Natur

Führung auf den einzigen „echten“ Berg im Revier

Bernhard Demel vom Regionalverband Ruhr (Mitte) erklärte den Teilnehmern der Führung in Gelsenkirchen,  wie der Mechtenberg in der Eiszeit entstanden ist.

Bernhard Demel vom Regionalverband Ruhr (Mitte) erklärte den Teilnehmern der Führung in Gelsenkirchen, wie der Mechtenberg in der Eiszeit entstanden ist.

Foto: Martin Möller

Gelsenkirchen.   Der Regionalverband hat zur Wanderung rund um den Mechtenberg eingeladen. Bernhard Demel begibt sich mit Teilnehmern auf die Spuren der Eiszeit.

Pünktlich um elf Uhr startete am Sonntag eine Wanderung des Regionalverbands Ruhr (RVR) unter dem Motto „Auf den Spuren der Eiszeit am Mechtenberg“ – im kleinen Kreise. Doch Bernhard Demel, Umweltwissenschaftler und Leiter der Wanderung, zeigte sich trotzdem zufrieden: „Ich bin auch schon mal mit einer Person gelaufen, das hätte ich auch heute getan.“ So machten sich bei strahlendem Sonnenschein drei Naturliebhaber auf die zweistündige Route quer durch den Landschaftspark am Mechtenberg, dem einzigen echten Berg in der Region, der nicht durch Aufschüttung entstand.

„Eine Spur heißt, dass etwas gewesen ist“, erklärt Bernhard Demel gleich zu Beginn und zeigt auf die große Wiese, an der er mit den Teilnehmern kurz anhält. Nein, die Wiese ist kein Relikt der Eiszeit, sondern menschengemacht. Denn die Wanderung wird nicht auf Spuren der Eiszeit beschränkt. Demel erklärt, dass der Landschaftspark früher eine Deponie war, die später von Menschen abgedeckt und bepflanzt wurde. Während eines Zwischenhalts auf der Mechtenbergbrücke, der kühnen, vom renommierten Architekten Frei Otto in Anlehnung an asiatische Bambuskonstruktionen entworfenen Brücke, erzählt Demel darüber hinaus von den vielen geologischen Besonderheiten des Landschaftsparks.

Große Artenvielfalt rund um den Berg

„Der Landschaftspark Mechtenberg ist biologisch besonders hochwertig“, sagt Bernhard Demel. „Hier besteht eine große Lebensraumvielfalt für die Vögel“, so Demel weiter. Vor allem wegen der vielen Freiflächen gebe es hier besonders viele Arten. Als die Wanderer den Gipfel des Mechtenbergs mit der Bismarcksäule erreichen, stehen sie auf einer ursprünglich über 100 Meter hohen Aufschüttung eiszeitlichen Ruhrschotters, der heute absurderweise allerdings wegen Bergsenkungen nur noch 80 Meter hoch ist.

„Der Mechtenberg ist ein wirklich authentischer Zeuge“, schwärmt Demel. Und die Teilnehmer sind am Ende begeistert. „Ich fand die Führung wirklich sehr aufschlussreich,“ fasst Karl Schäfer zusammen. Vor allem, weil es statt eines vorformulierten Vortrags Antworten zu den vielen individuellen Fragen gab.

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