Tödlicher Polizeieinsatz

Wut auf die Ermittler: Adel B.s Freunde planen erneute Demo

Durch diese Haustür an der Drügeshofstraße in Altendorf wurde der 32-jährige Adel B. am 18. Juni von einem Polizisten erschossen. Drei Monate später stellte die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen wegen des Verdachts des Totschlags ein: Man geht von einem Fall von Notwehr aus.

Durch diese Haustür an der Drügeshofstraße in Altendorf wurde der 32-jährige Adel B. am 18. Juni von einem Polizisten erschossen. Drei Monate später stellte die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen wegen des Verdachts des Totschlags ein: Man geht von einem Fall von Notwehr aus.

Foto: Foto: BC

Essen.  Dass das Verfahren gegen den Schützen eingestellt wird, empört die Freunde des erschossenen Altendorfers Adel B.. Sie planen erneut eine Demo.

Ihr Freund ist tot, aber der Schütze bleibt unbehelligt: Diese Entscheidung der Staatsanwaltschaft ist von den Freunden des erschossenen Deutsch-Algeriers Adel B. „mit großem Bedauern und ebenso großer Wut“ aufgenommen worden. „Es kann nicht sein, dass in einem Rechtsstaat ein Polizist ohne Not einen Menschen erschießt und keine strafrechtlichen Konsequenzen gezogen werden“, heißt es in einer am Donnerstag veröffentlichten Erklärung. Man fordere weiterhin die „volle Aufklärung“ des Falls – und will diesem Ansinnen mit einer erneuten Demo Nachdruck verleihen.

Das Argument der Ermittler, der Polizist habe bei seinem tödlichen Schuss in einem Akt der Notwehr gehandelt, empfinden die Kritiker als „unglaubwürdig“. Es sei „doch sehr unwahrscheinlich bis undenkbar, dass die Polizistin die angeblich in gebeugter Haltung vor der Tür verharrte, nicht von einem Messer das gegen Sie gerichtet war, etwas mitbekommen haben soll“. Auch die Begründung, warum kein Pfefferspray eingesetzt wurde, nennen die Freunde „hanebüchen“: „Für uns ist weiterhin klar, dass Adel B. durch den Polizisten ermordet wurde.“

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