Volkshochschule

VHS Essen: „Bürger wappnen sich gegen aggressives Klima“

Michael Imberg, Direktor der VHS Essen, Heike Reintanz-Vanselow, stellvertretende Direktorin der VHS Essen, Stephan Rinke, Leiter pädagogischer Bereich & Stabsstelle Digitalisierung/Erweiterte Lernwelten.

Michael Imberg, Direktor der VHS Essen, Heike Reintanz-Vanselow, stellvertretende Direktorin der VHS Essen, Stephan Rinke, Leiter pädagogischer Bereich & Stabsstelle Digitalisierung/Erweiterte Lernwelten.

Foto: Volker Hartmann / VHS Essen

Essen.  Viele Bürger wollen professionell Konflikte lösen oder fit werden gegen Stress: Das neue Programm der VHS Essen bildet ab, was Menschen bewegt.

Viele Essener Bürger wappnen sich zunehmend gegen ein gesellschaftliches Klima, das immer stärker von Aggression geprägt wird. „Wir merken das bei den Anmeldezahlen zu bestimmten Kursen“, berichtete VHS-Direktor Michael Imberg am Donnerstag bei der Vorstellung des neuen Semesterprogramms der Essener Volkshochschule. Das neue Semester beginnt im Februar 2020. Das Programm mit allen 770 Kursen und 142 Einzelveranstaltungen liegt bereits ab sofort öffentlich aus.

Programm liegt ab sofort öffentlich aus

„Unser Mediations-Angebot erfreut sich wachsender Beliebtheit“, berichtet Imberg. Bürger lassen sich in umfangreichen Fortbildungen, deren Dauer sich fast über ein gesamtes Kalenderjahr erstreckt, zu Mediatoren ausbilden. Mediation ist ein gesetzlich anerkanntes Verfahren, um Konflikte beizulegen – egal, ob beruflicher oder privater Art. Die Mediation soll auch die Gerichte entlasten. „Wir leben in einer Welt, in der es immer stärker darum geht, Recht zu behalten, statt sich zu verständigen“, ergänzt VHS-Sprecher Nikolaos Georgakis. Dass die aufwändige, gesetzlich geregelte Ausbildung zum zertifizierten Mediatoren auch durchaus kostenaufwendig ist, schreckt dabei viele Bürger nicht ab, die sich künftig als Mediatoren engagieren möchten.

Menschen suchen Auswege aus dem Stress

Auch in anderen Kursbereichen stellt die VHS fest, dass ein raueres Gesellschaftsklima zu Reaktionen bei der Kurswahl führt: „Resilienz ist ein großes Thema“, sagt Heike Reintanz-Vanselow, die stellvertretende Direktorin der Volkshochschule. „Resilienz“ ist die psychische Widerstandskraft eines Menschen; Seminare wie „Stress reduzieren, Balance finden“ oder „Stark gegen Stress und Burnout“ seien ausgesprochen populär – und können übrigens als Bildungsurlaub geltend gemacht werden, auf den Arbeitnehmer einen gesetzlich verbrieften Anspruch haben.

Dass Smartphones und digitaler Medienkonsum ebenfalls Stress machen und das Hirn unnötig belasten, wird die Autorin Maren Urner ausführlich erläutern: Die Verfasserin des Buches „Schluss mit dem täglichen Weltuntergang – wie wir uns gegen die digitale Vermüllung unserer Gehirne wehren“ liest am Mittwoch, 19. Februar, in der VHS.

Neu: Zehn-Finger-Schreibkurs am PC für Jugendliche

Apropos Smartphones: Nicht nur bei der VHS haben findige Leute festgestellt, dass Jugendliche häufig den Umgang mit Computer-Tastaturen kaum noch gewohnt sind. Das liegt am ständigen Tippen auf dem eigenen Handy und an der wachsenden Popularität von Spracherkennungs-Systemen in Smartphones. „Erstmals bieten wir einen Zehn-Finger-Tastschreiben-Kurs für junge Leute an“, berichtet Michael Imberg. Denn der souveräne Umgang mit der PC-Tastatur sei heute und in Zukunft durchaus als solide Grundlage für das Bestehen im Beruf zu verstehen. Entsprechend richtet sich der 10-Finger-Kurs an Kinder und Jugendliche zwischen elf und 17 Jahren. Der Kurs findet wahlweise in den Oster- oder Sommerferien statt.

Das komplette Semesterprogramm: www.vhs-essen.de

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