Verbraucherberatung

Tipps für Gelsenkirchener zum Sparen bei den Heizkosten

Die Thermostate flexibel nutzen statt ständig unverändert voll aufgedreht lassen – das ist sicher der einfachste Tipp zum Heizkosten sparen. Doch es geht noch viel mehr.

Die Thermostate flexibel nutzen statt ständig unverändert voll aufgedreht lassen – das ist sicher der einfachste Tipp zum Heizkosten sparen. Doch es geht noch viel mehr.

Foto: Hauke-Christian Dittrich / dpa

Gelsenkirchen.  Die Heizkosten werden weiter steigen. Wir verraten mit Tipps vom Experten, wie der Geldbeutel dabei einfach und effektiv entlastet werden kann.

Auch, wenn der Klimawandel immer höhere Temperaturen beschert, der nächste Winter kommt bestimmt. Leicht umsetzbare Ideen, wie sich in der Heizperiode viel Geld sparen lässt, hält die Verbraucherberatung an der Robert-Koch-Straße 4 für Bürger parat. Rafael Lech, Leiter der Beratungsstelle, hat auch für WAZ-Leser effektive und dennoch unaufwendig umzusetzende Ratschläge parat.

„Jedes Grad Celsius weniger am Thermostat senkt den Energieverbrauch um etwa sechs Prozent. Auf der Stufe drei wird meistens ungefähr 20 Grad erzielt. Das ist eigentlich schon gemütlich.“ Wichtig sei, dass gerade kühlere Räume wie Schlafzimmer gut belüftet würden und Türen zu wärmeren Räumen geschlossen seien. Sonst könne sich an kälteren Stellen Feuchtigkeit niederschlagen und Schimmel entstehen. Der Rat: Beim Aufheizen das Thermostatventil nicht auf die höchste Stufe stellen, sondern auf die gewünschte Temperatur. „Wenn es nicht warm genug wird, hat es meistens andere Gründe. Etwa undichte Türen und Fenster.“

Regelmäßig entlüften und Heizkörper nicht mit Gardinen oder Möbeln abdecken

Auch das Entlüften der Heizung (mit dem kleinen Entlüftungsschlüssel) ist wichtig. Austretendes Wasser kann mit einem kleinen Behälter oder mit einem Lappen aufgefangen werden. Danach ist die Heizung wieder komplett mit Wasser gefüllt und kann effektiver arbeiten. Ein weiteres Muss: Heizkörper frei halten. „Wenn man sie hinter Vorhängen verbirgt oder mit Möbeln zustellt, können sie die Wärme nicht vernünftig an den Raum abgeben“, erklärt Rafael Lech.

Vernetzte Thermostate machen es einfacher

Ist man den ganzen Tag über nicht zu Hause, sollte man auf jeden Fall die Temperatur absenken. Um nicht jedes Ventil immer einzeln bedienen zu müssen, helfen vernetzte Thermostate. Es klingt unglaublich, aber: Einstellungen bei Heizungen, die einmal in Betrieb genommen wurden, werden häufig nie mehr verändert. Rafael Lech: „In manchen Fällen ist die Kesselsteuerung tatsächlich immer noch so, wie sie bei der Werkseinstellung eingestellt wurde. Sie ist nie dem jeweiligen Objekt angepasst worden.“ Zehn bis 15 Prozent der Energie gingen in solchen Fällen verloren.

Heizkörpernischen fressen Energie

Unfassbar viel Energie fressen Heizkörpernischen, die in den 60er- und 70er-Jahren eingebaut wurden. Durch die geringere Wandstärke und die hohe Temperatur des Heizkörpers auf der Wandinnenseite sei der Wärmeverlust ausgesprochen hoch. Pro Quadratmeter und Jahr gingen bei diesen Konstruktionen, so Lech, bis zu 15 Euro Heizwärme verloren. Mit Hochleistungsdämmstoffen könne man gute Effekte erzielen, obwohl in den Nischen immer wenig Platz sei, betont die Verbraucherberatung. „Statt einer Dämmung an der Innenseite kann man alternativ über eine Dämmung der Außenwand nachdenken“, rät Rafael Lech.

Heizungsrohre dämmen rentiert sich

Auch Heizungsrohre in unbeheizten Kellern seien ein Problem, schildert der Experte. Denn sie geben die Wärme an den Raum ab. „Die Rohre in Eigenleistung zu dämmen, macht sich schon in weniger als einem Jahr bezahlt.“ Ein großes Thema sind immer undichte Fenster und Türen. „Klemmen Sie ein Blatt Papier zwischen Fensterrahmen und Fensterflügel ein. Wenn sich das Papier bei geschlossenem Rahmen nicht herausziehen lässt, ist das Fenster an dieser Stelle dicht“, erklärt der Leiter der Verbraucherzentrale. Bei Wohnungs- oder Haustüren mit offenem Türschlitz könne oft nachträglich ein Dichtprofil eingebaut werden – ein sogenannter Kältefeind. Zudem seien ungedämmte Rolladenkästen immer ein Schwachpunkt. Für das Lüften gelte weiterhin: „Mehrmals am Tag Stoßlüften statt dauerhaft Kipplüften.“

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