Verkehrssicherheit

Gelsenkirchen: Aktion für Sicherheit von Radfahrern startet

Maja Tölke und Stefan Behrens vor einem Bus plädieren für mehr Sicherheit für Radfahrer in Gelsenkirchen.

Maja Tölke und Stefan Behrens vor einem Bus plädieren für mehr Sicherheit für Radfahrer in Gelsenkirchen.

Gelsenkirchen.  Die Aktion "Halte Abstand" soll in Gelsenkirchen auf den Sicherheitsabstand beim Überholen von Radfahrern hinweisen. Das steckt dahinter.

Die Straßen werden immer voller, der Ton unter den Verkehrsteilnehmern zunehmend rauer. Oft kommt es zu heiklen Situationen, weil Autofahrer zu eng an Radfahrern vorbeifahren. Die Stadt Gelsenkirchen hat nun eine Aktion gestartet, um auf genau dieses Problem hinzuweisen.

Mindestens 1,50 Meter Abstand müssen andere Verkehrsteilnehmer einhalten, wenn sie einen Fahrradfahrer überholen", sagt der Radverkehrsbeauftragte der Stadt, Stefan Behrens. Diese Vorschrift gelte innerorts. Außerorts und bei Radfahren, die ihre Kinder begleiten sind laut Straßenverkehrsordnung sogar zwei Meter vorgeschrieben: „Diese Abstände sind wichtig, damit die Radfahrer sicher fahren können und sich nicht bedrängt fühlen."

Gelsenkirchen: Das Ziel ist mehr Rücksichtnahme

Im kommenden halben Jahr sind mehrere Busse der Bogestra mit dem Motto „Halte Abstand" im Stadtgebiet unterwegs. Den Verkehrsteilnehmern sollen die Regeln nochmals ins Gedächtnis gerufen werden. „Wir haben uns bewusst für diesen Werbeplatz entschieden, weil wir damit genau vor den Augen der Zielgruppe fahren", erklärt Behrens.

Auch wenn die Stadt versucht, spezielle Radstreifen zu schaffen, sei es nicht zu vermeiden, dass Radfahrer auch auf die Straßen ausweichen: „Wir wollen mit der Aktion dazu beitragen, dass Radfahrer im Straßenverkehr die Rücksichtnahme bekommen, die ihnen laut Straßenverkehrsordnung zusteht."

73 Radfahrer starben 2019 in NRW

Zustimmung findet die Kampagne auch beim ADFC Gelsenkirchen. „Ich würde mich freuen, wenn durch die Aktion, die der ADFC seit langem bundesweit aktiv unterstützt, mehr Menschen daran denken", betont die erste Vorsitzende, Maja Tölke. Mit gegenseitiger Rücksichtnahme könne man Unfälle vermeiden und dafür sorgen, dass Radfahren sicherer und attraktiver wird. „Passend zur Abstands-Aktion wurde vergangene Woche die Straßenverkehrsordnung angepasst und die einzuhaltenden Abstände inner- und außerorts klar definiert", nimmt sie Bezug auf die Neuerungen vom 27. April.

Im Jahr 2019 starben laut Angaben der Polizei in NRW 73 Fahrradfahrer im Straßenverkehr. Der ADFC NRW forderte daraufhin einen massiven Ausbau der Fahrrad-Infrastruktur mit geschützten Radwegen, sicheren Kreuzungen und Abbiegeassistenten für Lkw.

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