Ausbildung

Während der Ausbildung werden aus Metal-Freaks Metallbauer

Ausbildungsleiter Frank Hamplewski (l.) zeigt den vier Auszubildenen Marcel Svoboda, Sven Jacobs, Maro Thelen und Aku Mea (v. l.) ein Werkstück.

Ausbildungsleiter Frank Hamplewski (l.) zeigt den vier Auszubildenen Marcel Svoboda, Sven Jacobs, Maro Thelen und Aku Mea (v. l.) ein Werkstück.

Foto: Christof Koepsel

Essen.   Der regionale Ausbildungskonsens wirbt für Ausbildungen in der Industrie und im Handwerk. Ein Besuch beim Essener Betrieb Schiller Apparatebau.

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Sich für den Beruf eines Metallbauers zu interessieren, dafür gibt es sicherlich die unterschiedlichsten Gründe. Der Grund, der Maro Thelen dazu bewegte, eine Ausbildung in diesem Beruf anzufangen: „Ich habe schon immer gerne Heavy-Metal-Musik gehört“, stellt der 19-Jährige fest. „Da lag es für mich nahe, auch beruflich mit Metall zu arbeiten.“ Seit Anfang des Monats lernt er nun bei Schiller Apparatebau den Job, zu dem ihm Kreator & Co. inspiriert haben. Der Altenessener Betrieb war der Abschluss der Ausbildungstour „Gemeinsam für die Ausbildung werben“.

Sechs Betriebe hat der regionale Ausbildungskonsens, bestehend aus den Arbeitsagenturen und Job-Centern, dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB), den Kreishandwerkerschaften und der Industrie- und Handelskammer IHK), in Mülheim, Oberhausen und Essen besucht – in jeder Stadt jeweils einen Industrie- und einen Handwerksbetrieb.

„Wir leben in einer Dienstleistungsgesellschaft“, stellt Andrea Demler, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit fest. „Dementsprechend beliebt sind Berufe aus diesem Sektor bei den Jugendlichen.“ Dabei böten gerade Handwerksbetriebe ihren Azubis gute Perspektiven, sagt sie.

Ausbildung im Handwerk

Andreas Schröder, Gesellschaftsführender Gesellschafter bei „Schiller Apparatebau“, kann das bestätigen: Er berichtet von einem ehemaligen Azubi, der sein Deutsch- und Englischstudium abgebrochen hatte, bevor er in die Firma kam, um Metallbauer zu lernen. „Er hat seine Ausbildung mit Bravour bestanden“, so Schröder. „Jetzt hängt er noch die Meisterschule dran.“

Insgesamt beschäftigt Schiller momentan vier Azubis, davon haben drei gerade das erste Lehrjahr begonnen, der vierte ist im dritten Lehrjahr.

Praktikum hilft

„Handwerkliches Geschick und der Wille sowie die Fähigkeit zum Zupacken“ seien wichtige Voraussetzungen, um beim Altenessener Unternehmen eine Ausbildung beginnen zu können, erläutert der Ausbildungsleiter Frank Hemplewski. „Zudem schauen wir uns die jungen Leute genau an und achten darauf, dass sie zu uns passen.“

Eine Einführungs-Qualifizierung (EQ), ein von der Agentur für Arbeit gefördertes mehrmonatiges Praktikum, hilft dabei. „Die EQ wird zur Ausbildung angerechnet, man verliert keine Zeit“, so Andrea Demler. Auch Maro Thelen nutzte die Gelegenheit und schnupperte sechs Monate in die Werkstatt von Schiller Apparatebau hinein, bevor der Metal-Fan feststellte: „Das ist genau mein Ding.“ Zwölf Monate dauerte die EQ von Aku Mea: Vor drei Jahren ist er als Flüchtling aus Ghana nach Deutschland gekommen. Nun bekommt der 19-Jährige eine berufliche Perspektive als Metallbauer-Azubi. „Er hat unglaubliches handwerkliches Talent“, lobt Hemplewski.

Doch nicht jeder nutzt seine Chance: „Von drei Azubis bringt meist nur einer seine Ausbildung erfolgreich zu Ende“, so Schröder.

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