Gesundheit

Gelsenkirchen: Neustart in der Kardiologie am Marienhospital

Privat-Dozent Dr. Axel Kloppe am Herzkathetermessplatz mit Röntgenbeobachtung. Ab März gibt es einen weiteren Platz im Haus, der dann auch über chirurgische Eingriffsmöglichkeiten verfügt.

Privat-Dozent Dr. Axel Kloppe am Herzkathetermessplatz mit Röntgenbeobachtung. Ab März gibt es einen weiteren Platz im Haus, der dann auch über chirurgische Eingriffsmöglichkeiten verfügt.

Foto: Joachim Kleine-Büning / FUNKE Foto Services

Gelsenkirchen-Ückendorf.  Der neue Chef der Kardiologie, Dr. Axel Kloppe, am Gelsenkirchener Marienhospital ist da. Bis April sollen neun weitere Ärzte ins Haus kommen.

Der neue Chefarzt der Kardiologie, Privat-Dozent Dr. Axel Kloppe, ist im Marienhospital Ückendorf angekommen. Seit drei Wochen ist der gebürtige Westfale im Haus aktiv und versichert: „Wir sind voll einsatzfähig, auf den Stationen wie auch bei der Versorgung von Notfällen – 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche, jederzeit. Auch wenn das Team noch weiter aufgestockt wird: Es sind zwar elf Menschen gegangen – aber 100 sind weiter bei uns. Wir haben ein eingespieltes Team, die Abläufe im Haus, auch die Zusammenarbeit mit den anderen Disziplinen, funktionieren sehr gut.“

Möglichkeiten der modernen Elektrophysiologie stärker nutzen

Kloppe wechselte vom Bergmannsheil Bochum, wo es eine große Herzchirurgie gab, nach Gelsenkirchen. Hier will er nach eigenem Bekunden die Kompetenz für kardiovaskuläre Erkrankungen erhalten, die hier seit Jahrzehnten überregional geschätzt werde. Er möchte aber auch das Spektrum erweitern, „die Kardiologie im Haus zukunftsfähig aufstellen“. Vor allem die modernen Möglichkeiten der Elektrophysiologie, die bei Rhythmusstörungen entscheidend helfen können, will er mehr nutzen. Ab März soll auch der vierte Herzkatheterplatz einsatzbereit sein, an dem auch chirurgische Eingriffe möglich sind. Defibrillatoren, Herzschrittmacher – auch kabellose – sowie neue Geräte zur Regulierung des Herzrhythmus („Kontraktionsmodulatoren“), können dann hier eingesetzt werden. Patienten mit Herzinsuffizienz, also zu schwach arbeitendem Herzen, oder auch mit unregelmäßigem Herzschlag können davon profitieren.

Eingriffe bei Problemen mit bereits vorhandenen Implantaten im Haus möglich

„Neu wird auch sein, dass wir Menschen, die Probleme mit Implantaten haben, hier auch dank unserer Thoraxchirurgie im Haus gut behandeln können“, kündigt Kloppe an. Unter den neuen Oberärzten, die jeweils im Februar, März und April neu anfangen werden in der Ückendorfer Kardiologie, sei auch ein Sportmediziner, der sich sowohl schwer herzinsuffizienten Patienten als auch Sportlern widmen wird, um ihre Leistungsfähigkeit zu prüfen und auch Trainingspläne zur Optimierung der Herztätigkeit entwickeln könne.

Neue Systeme bei undichten Mitralklappen

Auch weiterhin würden Mitraclips bei undichten Klappen genutzt, aber auch für Mitralklappen gebe es neue Systeme, die minimalinvasiv implantiert werden können. Beim Einsetzen von Aortenklappen in der schonenden Tavi-Methode wird das Haus weiterhin mit Essen kooperieren, die Zulassung für eine eigene große Herzchirurgie, wie es sie in der Region nur in Essen, Bochum und Dortmund gibt, sei bei der gegenwärtigen Gesundheitspolitik nicht in Sicht, räumt der 55-jährige Chefarzt ein. Erhalten bleibt auch die Privatambulanz und die Kassenambulanz, in der – eingeschränkt – Echokardiografien und koronare Angiographien auch für Kassenpatienten ambulant möglich sind.

Eigenständige Pneumologie gute Ergänzung zur Kardiologie

Positiv sieht Kloppe den Neuaufbau einer eigenständigen Pneumologie in Ückendorf. „Bei vielen Patienten wissen niedergelassene Mediziner nicht immer, ob sie ihn wegen seiner Luftnot zum Kardiologen oder zum Pneumologen schicken sollen. Wir können das klären“, kündigt der Kardiologe an, der an der Charité in Berlin promovierte und sich am Bochumer Bergmannsheil beziehungsweise an der Ruhr-Universität habilitierte. In Gelsenkirchen will er vor allem auf friedliche Kooperation setzen, Ruhe einkehren lassen und sich auf die Arbeit und das Miteinander konzentrieren.

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