Schlägel- und Eisensiedlung

Fledermäuse verhindern Abriss der letzten Siedlungshäuser

Unter der obersten Fensterreihe der Hausruine sieht man die Reihe mit den Nistkästen für die Fledermäuse. Eigentlich sollten die Kästen jetzt an dem Bunker, der im Hintergrund zu sehen ist, aufgehängt werden. Doch dafür gab es keine Genehmigung.

Unter der obersten Fensterreihe der Hausruine sieht man die Reihe mit den Nistkästen für die Fledermäuse. Eigentlich sollten die Kästen jetzt an dem Bunker, der im Hintergrund zu sehen ist, aufgehängt werden. Doch dafür gab es keine Genehmigung.

Foto: Stadt Gladbeck

Gladbeck.  Einige Ruinen der Siedlung in Zweckel werden noch nicht abgerissen. An ihnen hängen Fledermaus-Kästen, für die erst ein neuer Standort her muss.

Eine Population geschützter Fledermäuse sorgt dafür, dass die letzten noch verbliebenen Häuser der Schlägel- und Eisen-Siedlung an der Bohnekampstraße in Zweckel vorerst noch nicht abgerissen werden können.

Im Innenhof der alten Bergarbeitersiedlung sind bereits alle Häuser abgerissen

Die Arbeiten sind zwar bereits gut vorangeschritten – im Innenbereich der „Geistersiedlung“ steht mittlerweile keine der Hausruinen mehr. Westlich der Schlägelstraße und östlich der Eisenstraße aber sind einzelne Gebäude noch stehen geblieben, so die Stadtverwaltung.

Den Grund dafür können aufmerksame Beobachter an den Fassaden der Häuser erkennen: Dort hängt nämlich eine ganze Reihe von speziellen Nistkästen für Fledermäuse. Die Investoren des Zweckeler Neubauprojektes haben sie dort vor dem Start der Abrissarbeiten anbringen lassen. In den Kästen können die nachtaktiven Tiere, die vorher in den Ruinen gelebt haben, sich tagsüber aufhalten und auch ihre Jungen zur Welt bringen und sie aufziehen.

Die Fledermäuse mussten vor Beginn der Abrissarbeiten ein Ausweichquartier erhalten

Die Maßnahme war nötig, um den Tieren vor dem Abriss der ersten Häuser in der Siedlung ein Ausweichquartier anbieten zu können. Nun war eigentlich der weitere Plan, die Kästen in einem nächsten Schritt abzumontieren und dann an dem benachbarten Bunker neu aufzuhängen, um im Anschluss mit dem Abriss der Siedlung fortfahren zu können. „Leider wurde uns dies von der Eigentümerin des Bunkers aber nicht erlaubt“, erklärte jetzt Rolf Klinkhammer von der Investorengemeinschaft „Schlägel und Eisen“. Aus diesem Grund bleiben die Nistkästen der Fledermäuse jetzt erst einmal noch an den alten Häusern hängen.

Und so sieht der weitere Plan aus: Wenn der erste Neubau an der Bohnekampstraße fertiggestellt ist, soll ein Teil der Kästen dort aufgehängt werden. Für die restlichen Nistkästen sollen an der Ostseite der Eisenstraße spezielle Masten gesetzt werden. Danach kann dann mit dem Abriss der letzten noch verbliebenen Siedlungshäuser begonnen werden.

Die Bauanträge für die Mehrfamilienhäuser liegen der Stadtverwaltung bereits vor

Die Bauanträge für die geplanten Mehrfamilienhäuser liegen bereits bei der Gladbecker Stadtverwaltung vor und werden zurzeit geprüft, so Wirtschaftsförderer Peter Breßer-Barnebeck. Die Pläne für das Pflegeheim in der Siedlung würden noch zwischen den Investoren, dem Betreiber und der Heimaufsicht geprüft. Baubeginn für die ersten Häuser an der Bohnekampstraße werde voraussichtlich im Frühjahr 2020 sein.

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