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Startup: Geophysiker vermessen Flächen mit Hilfe von Drohnen

Eine ihrer kleineren Drohnen, versehen mit einer Kamera, lassen die Gründer Julian Wessel (links) und Alexander Weyer hier für den Fotografen kurz aufsteigen.

Eine ihrer kleineren Drohnen, versehen mit einer Kamera, lassen die Gründer Julian Wessel (links) und Alexander Weyer hier für den Fotografen kurz aufsteigen.

Foto: Joachim Kleine-Büning / FUNKE Foto Services

Gladbeck.  „Asdro“ heißt das Startup, das Julian Wessel und Alexander Weyer in Gladbeck gegründet haben. Auch die Emschergenossenschaft zählt zu den Kunden.

Noch stehen sie mit ihrem jungen Unternehmen ziemlich am Anfang. Die Aufträge kommen erst einmal „nur“ aus Deutschland. Schon für 2020 aber sehen Julian Wessel und Alexander Weyer ihr High-Tech-Unternehmen „Asdro“ durchaus auch schon global aufgestellt.

Asdro steht für „Airborne Geophysics“

Asdro steht für „Airborne Geophysics“ und bezeichnet die Vermessung und Untersuchung von Flächen mit Hilfe von Drohnen. Seit Februar diesen Jahres ist die kleine Firma am Markt vertreten. Zusammengebracht hat die beiden jungen Unternehmensgründer die Geophysik. Beide belegten dieses Studienfach an der Universität Münster. So lernten sich der Gladbecker Julian Wessel (27) und der Duisburger Alexander Weyer (29) kennen. Sie wurden Freunde – und schließlich auch Geschäftspartner.

„Den Entschluss, sich gemeinsam selbstständig zu machen, den fasst man natürlich nicht von jetzt auf gleich“, sagt Wessel. Ausschlaggebend für die beiden war vor einigen Jahren die gemeinsame Arbeit an einem Uni-Projekt im nordschwedischen Kiruna.

Die Region dort lebt vom Erzabbau. Aufgabe der Geophysik-Studenten aus Deutschland war es, den unterirdischen Weg des Erzes zu sondieren und so festzustellen, wo der weitere Abbau lukrativ ist. Die gemeinsame Forschungsarbeit in Nordschweden war dann sozusagen auch die Keimzelle für das Startup „Asdro“.

Es geht um die präzise Vermessung von großen, schwer zugänglichen Flächen

„Was wir bieten, ist die präzise und effiziente Vermessung von großen, schwer zugänglichen Flächen zum Beispiel in Sumpfgebieten. Aber auch die Untersuchung von Böden nach Kampfmitteln, Pipelines, alten Leitungen oder eisenhaltigen Altlasten“, erklärt Alexander Weyer. Der 29-Jährige ist technischer Direktor (CTO) von Asdro. Ihre Hightech-Geomagnetikkameras bringen die Unternehmer mit Hilfe von speziell konzipierten Drohnen in die Luft. Das erlaubt die rasche Analyse von oben auch von großen Flächen, und sicherer ist die Methode zudem ebenfalls, da das betreffende Areal eben nicht zu Fuß abgeschritten werden muss.

Genau aus diesem Grund haben die beiden Jungunternehmer derzeit auch besonders viele Aufträge überall im Ruhrgebiet. „Es herrscht ein reger Bauboom, und alle Flächen müssen vorab nach Blindgängern sondiert werden. Das ist mit unserer Drohnen-Technologie um einiges sicherer möglich“, erläutert Asdro-Geschäftsführer (CEO) Julian Wessel. Die Emschergenossenschaft beispielsweise zählt zu den Auftraggebern von Asdro. „Unsere Aufgabe ist es, die Flächen im unmittelbaren Umfeld von Rückhaltebecken zu untersuchen“, so Wessel. Weitere Betätigungsfelder seien beispielsweise die Vermessung und Kartierung von Deichen, aber auch die Untersuchung von aufgegebenen Truppenübungsflächen.

Für die Vermessung einer fünf Hektar großen Fläche benötigt die Drohne nur einen Tag

Die Effizienz ihrer Methode verdeutlicht Weyer an einer einfachen Rechnung: „Für die Untersuchung einer Fläche von fünf Hektar Größe benötigt man nach der herkömmlichen Methode eine Woche. Unsere Drohne braucht dafür einen Tag, die präzise Auswertung der Ergebnisse am Computer nimmt danach noch einmal einen Tag in Anspruch.“

Bevor die beiden Geophysiker ihr Unternehmen gegründet haben, haben sie mit ihrer Methodik bereits am Institut für Geophysik der Uni Münster gearbeitet. Anfang 2019 erfolgte dann die Firmengründung. Dafür gab es Fördermittel vom Bund (Exist-Gründerstipendium). „Unser Professor ist auch immer noch unser Mentor“, sagt Alexander Weyer. Zudem haben die beiden Jung-Unternehmer nach wie vor ein Entwicklungsbüro an der Uni in Münster. Die Wohnungen der beiden in Gladbeck und Duisburg dienen darüber hinaus als Büros.

Die Gründer denken über ein Büro im Innovationszentrum Wiesenbusch nach

Jetzt soll aber so langsam ein richtiger Firmensitz her. Irgendwo im Ruhrgebiet, weil hier im Moment, und wohl auch noch in nächster Zukunft, die meisten Aufträge anfallen. „Wahrscheinlich“, so Julian Wessel, „werden wir in Gladbeck bleiben.“ Der 27-Jährige denkt daran, Räume im Innovationszentrum Wiesenbusch anzumieten. Weltweit agieren kann man schließlich auch von Gladbeck aus. „Die Geophysik“, sagt Technikchef Alexander Wyer, „ist ja schließlich ein globales Thema.“

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