Nordsternpark

Metaller trotzen Sturm: 7000 Besucher bei Rock Hard Festival

In Feierlaune: Metal-Fans beim Rock Hard Festival in Gelsenkirchen.

In Feierlaune: Metal-Fans beim Rock Hard Festival in Gelsenkirchen.

Foto: Sebastian Konopka / FUNKE Foto Services

Gelsenkirchen.  Über Pfingsten feierten 7000 Besucher beim Rock Hard Festival in Gelsenkirchen und ließen sich dabei auch nicht von Starkwind und Regen stören.

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Während am Freitag noch Sonnenbrand und „Unterhopfung“ die größten Sorgen der Besucher des Rock Hard Festivals waren, wurden die Fans im Gelsenkirchener Nordsternpark am Tag danach vor ganz andere Herausforderungen gestellt. „Irgendwann gegen 2 Uhr bin ich wach geworden und hörte, dass der Wind draußen ganz schön laut war“, berichtet Shelly, die am Samstagmorgen gemeinsam mit Julian und Chris dabei ist, Habseligkeiten wie Grill und Vorräte in einem Bollerwagen zu verstauen. Um die drei herum liegen etliche zerfledderte Zelte, von von einigen ist nur noch das Gestänge übrig geblieben.

„Die Security hat hervorragend reagiert und alle Camper schon frühzeitig aufgefordert, die wenig befestigten Pavillons abzubauen“, erzählt Chris. Und obwohl es nicht wenige Unterkünfte erwischt hat, halten sich die Schäden auf dem Campingplatz augenscheinlich in Grenzen.

Heftig rockende Klänge hoch im Kurs

Nicht so bei Shelly, Chris und Julian. „Wir waren ursprünglich zu elft mit sieben Zelten und einem Pavillon“, sagt Chris und lässt den Blick über die Parzelle schweifen. „Davon steht nur noch unser Zelt, das aber wie Beton.“ Das Festival sei für die Freunde dennoch mitnichten vorbei. „Wir sind doch keine Schönwetterzelter. Leider haben wir jetzt keinen Lagerraum mehr für unsere Vorräte, aber das macht nichts. Wir wohnen hier in Horst um die Ecke, bringen eben den Kram nach Hause und dann geht es weiter.“

Eine gute Entscheidung. Obwohl das Wetter am Samstag weiterhin stürmisch bleiben sollte und zwischendurch immer mal wieder heftige Regenschauer auch nicht gerade zur Gemütlichkeit beitrugen, wurden die eisernen Anhänger im Rund des Amphitheaters mit reichlich Edelstahl belohnt. Vor allem die Hard Rocker „Skid Row“ sorgten mit Welthits wie „18 & Life“ oder dem unverwüstlichen „Youth Gone Wild“ für ordentliches Gedränge und das vermutlich größte Auditorium des Wochenende.

Überhaupt waren es eher heftig rockende und traditionelle Metal-Klänge die bei den Fans zu Pfingsten hoch im Kurs standen. „Tygers of Pan Tang“, die für viele völlig überraschend abräumende Schock-Rocker „Lizzy Borden“ oder die anspruchsvollen Urgesteine „Magnum“ sorgen für weitere Stürme an der Kanalbühne – allerdings vor Begeisterung. Aber auch heftigere Bands wie die Death-Metal-Veteranen „Cannibal Corpse“, die Schwarzheimer „Watain“ (lieferten am Freitagabend eine ziemlich finstere Show ab) oder die Newcomer „The Spirit“ veranlassten die Fans, das Haupthaar zu schütteln.

„Possessed“ sind „DIE Band des Festivals“

Die meisten Sympathiepunkte sammelte allerdings „Possessed“-Sänger Jeff Becera, der aufgrund einer Querschnittslähmung zwar im Rollstuhl sitzt, aber dennoch aus tiefster Seele ins Mikrofon keift und sich ein heftiges Grinsen ob der Resonanz auf seine Darbietungen nicht verkneifen kann. Für „Sodom“-Produzent Corny sind „Possessed“ auf jeden Fall „DIE Band des Festivals“. Anderen geht es dagegen vielmehr ums Gesamtpaket. Martin reist jedes Jahr aus Freiburg an und findet: „Karten kann man jedes Jahr blind kaufen. Hier spielen immer gute Bands und die Atmosphäre ist einfach sensationell. Leider ist das Festival immer viel zu schnell vorbei.“