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Gelsenkirchen: Dramatischer Hilferuf des Tierheims

Volles Haus, aber kaum Möglichkeiten, Gelder für die Versorgung der Tiere einzusammeln: Das Tierheim in Erle hat einen dramatischen Hilferuf gestartet.

Volles Haus, aber kaum Möglichkeiten, Gelder für die Versorgung der Tiere einzusammeln: Das Tierheim in Erle hat einen dramatischen Hilferuf gestartet.

Foto: Joachim Kleine-Büning / Funke Foto Services GmbH

Gelsenkirchen-Erle.  Das Gelsenkirchener Tierheim und dessen Bewohner sind von der Coronakrise besonders betroffen. Das Haus ist voll und es fehlt an allem.

„Wir brauchen jetzt jeden Euro, weil wir nicht wissen, wo die Krise noch hin führt. Jetzt müssen wir ums Überleben kämpfen“, richtet sich Heike Reddig, Pressesprecherin des örtlichen Tierschutzvereins, mit einem dramatischen Hilferuf an die Gelsenkirchener Bevölkerung.

Seit Wochenbeginn ist das Tierheim für Publikumsverkehr geschlossen. Einnahmen aus dem wöchentlichen Trödelmarkt und dem Verkauf von Getränken am Rande fallen weg. Auch jene aus dem Betrieb der vereinseigenen Hundeschule kommen zum Erliegen. Seminare wurden abgesagt und auch das für Mai geplante Sommerfest. Alles hätte Geld eingebracht, das dem Betrieb des Tierheims zugute gekommen wäre. Das nämlich muss sich zu einem guten Teil selbst finanzieren. Die Stadt zahlt zwar Pauschalen für die Tiere, jene decken die realen Kosten jedoch nicht vollumfänglich ab.

Nur Stammausführer dürfen ins Haus

Das Schlimmste daran: „Das Tierheim ist brechend voll.“ Damit stehen die Mitarbeiter nun vor großen Aufgaben. Werden sie sonst durch zahlreiche ehrenamtliche Helfer unterstützt, die mit Hunden raus gehen oder mit Katzen spielen, dürfen nun nur noch langjährige Stammausführer das Tierheim betreten. „Für sie haben wir Einweghandschuhe und andere Möglichkeiten zum Schutz bereit gestellt“, erklärt Heike Reddig. Zur traurigen Wahrheit gehört aber auch, so viel wie sonst üblich könnten die Hunde nicht ausgeführt werden.

Daher sei man einerseits auch froh, die Arbeiten an den neuen Auslaufflächen bereits im Januar in Angriff genommen zu haben. Sie wurden durch die zahlreichen Spenden der 1-Euro-Aktion ermöglicht. Andererseits hätte man das Geld in diesen Zeiten auch an anderen Stellen gut gebrauchen können. Jedoch: „Wenn sich die Situation so fortsetzt, können wir dankbar sein, wenn die Auslaufflächen bald fertig sind und wir den Hunden darüber mehr Bewegung ermöglichen können“, so die Tierschützerin die hofft, dass die Situation nicht dadurch noch verschärft werde, dass einige Mitarbeiter am Corona-Virus erkranken oder als Verdachtsfälle unter Quarantäne gestellt werden.

Bitte vor allem um finanzielle Unterstützung

Alleine, soviel stehe jetzt schon fest, werde man diese Krise nicht überstehen können. „Deswegen bitten wir die Bevölkerung jetzt um finanzielle Unterstützung. Wir schaffen es sonst, viele Gelder selbst zu erwirtschaften – aber das dürfen wir jetzt nicht mehr.“

Die Vermittlung von Tieren wolle man weiterhin ermöglichen, jedoch auf ungewöhnlichen Wegen. Wer ernsthaft interessiert sei, der könne sich telefonisch melden. Dann werde gleich fernmündlich ein erstes Gespräch geführt. Dabei schlagen die Tierheimmitarbeiter mögliche tierische Kandidaten vor und übersenden Fotos der Tiere. Meint man das richtige Tier gefunden zu haben, darf man es, nach vorheriger Terminabsprache, auch besuchen. Denn schließlich wäre es auch eine Entlastung für die Mitarbeiter und die Kosten, wenn Tiere ein schönes neues Heim finden.

Die Mitarbeiter des Tierheims sind telefonisch unter der Rufnummer 0209-72241 zu erreichen. Wer helfen will, sollte am besten Geld spenden auf das Konto DE16 4205 0001 0101 0573 77. Futterspenden seien allerdings auch möglich. Diese bitten die Mitarbeiter vor der Tür abzustellen, und zwar neben den Fahrradständern und somit überdacht.

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