EPS-Falle

Eichenprozessionsspinner: Gelsenkirchener präsentiert Falle

Peter Prüsener präsentiert die Falle für Eichenprozessionsspinner. Die Insekten werden in einen schwarzen Plastikbeutel gelockt.

Peter Prüsener präsentiert die Falle für Eichenprozessionsspinner. Die Insekten werden in einen schwarzen Plastikbeutel gelockt.

Foto: Ingo Otto / FUNKE Foto Services

Gelsenkirchen.  Ingo Bross hat eine Eichenprozessionsspinner-Falle entwickelt. Peter Prüsener aus Gelsenkirchen unterstützt ihn. Wie die Falle funktioniert.

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Er gilt als lästig und war im Sommer ständig Thema: Der Eichenprozessionsspinner hat sich auch in Deutschland stark verbreitet. Viele Menschen litten an allergischen Reaktionen aufgrund der feinen Brennhärchen der Raupen. Grünanlagen und Sportplätze mussten auch in Gelsenkirchen als Vorsichtsmaßnahme gesperrt werden. Nun verspricht eine Neuentwicklung Abhilfe: Ingo Bross aus Rees hat eine Eichenprozessionsspinner-Falle, kurz EPS-Falle, entwickelt und diese patentieren lassen. Peter Prüsener, der in Gelsenkirchen-Resse einen eigenen Hof besitzt und Garten- und Landschaftsbau betreibt, unterstützt ihn als Vertriebsleiter für Gelsenkirchen, Recklinghausen, Herne und bei Großkunden.

Ein Schlauchsystem inklusive Botenstoff

Doch wie funktioniert diese Falle? Lange wurde nach Lösungen gesucht, wie sich die gefährlichen Raupen bestmöglich entfernen lassen. Der gelernte Gärtnermeister Prüsener erklärt: „Die Raupen werden von einem Botenstoff, der sich im mitgelieferten Köderbeutel befindet, angelockt. Die giftfreie Falle ist so konzipiert, dass sie die Tiere mit einem Schlauchsystem auffängt.“

Dabei wird ein Schlauch um den Baum gewickelt und die beiden Enden werden mit einem T-Stück und einem Fallrohr verbunden. Die Lücken zwischen dem Schlauch und der Baumrinde dichtet man mit einem umweltverträglichen Dichtstoff ab. Somit bleibt für die Eichenprozessionsspinner nur noch der Weg durch das T-Stück und das Fallrohr, das nach unten in den Köderbeutel führt.

Im Beutel selbst lockt der Botenstoff Kairomon die Eichenprozessionsspinner an. Dabei nutzt man natürliche Pflanzenduftstoffe. Ebenfalls befindet sich im Beutel ein biologisches Mittel, das sich an der Raupe festsetzt und diese austrocknet.

Beutel kann sich bis auf 70 Grad erhitzen

Bei hoher Sonneneinstrahlung kann sich der Beutel zudem auf bis zu 70 Grad erhitzen. Da die Brennhaare bereits ab einer Temperatur von 55 Grad unschädlich gemacht werden, geht keine Gefahr mehr von dem Eichenprozessionsspinner aus.

„Die Montage der Falle und auch der Wechsel des Köderbeutels sind kinderleicht“, sagt Prüsener. Das Besondere ist auch, dass die patentierte EPS-Falle eine Alternative zum giftigen Spritzen ist, wodurch harmlose Insekten und Raupen in Mitleidenschaft gezogen werden. Auch ein gefährliches Abbrennen sowie das Absaugen, wodurch die Brennhaare durch die Luft gewirbelt werden können, ließe sich mit der simplen, aber effektiven Methode vermeiden.

Die patentierte Falle gibt es in drei verschiedenen Größen je nach Umfang des Baums. Eine Falle für einen Ein-Meter-Baum liegt beispielsweise preislich bei 39,90 Euro.

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