Gesundheitsversorgung

Gladbecker Linke sorgt sich um das St. Barbara-Hospital

Außenansicht des St. Barbara-Hospitals in der Gladbecker Stadtmitte.

Außenansicht des St. Barbara-Hospitals in der Gladbecker Stadtmitte.

Foto: Martin Möller / FUNKE Foto Services

Gladbeck.  Gladbeck soll seine Interessen zur Krankenhausplanung und zum Stadtkrankenhaus vertreten. Die Landesregierung sehe eine Klinik-Überversorgung.

Die Gladbecker Partei Die Linke sorgt sich um den Fortbestand des St. Barbara-Hospitals in Gladbeck. Sie bezieht sich dabei auf ein aktuelles Gutachten der Landesregierung NRW, das eine Krankenhaus-Überversorgung in den Ballungsgebieten benenne. „Jetzt muss auch Gladbeck seine Interessen zur Krankenhausplanung vertreten“, fordert Linke-Fraktionschef Olaf Jung.

Denn die Gladbecker könnten sich noch gut daran erinnern, „dass zu Weihnachten 2016 in der Geburtsabteilung im Gladbecker St. Barbara Hospital die Lichter ausgingen“. Jetzt sei aber nicht nur eine Abteilung, sondern der Fortbestand der Klinik gefährdet. Denn die Landesregierung habe in einem Gutachten festgestellt, „dass die bisherige Krankenhausplanung zu einer Fehlentwicklung in der Krankenhauslandschaft geführt habe“. Das Gutachten habe zudem in der Tendenz „eine angebliche Überversorgung in den Ballungsgebieten, insbesondere der Rhein-Ruhr-Schiene, festgestellt“. Dieses Gutachten soll die Basis des nächsten Krankenhausplans in NRW werden, der bis Ende des Jahres auf den Weg gebracht werden soll.

Gewinnmaximierung, nicht die Bedürfnisse der Menschen im Vordergrund

Die Ankündigung von Minister Laumann, künftig Leistungsbereiche und Leistungsgruppen beplanen zu wollen und die Krankenhauslandschaft so auszurichten, dass Patientinnen und Patienten unabhängig von ihrem jeweiligen Wohnort ein Krankenhaus innerhalb von 30 Minuten erreichten, sieht die Gladbecker Linke kritisch. „So sieht der Umbau eines Gesundheitssystems aus, in dem es in erster Linie um Gewinnmaximierung und nicht um die Bedürfnisse der Menschen geht. Die behaupteten Strukturqualitäten von Superkliniken wie Vorhaltung von Großgeräten und Personal ignorieren, dass akute Krankheitsfälle nicht vorhersehbar sind, dass Behandlungsanlässe und -verläufe individuell sind und dass Qualität durch gute Zusammenarbeit professioneller Teams entsteht“, so Jung.

Diese Krankenhaus-Reform müsse gestoppt werden. Die Kliniken in der Region hätten sich in den Notfallplänen zur Pandemie-Bekämpfung bewährt und eine gewisse Reserve an Behandlungskapazitäten sei im Notfall unverzichtbar. Es bestehe eine verfassungsrechtliche und gesetzliche Gewährleistungsverantwortung für die stationäre Gesundheitsversorgung im Sinne geschützter Gemeinwohlbelange. „Gesundheit ist keine Ware“, so Jung. Die Gladbecker Linken kündigen an, sich auch weiterhin für eine Verbesserung der Situation der Patienten, der Pflegerinnen und Pfleger sowie der Ärztinnen und Ärzten einsetzen zu wollen: „Notwendig sind viel eher Personaluntergrenzen in den medizinischen Bereichen, ein allgemeinverbindlicher Tarifvertrag und die Abschaffung des Fallpauschalenprinzips“.

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