Telekommunikation

Vodafone zieht sich vollständig aus Essen zurück

Das Verwaltungsgebäude der Firma Vodafone in der  Rellinghauser Straße in Essen. Foto Remo Bodo Tietz / WAZ FotoPool

Das Verwaltungsgebäude der Firma Vodafone in der Rellinghauser Straße in Essen. Foto Remo Bodo Tietz / WAZ FotoPool

Foto: WAZ FotoPool

Essen.  Vodafone gibt den Standort Essen ganz auf. Bis zum Frühjahr werden 150 Mitarbeiter von der Rellinghauser Straße nach Düsseldorf oder Ratingen versetzt. Die IG Metall reagiert besorgt und schließt nicht aus, dass IT-Aufgaben in Zukunft auch ins Ausland verlagert werden könnten.

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Der Kahlschlag von Vodafone in Essen geht weiter: Der Telekommunikationskonzern zieht sich vollständig aus der Stadt zurück. Nach Informationen der IG Metall wird der Standort an der Rellinghauser Straße zum 31. März kommenden Jahres geschlossen. Die 120 betroffenen Mitarbeiter in der IT werden nach Düsseldorf in die neue Konzernzentrale versetzt, 30 Vodafone-Mitarbeiter aus der Kundenbetreuung wechseln großteils nach Ratingen. Damit setzt Vodafone einen Schlusspunkt unter die Pläne, den ehemaligen Arcor-Standort Essen aufzugeben.

Ob der Umzug, wie von der IG Metall genannt, Ende März sein wird, wollte ein Vodafone-Sprecher nicht bestätigen. Der Umzug der einzelnen Abteilungen in den neu entstehenden Campus beginne Anfang Februar 2013 und werde dann schnellstens vollzogen.

IG Metall: Stimmung ist auf dem Nullpunkt

Erst in diesem Frühjahr hatte Vodafone sein Kundencenter an der Rellinghauser Straße an den Dienstleister Arvarto ausgegliedert. Von den damals 550 Mitarbeitern wechselten nur wenige zu der Bertelsmann-Tochter. Laut Arvarto waren es im August noch 150 Beschäftigte. Nach Schätzungen der IG Metall Essen dürften es mittlerweile noch weniger geworden sein. Die Gewerkschaften warfen Arvarto und Vodafone in der Folge vor, dass die Mitarbeiter nach dem Outsourcing in den Kundencentern an der Belastungsgrenze arbeiten würden und die Qualität des Kundenmanagements leide.

Auch wenn die noch verbliebenen 150 Essener Vodafone-Mitarbeiter momentan nur einen Arbeitsplatz-Wechsel in die Zentrale nach Düsseldorf vor sich haben, warnt Alfons Rüther von der IG Metall Essen: „Es ist ein Wechsel mit ungewisser Zukunft“. Rüther schließt nicht aus, dass IT-Aufgaben in Zukunft auch ins Ausland verlagert werden könnten. „Noch soll es Arbeit für die ITler geben. Doch deren Aufgaben sind nicht an den Standort Deutschland gebunden“, so Rüther.

Unstrukturierten Personalabbauprozess

Der Gewerkschafter wirft dem Kommunikationskonzern einen unstrukturierten Personalabbauprozess vor, der „hochgradig gefährlich“ sei. „Die Stimmung in der Belegschaft ist nahe null“ , weiß Rüther. Gleiches bestätigten auch Mitarbeiter dieser Zeitung. Doch mit dem wachsenden Verdruss der Beschäftigten und Kunden gefährde der Konzern letztlich sein Geschäft, warnt die Gewerkschaft.

Vodafone dagegen spricht von sicheren Arbeitsplätzen, die die Essener in Düsseldorf erwarten. Die Ankündigung, in die Landeshauptstadt an den modernen Campus zu ziehen, habe bei den Essener Mitarbeitern „große Begeisterung ausgelöst“, so der Sprecher.

Größeren Umstrukturierung

Die Schließung des Essener Standortes ist Bestandteil einer größeren Umstrukturierung des Vodafone-Konzerns. So sollen rund 300 Mitarbeiter aus dem hessischen Eschborn ebenfalls zum 1. April kommenden Jahres in die Düsseldorfer Zentrale wechseln.

Die IG Metall befürchtet, dass Vodafone große Teile der IT ausgliedern könnte und weiter Personal beim Festnetzbetrieb (einst Arcor) abbaut. Metaller Alfons Rüther forderte daher das Management auf, den Beschäftigten eine Arbeitsplatz-Perspektive mit mehr Sicherheit zu geben.

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