Wildunfälle

Wildunfälle: Essener Anwohner will Tempo 30 und Kontrollen

Der Gehweg sei schmal, die Autos seien oftmals zu schnell unterwegs: Hans Weckmüller beklagt die gefährliche Situation und regelmäßige Wildunfälle auf der Straße Deipenbecktal in Überruhr.

Der Gehweg sei schmal, die Autos seien oftmals zu schnell unterwegs: Hans Weckmüller beklagt die gefährliche Situation und regelmäßige Wildunfälle auf der Straße Deipenbecktal in Überruhr.

Foto: Carsten Klein / FUNKE Foto Services

Essen-Überruhr.  Zwei Wildunfälle in wenigen Tagen und ständige Tempo-Überschreitungen: Anwohner aus Überruhr fordert Abhilfe von der Stadt – nicht erstmals.

Allein zwei Wildunfälle innerhalb von wenigen Tagen sind für Hans Weckmüller Grund genug, sich an den Oberbürgermeister zu wenden. Denn das seien nur die jüngsten Zusammenstöße an der Straße Deipenbecktal in Überruhr, die nach Burgaltendorf führt. Dort gilt Tempo 50: „Vor allem im Berufsverkehr Geschwindigkeiten von 70 bis 80 km/h sind die Regel und Spitzen von mehr als 100 km/h nicht selten“, beschreibt der Anwohner und sieht in der Situation auch eine Gefahr für Passanten. „Und wie viele Tiere müssen noch sterben, bis die Stadt reagiert“, fragt er.

Es sei kein schöner Anblick, die toten Rehe vor der Haustür liegen zu haben, sagt Hans Weckmüller. Die kämen aus dem Wald und gelangten über die Grundstücke auf die Straße. Selbst wenn sich die Autofahrer an das vorgegebene Tempo halten würden, hätten sie keine Chance. Daher fordert der 64-Jährige, der selbst städtischer Mitarbeiter in Bochum gewesen ist, bereits seit Jahren von der Stadt Essen, die Geschwindigkeit anzupassen. Er hat jetzt an Thomas Kufen geschrieben, die Problematik aber auch schon dessen Vorgängern geschildert – getan habe sich bislang nichts.

Fußgänger könnten auf dem Gehweg zu Schaden kommen

Dabei geht es dem Überruhrer nicht allein um die toten Tiere und deren Anblick („auch wenn das wirklich nicht schön ist“). „Muss wirklich erst ein Fußgänger auf dem Gehweg durch ein ausweichendes Fahrzeug zu Schaden kommen, bevor Politik und Verwaltung reagieren und solche Vorfälle zur Kenntnis nehmen und handeln“, fragt er.

Zuletzt habe nicht nur der Kadaver des Rehs beseitigt werden müssen, für die betroffene Autofahrerin sei auch ein Rettungswagen vor Ort gewesen – sie habe offenbar unter Schock gestanden. Schlimmstenfalls könnten die Fahrer auch von der Fahrbahn abkommen und verunglücken. Ihm selbst hätten bereits Lkw im Vorbeifahren den Schirm aus der Hand gerissen, so eng sei es auf dem Abschnitt.

Straße liegt außerhalb geschlossener Ortschaften

Auch mit Blick auf die Kinder wie die fünfjährige Tochter des Nachbarn oder seine Enkel („wir lassen sie keine Sekunde allein vor die Tür“) hat Hans Weckmüller daher kein Verständnis für das fehlende Interesse: „Es geht doch um die allgemeine Sicherheit.“ Warum würden Vorschläge wie etwa eine feste Radarkontrolle nicht geprüft, „in anderen Städten gibt es diese doch auch“. Er möchte sich nicht damit abfinden, dass seine Wohnlage außerhalb geschlossener Ortschaften das Argument sein soll, dass an der Geschwindigkeit nicht zu rütteln sei. Die bereits angebrachten Wildreflektoren am Straßenrand, die die Tiere abschrecken sollen, hätten keine Besserung gebracht.

Allein eine positive Reaktion auf sein Schreiben, das er auch ans Polizeipräsidium geschickt habe, habe es gegeben: „Wenige Tage später kontrollierten die Beamten das Tempo hier“, berichtet er und überlegt nun, sich an die Ortspolitiker zu wenden. Denn bislang habe es nicht einmal einen Termin vor Ort gegeben. An die Stadt wendet er sich „mit der nochmaligen Bitte, schnellstmöglich die Raserei auf der Straße Deipenbecktal zu unterbinden und regelmäßige Geschwindigkeitskontrollen durchzuführen“.

Im Rathaus liege die Anfrage derzeit im Geschäftsbereich Umwelt vor und werde bearbeitet, bestätigt Stadtsprecher Patrick Opierzynski. Eine Antwort solle zeitnah erfolgen.

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