Bezirksvertretung

Gelsenkirchen: Vivawest will neues Quartier in Resse bebauen

Kleingartengartenidylle auf dem Areal zwischen Görtzhof, Haunerfeld- und Heinrichstraße in Gelsenkirchen. Die Stadt will das Grundstück, das Vivawest gehört, mit 40 Einfamilienhäusern bebauen.

Kleingartengartenidylle auf dem Areal zwischen Görtzhof, Haunerfeld- und Heinrichstraße in Gelsenkirchen. Die Stadt will das Grundstück, das Vivawest gehört, mit 40 Einfamilienhäusern bebauen.

Foto: Michael Korte / FUNKE Foto Services

Gelsenkirchen-Erle.  Baupläne für Areal am Görtzhof beschäftigte Gelsenkirchener Bezirksvertretung Ost. Die Stadt will ein deutlich größeres Gebiet bebauen.

Mit den Plänen der Stadt Gelsenkirchen und dem Wohnungskonzern Vivawest, eine Neubausiedlung zwischen Görtzhof, Haunerfeldstraße, Heinrichstraße und Gartmannhof zu errichten, befasste sich am Mittwoch die Bezirskvertretung Ost (BVO). Der Wohnungsanbieter und Eigentümer des Grundstücks plant, dort 40 Einfamilienhäuser in Form von Doppelhäusern zu errichten, die vor allem jungen Familien zur Miete angeboten werden sollen. Bei der Sitzung der BVO äußerten einige Bürger Kritik daran, dass die Stadt den ursprünglichen Bebauungsplan 433 aufgeben und neu planen will – mit einem deutlich größeren Gebiet.

Der neue Bebauungsplan 440 sieht vor, nicht nur das rund 12.000 Quadratmeter große Grundstück zwischen Görtzhof, Haunerfeldstraße und Heinrichstraße zu bebauen. Das endet südlich auf der Höhe Görtzhof 41 und Heinrichstraße 52 und liegt aktuell brach. Bewohner angrenzender Häuser nutzen das Areal als Garten- und Freifläche. Vivawest möchte nun ebenfalls den Bereich bis zum Gartmannshof in die Planungen einbeziehen. Das Grundstück gehört ebenfalls dem Wohnungsanbieter, der dort bereits Bestandsimmobilien hat. Die, so der Beschlussvortrag, seien aber sanierungsbedürftig, so dass ein Abriss angestrebt werde.

Stadt sieht Entwicklungspotenzial in dem Areal

Auf dem insgesamt gut 20.000 Quadratmeter großen Grundstück soll dann ein neues Quartier entstehen. „Gelsenkirchen gehört zu den Gebieten, in denen noch Bedarf im Bereich der Einfamilienhausbebauung besteht“, heißt es in der Vorlage. „Verglichen mit dem Gesamtdurchschnitt des Landes NRW besteht hier ein Nachholbedarf.“ Im beschleunigten Verfahren soll deshalb das Areal in Erle, das „ein interessantes Entwicklungspotenzial“ durch angrenzende Grünbereiche und die Nähe zum Versorgungszentrum an der Cranger Straße habe, zum Bauland werden.

In der Bezirksvertretung wurden zu diesen Plänen Bedenken geäußert. Auch wenn anwesende Vertreter von Vivawest zusagten, den Bewohnern der Bestandsimmobilien am Görtzhof 41 bis 49 und Gartmannshof 15 und 17 „individuelle Lösungen“ und Hilfe beim Umzug anzubieten, wenn die Häuser abgerissen werden, gab es Kritik an dem Vorhaben. Vor dem Hintergrund des von der Stadt ausgerufenen Klimanotstands stellte sich zudem die Frage, wie sich die Pläne, die Freifläche zu erschließen, damit vertragen würden. Denn diese sei Lebensraum vieler Tiere.

Wunsch nach Sozialwohnungen

„Mich stört, dass Vivawest keine Angaben dazu macht, ob dort auch Sozialwohnungen entstehen“, sagte Martin Gatzemeier (Linke) bei seiner ersten Sitzung der BVO als Nachfolger des verstorbenen Wolfgang Meyer. Dazu, so die Konzernvertreter, sei es zu diesem Stadium noch zu früh. Auch genaue Angaben zur geplanten Zahl der Wohnungen, wollten sie nicht machen.

Denn obwohl der Bebauungsplan im Schnellverfahren verabschiedet werden soll, wolle die Stadt auf eine Bürgerbeteiligung nicht verzichten, wie Bezirksbürgermeister Wilfried Heidl betont. Trotz aller Kritik stimmte die BVO am Ende für die Pläne. Nach Prüfung durch den Stadtentwicklungs- und Planungsausschuss wird der Rat der Stadt daher am 13. Februar final darüber abstimmen.

Neue Parkplätze am Resser Friedhof

Über zu wenig Parkplätze am katholischen Friedhof in Resse klagten Besucher in der Vergangenheit. Am Mittwoch war auch das daher Thema bei der Sitzung der Bezirksvertretung. Bürger hatten angeregt, das Parken auf der nördlichen Seite der Recklinghauser Straße entlang des Friedhofs zu erlauben. Das hätte gleich zwei Vorteile: Der Rad- und Gehweg auf der südlichen Straßenseite müsste nicht für zusätzliche Parkplätze schmaler werden und Friedhofsbesucher müssten nicht die vielbefahrene Recklinghauser Straße überqueren.

Straßen.NRW, die für die Straße zuständige Behörde, hat laut Mitteilung der BVO keine Bedenken, den 21 Meter langen und 2,20 Meter breiten Seitenstreifen zum Parken freizugeben. Das Referat Verkehr hat bereits die dort aufgestellten Betonpoller entfernt und die Beschilderung als Parkplatz angeordnet. Allerdings muss der Bereich laut Straßen.NRW noch befestigt werden. Die Kosten dafür soll die Stadt tragen. Die BVO einigte sich darauf, sich bei einem Ortstermin ein Bild von der Lage zu machen.

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