Verkehr

Neuer Streik: Kein Bus und Bahn am Montag – womöglich länger

Nichts geht, wenn Verdi zum Streik aufruft: Eine Szene der letzten Arbeitsniederlegung an der Gemarkenstraße in Holsterhausen.

Nichts geht, wenn Verdi zum Streik aufruft: Eine Szene der letzten Arbeitsniederlegung an der Gemarkenstraße in Holsterhausen.

Foto: Kerstin Kokoska / FUNKE Foto Services

Essen/Mülheim.  Verdi kündigt die nächsten Streiks bei der Ruhrbahn an – am Montag, 19. Oktober, fahren weder Bus noch Bahn, womöglich auch am Dienstag.

Sämtliche Busse und Bahnen in Essen und Mülheim stehen am Montag, 19. Oktober, wieder still. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten der Ruhrbahn zu einem erneuten Warnstreik aufgerufen. Falls die laufenden Tarifverhandlungen in Berlin am Wochenende ergebnislos enden, wird der Streik in Essen und Mülheim ausgeweitet auf Dienstag, 20. Oktober.

Die Ruhrbahn hatte bereits zuvor angekündigt, dass ihre Mitarbeiter sowohl am Montag als auch am Dienstag die Arbeit niederlegen werden. Diese Nachricht bestätigte Verdi-Geschäftsführerin Henrike Eickholt ausdrücklich nicht: „Am jetzigen Freitagmittag steht zunächst nur fest, dass am Montag gestreikt wird.“

Kundencenter bleiben geschlossen

„Die Kolleginnen und Kollegen fahren an 365 Tagen im Jahr Menschen an ihr Ziel, doch die Arbeit wird immer mehr zur Belastung. Trotz Arbeitsverdichtungen durch das steigende Verkehrsaufkommen und daraus resultierend konstant hohen Krankenzahlen kommen die Arbeitgeber bisher nicht auf uns zu“, erklärte Peter Büddicker, Landesfachbereichsleiter Verkehr in NRW.

Es ist die dritte Arbeitsniederlegung von Mitarbeitern der Ruhrbahn in diesem Herbst. Bereits Ende September und Mitte Oktober hatten Busse und Bahnen der Ruhrbahn von morgens bis abends komplett stillgestanden. Es gibt wachsende Kritik an der Streik-Strategie der Gewerkschaft Verdi, die Bürger trotz der steigenden Corona-Belastung mit den Arbeitsniederlegungen zusätzlichem Stress auszusetzen.

„Wir verstehen die Kritik“, räumt die Verdi-Geschäftsführerin ein

„Wir verstehen die Kritik“, räumt Henrike Eickholt ein, die Geschäftsführerin des Verdi-Bezirkes Ruhr-West. „Wir wollen die Bürger nicht schädigen, doch besonders im Nahverkehr ist die Lage ernst, und es geht um eine ganze Menge.“ Der chronisch hohe Krankheitsstand unter Bus- und Bahnfahrern sowie die anhaltende Suche nach geeignetem Personal seitens der Nahverkehrsunternehmen spreche Bände.

„Wir müssen jetzt etwas tun, damit Menschen auch in Zukunft mit dem ÖPNV an ihr Ziel kommen“, sagt Peter Büddicker.

Die Verhandlungen werden am 6. und 7. November 2020 fortgesetzt. Während des Streiks bleiben auch die Ruhrbahn-Kundencenter (Hauptbahnhof, Kettwiger Straße) geschlossen. Die Ruhrbahn weist darauf hin, dass Regional- und S-Bahnen vom Streik nicht betroffen sind.

Die letzten Arbeitsniederlegungen in der laufenden Tarifauseinandersetzung führten zu kompletten Lahmlegungen des öffentlichen Nahverkehrs Ende September und Mitte Oktober.

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