Polizeikontrollen

Rocker der "Osmanen Germania" treffen sich in Gelsenkirchen

Rund 40 bis 50 augenscheinliche Mitglieder der "Osmanen Germania" sollen sich in einem Ladenlokal in Gelsenkirchen treffen (Symbolfoto).

Foto: dpa

Rund 40 bis 50 augenscheinliche Mitglieder der "Osmanen Germania" sollen sich in einem Ladenlokal in Gelsenkirchen treffen (Symbolfoto). Foto: dpa

Gelsenkirchen.   In Gelsenkirchen lassen sich offenbar die rockerähnlichen „Osmanen Germania“ in einem Ladenlokal nieder. Die Polizei zeigt am Sonntag Präsenz.

Die „Osmanen Germania“, eine türkisch-nationalistische, rockerähnliche Bande, soll sich nach WAZ-Informationen in einem seit Jahren leerstehenden Ladenlokal an der Florastraße/Ruhrstraße niederlassen.

Die Polizei bestätigt nicht, dass die „Osmanen“ dort ein Club-Heim eröffnen – wenngleich Polizeisprecherin Katrin Schute auf Nachfrage sagt: „Wir haben aber Hinweise darauf, dass sich augenscheinlich Leute aus dieser Gruppierung dort treffen.“

Rund 40 bis 50 von ihnen sollen laut einem Hinweis an unsere Redaktion dort gewesen sein.

Polizei zeigt im Stadtgebiet Präsenz

Als Reaktion auf die Anwesenheit der Gruppe in Gelsenkirchen zeigte die Polizei am Sonntag Präsenz. „Wir sind da, es wird kontrolliert“, sagte Polizeisprecherin Schute am Nachmittag.

Im gesamten Stadtgebiet waren am Sonntag Polizeifahrzeuge zu sehen. Unter anderem fand ein Einsatz am Garcia-Lorca-Platz statt. An der Kreuzung Ringstraße/Hauptstraße waren laut einem Bürger-Hinweis „fünf bis sechs Polizeibullis“ vor Ort. Bei den Kontrollen handele es sich laut Schute „um rein gefahrenabwehrende Maßnahmen“ – seien also präventiv.

Wer sind die „Osmanen Germania“?

Bei den „Osmanen Germania“ handelt es sich um eine türkisch-nationalistische, rockerähnliche Bande – es soll sich um eine höchst politische Gruppe handeln, die aggressiv gegen Kurden und Anhänger der Gülen-Bewegung vorgeht. Die Behörden rechnen dem Rockerklub mehr als tausend Mitglieder in Deutschland zu. Der türkische Geheimdienst MIT übe einem Bericht des Spiegel zufolge Einfluss auf den Rockerklub aus.

Die Spuren der relativ neuen Gruppe führen in den April 2015 zurück. Da habe sich laut Dietmar Kneib, Dezernatsleiter im Landeskriminalamt (LKA), die Gemeinschaft in Hessen aus den „Turkey Nomads“ gebildet, die einmal Hells Angels waren. In Deutschland werde die Gruppe von Selkuc S., einem ehemaligen Hells Angel, und dem Boxer Mehmet B. geführt. Der eigentliche Steuermann sitze in Izmir in der Türkei: Necati Arabaci, der Oberboss.

Arabaci war, bevor er aus Deutschland ausgewiesen wurde, Chef der Türsteher-Szene in Köln. Offenbar hat er Order gegeben, sich in der Bundesrepublik wieder auszubreiten und nach NRW vorzudringen. „Dabei sind die Gebiete hier durch die Old School-Rocker abgesteckt“, heißt es im Landeskriminalamt. (mit sat)

Auch interessant
Leserkommentare (7) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik