Nachhaltigkeit

Wasserwende informiert über Trinkwasser aus der Leitung

Alexandra Jaik (Koordinatorin), Johanna Vormann und Franziska Adams (beide lokale Aktionskräfte) stellen das Projekt Wasserwende vor.

Alexandra Jaik (Koordinatorin), Johanna Vormann und Franziska Adams (beide lokale Aktionskräfte) stellen das Projekt Wasserwende vor.

Foto: Frank Oppitz / FUNKE Foto Services

Gelsenkirchen-Ückendorf.  Das Projekt des Vereins „A tip: tap“ ist seit zwei Monaten in Gelsenkirchen aktiv. Sein Ziel: das Trinken von Leitungswasser populärer machen.

Seit Kurzem ist im Co-Working-Space „C/O Raum für Kooperation“ an der Bochumer Straße ein neues Projekt zu Hause: die Wasserwende. Alexandra Jaik, Johanna Vormann und Franziska Adams wollen im Ruhrgebiet zum Trinken von Leitungswasser animieren. Das ist schließlich das Ziel des Vereins „a tip: tap“ (zu deutsch etwa: „ein Tipp: Leitungswasser“), der sich mit dem neuen Projekt in sogenannten Wasser-Quartieren gezielt dafür einsetzt, das Trinken von Flaschenwasser einzudämmen. Seit etwa zwei Monaten ist Gelsenkirchen-Ückendorf, beziehungsweise die Neu- und Altstadt, eines der zwölf Quartiere in Deutschland.

Leitungswasser verursacht schließlich keinen Müll, ist unglaublich günstig und prinzipiell an jeder Ecke vorhanden. Trotzdem schleppen viele Menschen kistenweise Trinkwasser aus den Supermärkten – in Deutschland sind es 150 Liter pro Kopf pro Jahr. „In anderen Ländern ist es viel verbreiteter, Leitungswasser zu trinken und vor allem ist es viel leichter, im öffentlichen Bereich auf Trinkwasser zugreifen zu können“, sagt die Regionalkoordinatorin Alexandra Jaik. Und wem stilles Wasser zu fad ist, der kann schließlich einen Wassersprudler nutzen.

Projekt setzt Fokus auf Bildungs- und Informationsangeboten

Ziel der Wasserwende ist freilich nicht, in den drei Jahren Projektlaufzeit möglichst viele Trinkbrunnen in Gelsenkirchen aufzustellen. Sie ist breiter aufgestellt: „Unsere vier Elemente sind Information, Beratung – etwa in Unternehmen –, Bildungsangebote und die Schaffung von Trink-Orten“, sagt Johanna Vormann. Sie ist lokal in Gelsenkirchen tätig und etwa mit einem Wasserwende-Infostand auf öffentlichen Veranstaltungen unterwegs. Ihre Aufgabe übernimmt Franziska Adams in Mülheim.

Für Schulen oder Unternehmen gibt es Bildungsangebote, die von den im Wasser-Quartier ansässigen Institutionen und Firmen sogar kostenlos in Anspruch genommen werden können. Hierfür gibt es zum Beispiel den Wasserkoffer, in dem verschiedenste Bildungsmaterialien enthalten sind. Allein die Infobroschüren zeigen ganz schön viele Vorteile vom Trinkwasser aus der Leitung auf: So bekomme man für einen Euro nur fünf Liter Flaschen-, hingegen 200 Liter Leitungswasser. Ein Pluspunkt ist auch seine Klimafreundlichkeit. Beim Trinken von täglich zwei Litern Leitungswasser entstünden auf das Jahr hochgerechnet die Emissionen einer Autofahrt von 2,5 Kilometern, während regionales Mineralwasser schon auf 880 Kilometer komme.

An Trink-Orten können Wasserflaschen kostenlos aufgefüllt werden

Trink-Orte können und sollen auch Geschäfte, Cafés oder Unternehmen sein. „Einzige Voraussetzung ist ein Wasseranschluss“, sagt Johanna Vormann. An diesen Orten kann sich jeder seine Wasserflasche kostenfrei und unverbindlich auffüllen oder ein Glas Leitungswasser erhalten. Der Refill-Sticker an der Tür zeigt an, wer mitmacht. Er ist deutschlandweit verbreitet und einfach zu erhalten: „Wer eine Refill-Station werden möchte, kann sich online einfach einen Sticker ausdrucken und an die Tür kleben“, sagt Alexandra Jaik. „Dadurch steigert sich zum Beispiel auch die Laufkundschaft.“

Kooperationen mit dem Wissenschaftspark Gelsenkirchen und dem Wasserversorger Gelsenwasser existieren bereits. Umsetzungspartner sind jedoch immer gerne gesehen, genauso ehrenamtliche Mitarbeitende.

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