenfahrten der Polizei für eine wirksame Maßnahme in der aktuellen Situation hält.

Blickt Gastronom André Krämer auf die vergangenen 20 Jahre im Lukas, habe es bislang eine eingeworfene Scheibe gegeben. Nach dem Vandalismus auf dem Spielplatz, habe er kaum Hoffnung, dass die Täter noch gefasst würden. Er hofft aber mit Hilfe der Kameras auf eine abschreckende Wirkung.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben