Gewalt

Nach Augsburger Gewalttat: Das rät die Polizei Gelsenkirchen

Der tödliche Angriff von Jugendlichen in Augsburg – hier Symbolhaft verdeutlicht – schockiert. Die Gelsenkirchener Polizei rät, in schwierigen Situationen Abstand zu halten.

Der tödliche Angriff von Jugendlichen in Augsburg – hier Symbolhaft verdeutlicht – schockiert. Die Gelsenkirchener Polizei rät, in schwierigen Situationen Abstand zu halten.

Foto: Foto: Sergej Lepke

Gelsenkirchen.  Der tödliche Angriff in Augsburg schockiert. Was die Gelsenkirchener Polizei in brenzligen Situationen rät – etwa auf dem Weihnachtsmarkt.

Der tödliche Angriff von Jugendlichen in Augsburg löst viel Betroffenheit aus. Die Gelsenkirchener Polizei rät, in schwierigen Situationen Abstand zu halten.

Nachdem ein 49-Jähriger Feuerwehrmann bei einem Streit mit einer Gruppe von Jugendlichen in Augsburg ums Leben kam, sind nicht wenige Menschen verunsichert: Wie soll ich mich verhalten, wenn ich in die Nähe einer solchen Jugendgruppe komme? Etwa im Gedränge auf dem Weihnachtsmarkt.

Auf das Bauchgefühl achten

Wer im öffentlichen Raum Angst vor Übergriffen hat, „kann mit Hilfe bestimmter Verhaltensweisen sein Sicherheitsgefühl stärken und damit potenzielle Täter abschrecken“, erklärt Christopher Grauwinkel, Pressesprecher der Polizei Gelsenkirchen. Dazu gehört an erster Stelle, die Umgebung aufmerksam wahrzunehmen und das Bauchgefühl zu achten. „Es warnt instinktiv vor bedrohlichen Situationen.“

Siezen signalisiert: Es ist kein privater Streit

Abstand halten und so früh wie möglich sicherere Orte aufsuchen, ist ebenso wichtig, sagen die Experten von der Polizei. Manchmal hilft es schon, „die Straßenseite oder das U-Bahn-Abteil zu wechseln, Kioske, Geschäfte oder Restaurants aufsuchen“. Wichtig, aber mit viel Beherrschung und Disziplin verbunden ist der Ratschlag, die provozierende Person zu siezen. Denn damit signalisieren Betroffene Außen- und Umstehenden, „dass es sich um keine private Streitigkeit handelt“. Es gilt der Grundsatz: verbale Provokation und körperliche Konfrontation tunlichst vermeiden.

Hilfe von Außenstehenden einfordern

Ähnlich wie bei Unfällen und Erste-Hilfe-Leistungen ist es ebenso entscheidend, unbeteiligte Personen direkt anzusprechen und sich Hilfe auszubitten. Beispiel: „Hey Sie mit der blauen Jacke…“. „Beschreiben Sie die Situation und fordern Sie Hilfe ein“, rät die Polizei. Und: „Rufen Sie die Polizei über die Notrufnummer 110 und erstatten Sie Strafanzeige, um weitere Angriffe der Person zu verhindern.“ Wichtig ist zudem, sich gedanklich auf potenziell gefährliche Situationen vorzubereiten. Dadurch werde man handlungssicherer. Das beeinflusse die Ausstrahlung und kann dazu beitragen, potenzielle Täter abzuschrecken.

Waffen auf Weihnachtsmärkten verboten, trügerische Hilfe

Die Polizei rät vom Tragen jeglicher Art von Waffen ab. Auch zu Verteidigungszwecken sollten Waffen, wie zum Beispiel Messer und Pfefferspray, nicht mitgeführt werden. „Sie bieten nur eine trügerische Schein-Sicherheit und führen häufig zur Gewalteskalation“, so Grauwinkel. Zudem dürfen viele Waffen auf „öffentlichen Veranstaltungen“ wie Weihnachtsmärkten erst gar nicht mitgeführt werden.

Als Alternative zu Messern, Pfefferspray und Ähnliches bietet sich laut Polizei ein sogenannter Schrillalarm (oder Taschenalarm) an, insbesondere dann, wenn sich noch weitere Personen im Umfeld aufhalten. Ausgelöst erklingt ein extrem lauter Ton, der Umstehende auf das Geschehen aufmerksam macht. „Ziel ist, dass der Täter angesichts möglicher Zeugen von der Tat ablässt“, erklärt Christopher Grauwinkel.

Leserkommentare (1) Kommentar schreiben