Amigonianer

Gladbeck: Offene Kirche hilft bei adventlicher Hektik

Die Amigonianer-Patres Alois Gomez (l.) und Gisbert Lordieck haben in der St. Marien-Kirche ein offenes Ohr für Sorgen und Nöte der Besucher.

Die Amigonianer-Patres Alois Gomez (l.) und Gisbert Lordieck haben in der St. Marien-Kirche ein offenes Ohr für Sorgen und Nöte der Besucher.

Foto: Heinrich Jung / FUNKE Foto Services

Gladbeck.  In St. Marien haben die Amigonianer-Patres ein offenes Ohr für Sorgen und Nöte ihrer Mitmenschen. Die Kirche ist an fünf Nachmittagen geöffnet.

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Der Hektik in den vorweihnachtlichen Wochen setzt die katholische Kirche in Gladbeck Momente adventlicher Besinnung entgegen. Die Marien-Kirche in Brauck öffnet an fünf Tagen in der Woche in der Zeit von 17 bis 19 Uhr ihre Türen.

Immer vor Ort: die Patres Alois Gomez und Gisbert Lordieck, einfach nur präsent – mit offenem Ohr für Nöte und Sorgen ihrer Mitmenschen. „Wir haben Räume, die niemand sonst hat,“ sagt Pater Gisbert. Und jeder, der an diesem nasskalten Dezemberabend seine Schritte in die dezent illuminierte Kirche im Süden der Stadt lenkt, spürt sogleich, was der Angehörige der spanischen Ordensgemeinschaft zum Ausdruck bringen will. „Viele Menschen machen sich Gedanken über Dinge, die man gar nicht oder nur schwer in Worte fassen kann, aber dieser Raum führt mich und sie dort hin.“

Ein knappes Vierteljahr sind die Amigonianer jetzt in Brauck

Einige Männer und Frauen betreten leicht zögernd die Kirche, werfen einen Blick auf die Ausstellung „Jeder Flüchtling ist ein Mensch“, um sich dann für einige Minuten auf der Kirchenbank niederzulassen. „Die Menschen sehen uns und wissen, dass sie uns jederzeit ansprechen können,“ so Pater Alois, der mit seinen 75 Jahren eine Energie ausstrahlt, die man manch einem Berufsanfänger nur wünschen kann.

Mittlerweile sind die beiden Patres ein knappes Vierteljahr in Brauck, ihr Arbeitsschwerpunkt sind benachteiligte Kinder und Jugendliche. Ihre Devise: „Wir sehen uns um, wir hören zu und handeln dann,“ erklärt Pater Gisbert die Vorgehensweise seines Ordens. „Materiell geht es den meisten Menschen gut, aber im Gespräch kommt oftmals eine immaterielle, seelische Not zum Vorschein, eine Orientierungslosigkeit in Familien, unter der vor allem die Kinder zu leiden haben.“ Für ihn gilt: „Lebe so, dass du gefragt wirst, warum du so lebst.“

Die Patres haben ihr Umfeld schon intensiv in Augenschein genommen

Das neue Umfeld in Gladbeck haben die Amigonianer schon intensiv in Augenschein genommen, Gespräche und Kontakte mit Behörden, Caritas, Polizei, evangelischer Kirche und Moscheen nehmen breiten Raum ein. Daneben gehören auch Gottesdienste, Taufen, Beerdigungen, Schulmessen, Kindergartenbesuche und andere Regeldienste zu ihren Aufgaben. „Am letzten Sonntag hatte ich allein drei Taufen,“ lacht Pater Gisbert, der es sich am Freitag zuvor nicht hatte nehmen lassen, in der Arena Schalkes 2:1 über Union Berlin zu bejubeln. „Hier in unmittelbarer Nachbarschaft zu Gelsenkirchen muss man einfach S04-Fan sein.“

Kurz vor 19 Uhr wird´s im Eingangsbereich von St. Marien voll, die meisten Mitglieder des Pfarrgemeinderates wollen vor der Sitzung bei der Eröffnung des Adventsfensters zugegen sein. Karla Bos findet ein paar Worte zu einem schönen Bild, das sie mit Schulkindern gemalt hat und trägt danach eine besinnliche Geschichte vor. Das Finale kam dann allen spanisch vor – zu Recht: Pater Gisbert greift zur Gitarre und singt einen spanischen Psalm.

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