Ausbildung

Schule und Betrieb arbeiten in Gelsenkirchen Hand in Hand

IHK-Projektmitarbeiterin Sabine Braukmann, Azubi Devin Kaludzinski, Azubi Marva Efetürk, die Lehrerin der Mulvany-Realschule Yvonne Abrahams, IHK Leiter Standort Emscher-Lippe Dr. Jochen Grütters , Azubi Bryan Marwinski und Bepro Geschäftsführer Sören Filipczak (von links) betonen die Vorzüge der Zusammenarbeit von Schule und Betrieb.

IHK-Projektmitarbeiterin Sabine Braukmann, Azubi Devin Kaludzinski, Azubi Marva Efetürk, die Lehrerin der Mulvany-Realschule Yvonne Abrahams, IHK Leiter Standort Emscher-Lippe Dr. Jochen Grütters , Azubi Bryan Marwinski und Bepro Geschäftsführer Sören Filipczak (von links) betonen die Vorzüge der Zusammenarbeit von Schule und Betrieb.

Foto: Joachim Kleine-Büning

Bismarck.   Es ist ein Phänomen, das Yvonne Abrahams häufig begegnet: Schülerinnen und Schüler bewerben sich für einen Ausbildungsplatz, werden zurückgewiesen und wollen aus der Frustration heraus mit der Schule weitermachen – dabei ist das oft überhaupt nicht der Weg, den sie wirklich einschlagen möchten. Stattdessen fühlen sie sich schlicht alternativlos.

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Es ist ein Phänomen, das Yvonne Abrahams häufig begegnet: Schülerinnen und Schüler bewerben sich für einen Ausbildungsplatz, werden zurückgewiesen und wollen aus der Frustration heraus mit der Schule weitermachen – dabei ist das oft überhaupt nicht der Weg, den sie wirklich einschlagen möchten. Stattdessen fühlen sie sich schlicht alternativlos.

Oft fehlt junges Personal

Abrahams ist Lehrerin an der Mulvany-Realschule und Koordinatorin der Studien- und Berufsorientierung. Laut ihr „ist das Abitur für viele Eltern ein Muss. Es entspricht aber nicht immer den Wünschen und Stärken der Jugendlichen“. Gleichzeitig haben auch viele Ausbildungsbetriebe heutzutage regelmäßig Probleme, neues Personal einzustellen.

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Nordrhein-Westfalen fördert deshalb seit 2011 Partnerschaften zwischen Schulen und Betrieben. Bisher gab es über 459 erfolgreiche Kooperationen, 27 davon in Gelsenkirchen. Zu den 21 lokalen Betrieben, die am Projekt teilnehmen und auch mit mehreren Schulen zusammenarbeiten, zählen so unterschiedliche Unternehmen wie Vivawest, die Sparkasse, die Barmer, Rewe, BP, Voigt & Schweitzer, DM und viele weitere.

Kurze Wege für die Auszubildenden

Dazu gesellt hat sich nun auch die Bepro Blech- und Profilstahl Handelsgesellschaft in Bismarck, die mit der Mulvany-Realschule kooperiert. Vor knapp sieben Monaten erkundigte sich Projektmitarbeiterin Sabine Braukmann bei Abrahams, ob Interesse an einer Kooperation mit Bepro bestehe.

Ein halbes Jahr später zeigt die Zusammenarbeit erste Erfolge: Mit Marva Efetürk, Bryan Marwinski und Devin Kaludzinski haben gleich drei Schüler ihre Ausbildung bei dem Stahlhändler begonnen, der seinen Sitz keine fünf Minuten Wegzeit von ihrer ehemaligen Schule entfernt hat.

„Ich wollte eigentlich immer Tischler werden, aber in NRW gibt es kaum passende Stellen“, sagt Kaludzinski. „Frau Abrahams ist dann auf mich zugekommen und hat gefragt, ob ich Interesse an einem Probearbeitstag bei Bepro habe.“

Hemmschwellen wurden überwunden

Während seine beiden Azubi-Kollegen Kauffrau beziehungsweise Kaufmann im Groß- und Außenhandel werden, macht Kaludzinski die Ausbildung zum Lageristen: „Mir würde es nicht gefallen, immer nur im Büro zu sitzen“, sagt er.

Sören Filipczak, Geschäftsführer von Bepro, freut sich über die Zusammenarbeit mit der Schule: „Die Hemmschwellen sind weg, wir haben ein sehr gutes Verhältnis zueinander“. Yvonne Abrahams schaut zum Beispiel regelmäßig vorbei, um sich nach ihren ehemaligen Schützlingen zu erkundigen. Das soll dazu beitragen, dass die Auszubildenden nicht nur räumlich in ihrem gewohnten Umfeld bleiben können, sondern auch eine ihnen bekannte Bezugsperson an ihrer Seite wissen.

Es gibt noch freie Ausbildungsstellen

>>Info: In Gelsenkirchen suchen noch einige Betriebe nach Auszubildenden. Bedarf besteht vor allem in den Bereichen Lagerlogistik und Berufskraftfahrer, aber auch in Unternehmen mit anderen Schwerpunkten.

Weitere Informationen zum Projekt und zur Arbeit der IHK in Gelsenkirchen gibt es unter:

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