Kunst & Kultur

Gelsenkirchen: Ausstellung mit Siepmann-Werken ab Freitag

Jutta Kabuth zeigt in ihrer Galerie an der Wanner Straße in Gelsenkirchen-Altstadt eine Retrospektive mit Werken des im Jahre 2002 verstorbenen Künstlers Heinrich Siepmann aus Mülheim.

Jutta Kabuth zeigt in ihrer Galerie an der Wanner Straße in Gelsenkirchen-Altstadt eine Retrospektive mit Werken des im Jahre 2002 verstorbenen Künstlers Heinrich Siepmann aus Mülheim.

Foto: Joachim Kleine-Büning / FUNKE Foto Services

Gelsenkirchen-Altstadt.  Jutta Kabuth präsentiert in ihrer Galerie in Gelsenkirchen-Altstadt eine Ausstellung mit Werken des verstorbenen Künstlers Heinrich Siepmann.

Er war einer der Gründungsväter der Künstlergruppe „Junger Westen“ und zählt zweifelsohne zu den großen deutschen Nachkriegskünstlern: 17 ausgewählte Werke von Heinrich Siepmann locken ab Freitag, 21. Februar, alle Kauf- und Guckinteressierten zu einer Retrospektive in die Räumlichkeiten der Galerie Jutta Kabuth am Rande der Wanner Straße. Die Bilder stammen aus dem Nachlass des im Jahr 2002 verstorbenen Malers aus Mülheim an der Ruhr.

Während sich der Folkwangabsolvent Siepmann in seinem Frühwerk noch auf Landschaften und Stillleben fokussierte, setzte er im Laufe seiner Schaffenszeit mehr und mehr auf die ungegenständliche Malerei. „Er wandte sich der geometrischen Abstraktion zu“, berichtet Galeristin und Kunstberaterin Kabuth. „Sein Spätwerk kennzeichnet eine klare, reine Form und eine konstruktivistische Gestaltung.“ Die 17 Gemälde (allesamt Öl auf Leinwand), die Kabuth präsentiert, durfte sie aus dem Fundus aussuchen. „Siepmanns Nachkommen haben mir da bei der Auswahl völlig freie Hand gelassen.“

Galeristin Jutta Kabuth ist seit 1993 in der Kunstszene tätig

Siepmanns Werke sind in vielen Museen und öffentlichen Sammlungen präsentiert – etwa im Rheinischen Landesmuseum Bonn, im Museum am Ostwall in Dortmund, im Folkwang Museum Essen oder im Staatlichen Russischen Museum St. Petersburg. „Mir gefällt die klare Formensprache der Bilder und die Reduktion der Farben. Siepmanns Arbeiten fand ich schon immer toll“, schwärmt Kabuth, die seit 1993 in der Kunstszene tätig ist und 1996 ihre erste Galerie in Gelsenkirchen eröffnete, damals noch in Buer. Zwei Jahre später erfolgte der Umzug in die Räumlichkeiten an der Wanner Straße. In dem Haus in der Altstadt hat sie nicht nur ihre berufliche Heimat gefunden, sondern lebt dort auch bis heute.

Trotz dieser langen Zeit ist die jetzige Retrospektive Kabuths persönliche Siepmann-Premiere. Zur Vernissage am Freitagabend ab 19.30 Uhr erwartet die Galeristin nicht nur zahlreiche Kunstinteressierte aus Gelsenkirchen und der Region, sondern auch einige von Siepmanns Nachkommen. Das älteste Bild, das es zu erstehen gibt, stammt aus dem Jahr 1970, das jüngste ist von 2002. Die Preispalette liegt laut Kabuth zwischen 1600 und 7600 Euro. Laut Werksverzeichnis hat Siepmann in seiner Schaffenszeit insgesamt über 1200 Bilder gemalt. Bemerkenswert: Präsentiert werden die Bilder allesamt in ihren ebenfalls vom Künstler gefertigten Originalrahmen.

Maler Heinrich Siepmann zu Lebzeiten ausgezeichnet

Siepmann erhielt bereits zu Lebzeiten zahlreiche Auszeichnungen – darunter 1962 den „Ruhrpreis für Kunst und Wissenschaft der Stadt Mülheim“. 1979 folgte der „Karl-Ernst-Osthaus-Preis der Stadt Hagen“, 1981 der „Grand Prix“ der Internationalen Biennale für Druckgrafik in Seoul und 1997 der „Ida-Gerhardi-Preis“. „Die Ausstellung ist bis zum 15. März zu sehen“, so der Hinweis von Galeristin Kabuth, die auch eine von der IHK öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige für Europäische Gemälde nach 1945 ist.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben